VonMelina Staarschließen
Heute geht es los: Bis Samstag engagieren sich über 150 Jugendliche aus dem Landkreis in der 72-Stunden-Aktion des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Und die Projekte sind sehr vielfältig.
Bad Tölz-Wolfratshausen – An diesem Donnerstag fällt für 150 bis 200 Jugendliche der Startschuss zur deutschlandweiten„72-Stunden-Aktion“. Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ engagieren sie sich in einem sozialen Projekt. Initiiert wird die Aktion vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Die Ministranten und Firmlinge der Pfarrei Gaißach-Reichersbeuern haben sich bei den Bürgermeistern der drei betroffenen Gemeinden – Gaißach, Reichersbeuern und Greiling – kundig gemacht, was für ein Projekt gewünscht wird. „Schließlich wurde es ’Rund um die Gaißach – a Wasser des uns vabindt’“, erklärt Diakon Joachim Baumann, der die Aktion betreut. Denn der Fluss verbinde die Gemeinden.
Die etwa 20 Jugendlichen werden zunächst einmal ein Ramadama durchführen. „Eine Idee war es auch, schöne Bilder zu machen.“ Hier stößt beispielsweise auch der Dorfarchivar dazu, der erklärt, wie die Gaißach entstanden ist. Auch mit der Geschichte des Torfabbaus werden sich die Teilnehmer befassen. Am Ende soll ein Buch entstehen, das dann zum Beispiel auch die Senioren der Ortschaften ansehen können. „Aber wie genau die Umsetzung ist, das entscheiden allein die Jugendlichen.“
Ein weiterer Gedanke, den die Jugendlichen umsetzen möchten, ist ein Grillplatz. „Sie wollten etwas, wo sich alle jungen Leute treffen können“, sagt Baumann. Aber es soll auch möglich sein, Zeit für sich alleine in der schönen Natur zu verbringen. „Daher wollen wir Bänke bauen, dazu eine kleine Kiste, in der ein Buch liegt, in das man seine Gedanken schreiben kann.“ Vielleicht wird auch eine Brücke gebaut. Am Freitag werden die Jugendlichen vom Bayerischen Fernsehen begleitet. Der Beitrag soll in der „Abendschau“ zu sehen sein.
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Kurzzeitig gab es aufgrund der Regenfälle und des Hochwassers die Befürchtung, die Aktion könne nicht in dem geplanten Rahmen stattfinden. „Man hat ja eine Verantwortung für die jungen Leute“, so Baumann. Nun sieht es aber ganz so aus, als könne wie geplant am Freitag und Samstag gearbeitet werden.
Erfreut ist der Diakon über die Spendenbereitschaft. So richtet der Bauhof das Holz her, auch andere Bürger hätten bereits ihre Hilfe zugesagt. „Und es ist schön, dass die Jugendlichen bereit sind, sich für andere einzusetzen. Man sieht: Sie wollen sich engagieren.“ Jeder einzelne könne sich mit seiner Stärke einbringen.
Weitere fünf Projekte werden ab Freitag im Landkreis angegangen: Die jungen Erwachsenen der Kolpingsfamilie bauen ein Outdoor-Klassenzimmer in der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf. Die Ministrantengruppe aus Holzhausen (Gemeinde Münsing) richtet das Tipi im örtlichen Kindergarten wieder her. Auch die Ministranten aus Lenggries legen sich für die Gemeinschaft ins Zeug: „Sie gestalten im Pflegeheim den Garten komplett neu“, sagt Organisatorin Elisabeth Heidacher. Ebenfalls in Lenggries kümmert sich die AG Mensch der Hohenburg-Schulen um den Bau von Luftsensoren.
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Spannend wird es für die Pfarrjugend St. Andreas Wolfratshausen. „Sie haben sich für ein Get-It-Projekt entschieden“, sagt Heidacher. „Sie bekommen bei der Auftaktveranstaltung einen Umschlag, darin steht, welche Aktion sie in Angriff nehmen. Es wird also eine große Überraschung.“
Der Auftakt ist an diesem Donnerstagnachmittag in der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf. Ab Freitag geht es raus in die Natur.
