Rassismus-Debatte

Nach der Tötung von George Floyd: Freisinger Künstler aus Togo findet klare Worte

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1995 musste er aus politischen Gründen aus Togo fliehen, seit 18 Jahren lebt er in Freising: Pepito A. Anumu.
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Nach der Tötung von George Floyd findet der aus Togo stammende Freisinger Künstler Pepito Anumu klare Worte. Er selbst ist schon übelst beleidigt worden und hat darauf mutig reagiert.

Freising – 1995 musste er aus politischen Gründen aus seiner Heimat Togo fliehen, seit 18 Jahren lebt er in Freising: Pepito A. Anumu. Der Künstler, der 2012 den Kulturförderpreis des Landkreises Freising erhielt, hat die Ereignisse rund um die Tötung des Schwarzen George Floyd in Minneapolis mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.

Denn Rassismus hat der 50-jährige Anumu auch in Freising erlebt. „Da ist der Affe! Hau ab! Geh zurück nach Afrika!“ Es war im Winter, als Pepito Anumu am Bahnhofskiosk einkaufen wollte und von einem Mann in der Wartehalle dermaßen „niedergemacht“ wurde.

Rassistische Beleidigungen - Pepito stellt die Menschen zur Rede

Es ist nicht das erste Erlebnis dieser Art, das Pepito Anumu hat, seitdem er in Deutschland und Freising wohnt. „Wir müssen damit leben“, sagt Anumu, denn es passiere einfach. Immer wieder. Und immer wieder sei er davon sehr getroffen. Die Tötung von George Floyd sei in seinen Augen ein weiterer Anlass, über Rassismus zu reden, sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Dabei hat Anumu seine eigene Art und Weise, mit solchen Vorfällen wie am Freisinger Bahnhof umzugehen: Nicht einfach weggehen, sondern reden. Das beginne schon bei den Kindern. Eine Pullinger Schülerin habe ihm einmal, als er die Klasse besuchte, als Antwort auf die Frage, was man nicht sagen dürfe, geantwortet: Neger. Aber wieso das so sei, habe sie nicht gewusst. Da müsste man mehr erklären, ist sich Anumu sicher. Er nimmt seine Schmerzen und Verletzungen „nicht nach Hause“, erzählt er. Dem Mann vom Bahnhof beispielsweise sei er Richtung Stadt nachgegangen, habe ihn dann zur Rede gestellt: Was er, Pepito, ihm denn getan habe, dass er ihn so beleidige, wollte er wissen. Antwort: Nichts.

Seinen 15-jährigen Sohn hat Pepito bereits auf Rassismus vorbereitet

Seinen Sohn Noah (15) hat er auch schon darauf vorbereitet, dass ihm Rassismus begegnen werde: „Es wird dich einmal treffen“, habe er zu ihm gesagt. Sein Rat auch hier: Nicht weggehen, reden.

Doch Anumu weiß ebenso, dass Rassismus auch von Schwarzen ausgeht. Die Weißen seien schlechte und böse Menschen, hätten die Schwarzen versklavt – so manchmal die Meinung. Vor langer Zeit sei das so gewesen, weiß Anumu. Aber das sei vorbei. „Meine Frau hat niemanden versklavt“, sagt er in solchen Fällen immer über seine Petra.

Nach der Tötung von George Floyd hat Pepito ein Bild auf Facebook gestellt

Trotzdem: Solche Aussagen seien der Grund, weshalb er nicht viele schwarze Freunde habe. „Wir haben schon viel erreicht“, weiß Pepito Anumu auch. Aber man dürfe nicht nachlassen, müsse miteinander reden, erklären und aufklären. Das sei eben eine „lebendige Auseinandersetzung“.

Mit künstlerischen Mitteln führt Pepito Anumu ich die Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus: „Gott“ heißt das Bild, das er nach der Tötung von George Floyd auf Facebook mit dem Text „Stop killing each other. Black lives matter“ veröffentlicht hat.

Eine Auseinandersetzung, die der Künstler Anumu auch mit seinen künstlerischen Mitteln führt. „Gott“ heißt das Bild, das er nach der Tötung von George Floyd auf Facebook mit dem Text „Stop killing each other. Black lives matter“ veröffentlicht hat. In der Mitte ein buntes Kreuz, das schöne, das richtige Kreuz, umgeben von Schwarz und Dunkel.

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