Hoch „Ulla“ bringt den Landkreis ins Schwitzen

Abschlussprüfungen in der Sauna: Hitzewelle macht Schülern zu schaffen – Experten geben Tipps

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Es wird Sommer
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Hoch „Ulla“ bringt die Hitze nach Freising. Die kann richtig unangenehm werden – und sogar extrem gefährlich. Experten geben Tipps, um sich zu schützen.

Landkreis – Heiß, heißer, diese Woche: In den nächsten Tagen bringt Hoch „Ulla“ Deutschland richtig ins Schwitzen. Auch im Landkreis Freising werden Temperaturen von deutlich über 30 Grad erwartet. Viele Sonnenanbeter freuen sich zwar, doch die Hitze kann unangenehm werden – und sogar extrem gefährlich.

Im Krankenhaus

Das Klinikum Freising steht vor einer besonders heißen Herausforderung: Klimaanlagen gibt es nur im OP, in der Anästhesie und auf der Intensivstation, teilt Sprecher Sascha Alexander mit. Um so wenig warme Luft wie möglich nach drinnen zu lassen, wird frühmorgens gelüftet. Danach werden die Vorhänge zugemacht.

„Das Wichtigste ist, dass sowohl Patienten als auch Mitarbeiter viel trinken“, betont Alexander. Gerade ältere Menschen müssten öfter daran erinnert werden, da ihnen die heißen Temperaturen stärker zu schaffen machten. Im Hitze-Sommer im vergangenen Jahr seien deutschlandweit einige Senioren in der Folge von Herz-Kreislauf-Problemen gestorben, erinnert Alexander.

Außerdem gebe es für die Patienten besonders dünne Decken, das Personal könne auf leichtere Funktionskleidung umsteigen. Werdende Mütter würden ebenfalls so gut es geht unterstützt: „Im Kreißsaal steht für jede Frau ein Ventilator bereit.“

In der Schule

Noch fünf Wochen bis zu den Sommerferien: Bis dahin müssen die Schüler im Landkreis durchhalten. Die Realschüler trifft es in dieser Woche besonders, denn ab Mittwoch stehen die Abschlussprüfungen an. Die Schwierigkeit: Die Deutschprüfung dauert 240 Minuten – und an der Karl-Meichelbeck-Realschule in Freising wird sie in der Turnhalle geschrieben, die zu großen Teilen verglast ist. 

Viel trinken: Schulleiter Bernd Friedrich von der Meichelbeck-Realschule weiß, dass die Turnhalle bei den Abschlussprüfungen ab Mittwoch zum Brutofen wird.

„Drin sitzen dann noch 200 Schüler, von denen jeder 100 Watt abgibt – das ist schon unangenehm“, sagt Schulleiter Bernd Friedrich. Das Problem habe man jedoch schon länger. „Und durch den Klimawandel wird uns das noch mehr beschäftigen.“ Der Rat an die Prüflinge: trinken, trinken, trinken. „Thermoskannen halten zumindest die Getränke schön kühl“, sagt Friedrich. Ansonsten heißt es: Zähne zusammenbeißen.

Tipps aus der Apotheke

Um sich so gut wie möglich vor Sonnenbrand und Hitzschlag zu schützen, sind in diesen Tagen einige Dinge unverzichtbar. Wer in die Sonne geht, sollte weder Kopfbedeckung noch Sonnenbrille vergessen, sagt Apothekensprecherin Ingrid Kaiser aus Freising. „Die Mittagshitze sollte man komplett meiden und ansonsten keinesfalls den Sonnenschutz vergessen – oder gar in der Sonne einschlafen.“ Wer im Büro ohne Klimaanlage sitzt, ist mit einem kühlenden Fußbad gut beraten. „Außerdem hilft es, Handgelenke und Unterarme mit Leitungswasser zu kühlen“, sagt Kaiser.

Einen wichtigen Rat gibt Kaiser allen, die Medikamente nehmen: Sie sollten unbedingt die Beipackzettel gründlich lesen. „ Bestimmte Antibiotika, Johanniskrautpräparate und Rheuma-Medikamente können die Photosensibilität, also die Lichtempfindlichkeit der Haut, herabsetzen. Dann besteht ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko.“ Wer Blutdruckmedikamente nimmt, dem sei ebenfalls zu Vorsicht geraten: Die Medikamente können stärker wirken. Generell sei es sinnvoll, sich mit dem Hausarzt zu besprechen.

Gegen „Hundstage“

Damit Vierbeinern die Hitze nicht zu schaffen macht, gibt es ein paar Dinge zu beachten. „Eigentlich das, was für den Mensch auch gilt“, sagt Tierärztin Christine Spieß. Gassi gehen sollten Hundebesitzer nur früh und sehr spät am Abend, tagsüber mögen es die Tiere dunkel und kühl. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Wassernapf nie leer ist.

Die wohl wichtigste Info, die eigentlich gut bekannt ist, aber leider trotzdem noch nicht immer beherzigt wird: „Tiere gehören bei diesen Temperaturen nicht in abgestellte Autos“, betont Spieß. Wer einkaufen geht, sollte seinen Vierbeiner schlicht zu Hause lassen. Die Tiere sollten einfach nicht überstrapaziert werden. „Sie haben eh schon einen Pelzmantel an.“

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