VonMagdalena Höcherlschließen
Die Freisinger Bürger sollen vermehrt vom Pkw aufs Rad umsteigen. Welche Möglichkeiten es gibt, soll der zweite Klima-Walk durch die Domstadt zeigen.
Freising – Durch die vielen Baustellen in der Freisinger Innenstadt sind viele Autofahrer derzeit dazu gezwungen, auf Alternativen umzusteigen. Dass der Großteil der Pkw auch nach dem Umbau aus der Fußgängerzone draußen bleiben soll, findet Sepp Beck von der Agenda21-Projektgruppe gut. Klar ist aber auch, dass eine Alternative her muss, um mobil zu bleiben. Beck und seine Mitstreiter denken an Lastenräder. Das Konzept stellten sie am Dienstag vor dem Energielokal am Rindermarkt vor.
„Wir wollen zeigen, dass es Alternativen zum Auto gibt“
„Das klassische Argument ist immer, dass schwere Dinge – oder vor allem Menschen, die schwer behindert oder krank sind, unbedingt auf ein Auto angewiesen seien“, sagte Beck. Dass sogar Schwerkranke per Rad befördert werden können, zeige ein Beispiel aus seinem Bekanntenkreis. „Diese Frau fährt ihren Mann schon seit Jahren auf einer Art Tandem zum Arzt.“
Marie Hüneke, die Klimaschutzmanagerin der Stadt Freising, ergänzt: „Wir wollen zeigen, dass es Alternativen zum Auto gibt.“ Diese seien im Stadtverkehr oft sogar praktischer. Die Stadt habe dabei eine Vorbildfunktion. „Unser Lastenfahrrad ist seit zwei Monaten im Einsatz“, sagt die Klimaschutzmanagerin. Mitarbeiter nutzten das E-Bike bereits, um Transportfahrten zwischen den verschiedenen städtischen Liegenschaften zu erledigen. Langfristig wolle die Stadt ein Lastenrad-Förderprogramm auf den Weg bringen, um Privatpersonen den Umstieg zu erleichtern.
Adler-Apotheke liefert Medikamente mit dem Rad aus
Eine, die beruflich schon länger auf zwei Rädern unterwegs ist, ist Barbara Müller von der Adler-Apotheke. Mit einer kleinen Transportbox vorne und einer größeren auf dem Gepäckträger transportieren sie und ihre Kollegen Medikamente mit Muskelkraft. „Soweit ich weiß, sind wir bislang die einzige Apotheke in Freising, die per Fahrrad ausliefert.“
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Eine weitere Option, die in Sepp Becks Augen sehr praktisch ist: ein einfacher Radl-Anhänger. „Mit diesem roten Teil, das man zum Beispiel bei Radl Ruhland ausleihen kann, machen Studenten immer wieder Umzüge.“
Zweiter Klima-Walk am Freitag
Um zu zeigen, was als Alternative zum Pkw alles möglich ist, lädt die Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising am Freitag unter dem Motto „Walk&Talk“ zum zweiten Klima-Walk durch die Domstadt ein. „Der Klimawandel ist eine große Herausforderung für alle“, sagte Referent Stephan Mokry. Viele hätten noch Scheu, sich zu informieren und Gedanken über das eigene Verhalten zu machen. Dazu möchte das Bildungszentrum einen Beitrag leisten. „Als kirchlicher Träger haben wir Schöpfungsverantwortung“, betont Mokry.
Während des Spaziergangs warten an fünf Stationen lokale Akteure, die Nachhaltigkeit und Klimaschutz in ihr Geschäftsmodell integriert haben – beispielsweise Kathi Zanker vom Bioladen Lebenskunst. Das „Ge(h)spräch“, wie die Veranstalter die Aktion auch bezeichnen, endet im Nachhaltigkeitszelt auf dem Uferlos-Festival, wo die Stadt die interaktive Wanderausstellung „Klimagourmet“ präsentiert.
Gut zu wissen
Der zweite Klima-Walk zu den Themen Regionalität und Mobilität beginnt am Freitag, 31. Mai, um 17 Uhr am Kardinal-Döpfner-Haus und endet gegen 19 Uhr auf dem Uferlos-Festival. Mit dabei: der Vize-Präsident der HSWT, Markus Reinke, der Bioladen Lebenskunst und der Verein StadtTeilAuto.
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