Fridays for Future in Bad Tölz

Ein Kreuzchen für den Klimaschutz

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Seit Anfang März gehen in Bad Tölz alle zwei Wochen Schüler für den Klimaschutz auf die Straße.

Heute gehen sie wieder auf die Straße gegen den Klimawandel: Die „Fridays for Future“-Demonstration an diesem Freitag soll die bisher größte in Bad Tölz werden.

Bad Tölz – Vor der Europawahl soll noch einmal richtig Druck in Sachen Klimaschutz aufgebaut werden: Die „Fridays for Future“-Bewegung steuert am Freitag länderübergreifend auf einen neuen Höhepunkt zu. Das gilt auch für Bad Tölz, wo sich die Organisatoren der Demonstrationen besonders viel vorgenommen haben. Es soll die bislang größte Klimaschutz-Demo in Tölz werden. „Nicht nur wir Schüler werden demonstrieren, auch Eltern und Akademiker schließen sich uns an“, sagt Katharina Brandhofer, eine der Initiatorinnen. Unter der Flagge „Doctors for Future“ wollen Mediziner mitmarschieren. Die Tölzer Gemeinschaftspraxis der Allgemeinmediziner Dr. Alexandra Maurer, Dr. Thomas Maurer und Dr. Ulrich Danninger bleibt zu diesem Zweck zeitweise geschlossen. Auch von Schulen aus anderen Orten des Landkreises sowie Studenten aus Benediktbeuern wird die Bewegung unterstützt. Volksmusikant Sepp „Bodo“ Kloiber tritt auf, und Redner der Linken und des Bund Naturschutz sind eingeladen.

Die Demonstranten wollen die Wahlberechtigten dazu animieren, bei ihrer Stimmabgabe am Sonntag dem Thema Klimaschutz besonders Gewicht beizumessen. Auf die Seite einer bestimmten Partei wollen sie sich dabei nicht schlagen. „Es geht hier nur um Klimaschutz. Den können Menschen bei der Wahl berücksichtigen – egal, welche Lieblingspartei sie haben“, sagt der 15-jährige Lukas von Andrian.

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Die Hauptforderungen der Tölzer „Fridays for Future“-Gruppe sind Steuern auf alle Treibhausgasemissionen, ein besser ausgebauter und billigerer öffentlicher Personennahverkehr und das Ende der Subventionen für fossile Energieträger, wie Katharina Brandhofer und Lukas von Andrian sowie Nick Altenburger (17) und Agnes Eckstein (18) im Gespräch mit dem Tölzer Kurier aufzählen. Handlungsbedarf für die Regierung sehen sie unter anderem beim Tempolimit auf Autobahnen, einer Einwegplastiksteuer und Fördergeldern für biologische und lokale Produkte. Generell ist ihnen die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens wichtig, damit es gelingen kann, die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius jährlich zu beschränken.

Das Engagement der Jugendlichen hört nicht beim Demonstrieren und beim Schulstreik auf. Jeden Montag um 18 Uhr treffen sie sich zum sogenannten Plenum im Jugendcafé. Daran können alle Interessierten teilnehmen. Sonntags finden sogar deutschlandweite Telefonkonferenzen statt. Von jeder Ortsgruppe nehmen zwei Vertreter teil. „Wir organisieren viel und haben auch unsere Lebensweisen nachhaltiger gestaltet“, sagt Nick Altenburger. „Aber privater Umweltschutz hat keine großen Auswirkungen“, meint er.

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Vom Gegenwind, der den Jugendlichen von Seiten der Erwachsenen und der Politik bisweilen entgegenschlägt, lässt sich Lukas von Andrian nicht beeindrucken. „Natürlich sind wir keine Experten, aber wir sagen ja nur, dass die Leute auf die Wissenschaftler hören sollen“, sagt er. Agnes Eckstein findet es schade, dass die Schüler manchmal belächelt werden. „Jeder kann sich doch gut über das Thema informieren, egal, wie alt er ist.“ (Theresa Pfund)

Die Demonstration

startet am Freitag, 24. Mai, um 11 Uhr am Tölzer Rathaus. Weitere Infos im Internet auf der Seite
fffbadtoelz.simpldot.com

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