Zweiter Reihentest binnen zweier Tage

Nächster Corona-Fall in einem Seniorenheim: Landratsamt in Sorge

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Im Senioren-Zentrum Neufahrn wurde ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Am Freitag, 14. August, finden dort die Reihentests statt.
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Nach dem Marzlinger Seniorenheim ist nun auch eine Betreuungseinrichtung in Neufahrn von Corona betroffen. Das Landratsamt ist in Sorge - und appelliert an die Bevölkerung.

Landkreis Freising – Nach einem Corona-Vorfall im Marzlinger Seniorenheim ist jetzt auch eine Einrichtung in Neufahrn betroffen. Wie das Landratsamt Freising am Donnerstagnachmittag meldete, wurde dort im Pichlmayr- Senioren-Zentrum ebenfalls ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Im Anbetracht der stetig steigenden Fallzahlen droht die Rückkehr in den Krisenmodus.

Wie Robert Stangl, Sprecher des Landratsamts, mitteilte, wurde ein Mitarbeiter des Pichlmayr-Senioren-Zentrums Neufahrn am vergangenen Freitag positiv auf Corona getestet. „Nachdem der Laborbefund vorlag, hat das Gesundheitsamt zusammen mit der Einrichtungsleitung unverzüglich Vorsichtsmaßnahmen ergriffen“, erklärte Stangl. Die Angehörigen der Bewohner wurden in Kenntnis gesetzt, und es wurde sicherheitshalber ein vorübergehendes Betretungsverbot ausgesprochen.

„Das Gesundheitsamt arbeitet bereits intensiv an der Ermittlung der engen Kontaktpersonen“, betonte Stangl. Bisher seien bei Bewohnern und Mitarbeitern aber keine Symptome aufgefallen. Zudem wies ein zweiter Rachenabstrich, dem sich der betroffene Mitarbeiter auf Anraten seines Arztes unterzogen hatte, ein negatives Testergebnis auf.

Zweiter Reihentest binnen zweier Tage

Das Gesundheitsamt organisiert dennoch eine Reihentestung: Am heutigen Freitag erhalten die Mitarbeiter und die Bewohner des betreffenden Gebäudeteils, in dem der Infizierte tätig ist, einen Rachenabstrich.

Es ist die zweite derartige Großmaßnahme innerhalb von zwei Tagen. Bereits am Mittwoch waren im Vitalis- Senioren-Zentrum in Marzling 107 Personen getestet worden, nachdem es einen Coronafall unter den Pflegekräften gegeben hatte. Die Ergebnisse dazu werden voraussichtlich am Freitag erwartet. Unabhängig von den Resultaten ist eine zweite Testung der Bewohner und Mitarbeiter am kommenden Montag geplant.

Generell zeigte sich das Landratsamt besorgt von den jüngsten Entwicklungen. „Die Zahlen in ganz Deutschland und auch die Ereignisse im Landkreis zeigen, dass das Virus noch lange nicht besiegt ist“, betonte Stangl. „Vielmehr sprechen die zuletzt steigenden Fallzahlen dafür, dass das Infektionsgeschehen auch bei uns nicht vernachlässigt werden darf.“ Spürbar ist das an einem deutlichen Anstieg der 7-Tage-Inzidenz. Die liegt derzeit bei 17,31 Infektionen pro 100 000 Einwohner.

Appell des Landratsamtes: Jeder Einzelne muss einen Beitrag leisten

Sollte die Zahl auf 35 Neuinfektionen innerhalb einer Woche steigen, müssten nach Maßgabe des Freistaats Bayern Lockerungen rückgängig gemacht werden und Beschränkungskonzepte in Kraft treten, stellt Stangl klar: „Um mögliche Einschränkungen im Landkreis Freising zu verhindern, appellieren wir noch einmal eindringlich an die Bevölkerung, Hygiene- und Abstandsregelungen strikt einzuhalten: Mund-Nase-Schutz tragen, Hände regelmäßig waschen und desinfizieren, Abstand halten. Das ist unabdingbar, um sich selbst und die Mitmenschen zu schützen.“

Es sei einer der zentralen Punkte bei der Bekämpfung der Pandemie, dass sich jeder Einzelne in der Bevölkerung einbringe und seinen Teil dazu beitrage, dass mögliche Infektionen nicht weiterverbreitet würden. „Deshalb rufen wir die Bürgerinnen und Bürger abermals dazu auf, selbstreflektiert darüber nachzudenken, ob es gerade jetzt sinnvoll oder notwendig ist, größere Menschenansammlungen aufzusuchen oder Urlaub insbesondere in einem Risikogebiet zu machen. Auch der Landkreis Freising hat viele schöne Orte und Freizeitaktivitäten zu bieten, für die es sich lohnt, daheim zu bleiben.“

Krisenstab tagt ab Montag wieder

Die Verantwortlichen am Landratsamt bereiten sich angesichts der Entwicklungen auf den Notfall vor. Um auf einen weiteren Anstieg der Fallzahlen schnell reagieren zu können, werden ab Montag wieder Vertreter aus der Koordinierungsgruppe zusammengetrommelt. Dann besprechen Vertreter von Landratsamt, Gesundheitsamt und Klinikum Freising sowie Ärzte und Rettungskräfte am Runden Tisch die Lage und das weitere Vorgehen. Damit steht die Behörde kurz vor der Rückkehr in den Krisenmodus.

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