VonAndreas Beschornerschließen
Das geplante Volksfest light trifft in Freising auf Widerstände. Dafür steigt eine andere Veranstaltung bereits am 8. Juli.
Freising – In Corona-Zeiten kommt Freiluftveranstaltungen immer mehr Bedeutung zu: Wie im Finanzausschuss als Bericht zu Anfragen und Anträgen der Fraktionen bekannt wurde, arbeitet man sowohl an einem „Volksfest light“ als auch an einer Kulturveranstaltungsreihe mit dem Titel „Sommerwunder“.
Ingo Bartha, der Leiter des Referats für Kultur und Tourismus, legte dar, was man sich bisher in Sachen Kultur überlegt habe: Auf der Suche nach einem Ort unter freiem Himmel, der eine Begrenzung der Zuschauer gewährt, und der sich in städtischem Besitz befinde, sei man auf den Amtsgerichtgarten gestoßen. In Absprache mit der Musikschule und der Stadtjugendpflege habe man die Uferlos GmbH als Partner hinzugezogen – und so die Idee zu einer „Sommerwunder“-Reihe entwickelt.
Die Kulturevents im Garten beginnen schon am 8. Juli
Schon am 8. Juli soll es losgehen mit den Kulturevents im Garten. Selbstverständlich, betonte Bartha, habe man dafür ein Hygienekonzept entwickelt, das von rund 150 Besuchern ausgehe. Manch eine Veranstaltung werde auch oben auf dem Lindenkeller-Berg stattfinden. Überlegungen gebe es auch, die Luitpoldanlage als Kulturstätte zu nutzen, verriet Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Aber es sei schwierig, hierfür Konzepte zu erstellen und zu genehmigen, weil man ja nicht wisse, welche Maßgaben und Vorschriften es wegen der Corona-Krise im August und September gebe.
Dieses Problem betrifft auch die Idee, nach Absage des Freisinger Volksfestes eine Art „Volksfest light“ zu veranstalten. Referatsleiterin Hanna Sammüller-Gradl berichtete, man könnte vielen der Fieranten, die beim Volksfest die Verköstigung übernehmen, einen Platz anbieten. Man habe überlegt, in der Luitpoldanlage Stehtische aufzubauen und das Areal zu umzäunen, um die Besucher auch zählen zu können. Sammüller-Gradl hielt das alles für „gute Nachrichten“, hatte allerdings auch „schlechte Nachrichten“ dabei: Eine Anfrage beim Landratsamt habe ergeben, dass für die Behörde dies etwas ganz anderes als ein Markt sei. Fazit: Die Einhaltung der Vorschriften sei so nicht zu gewährleisten, das Landratsamt habe diese Ideen abgelehnt. Jetzt, so Sammüller-Gradl, überlege man, ob man den Marktbereich dorthin verlegt, wo normalerweise die Autos parken. Dieses Areal sei nämlich größer – mehr Platz für Standl also, weniger Platz für Autos.
Volksfest light: Auch ein Stadtrat ist skeptisch
Angesichts der vorgestellten Pläne mit Stehtischen und anderen Vorgaben, die mit Volksfest nichts mehr zu tun hätten, fragte sich Guido Hoyer (Linke), „ob wir wirklich mit aller Gewalt ein Volksfest light machen sollen“. Da stecke viel Arbeit dahinter, die Sache könne aber schnell zum Flop werden. Und: „Einen Corona-Hotspot kann man sich auch nicht leisten.“ Entschieden freilich wird sowieso im Finanzausschuss, dem mögliche Pläne und Überlegungen vorgelegt werden.
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