Platz für circa 50 Geflüchtete

Früheres Impfzentrum in Hausham: Landratsamt prüft Umbau in Sammelunterkunft

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Steht leer: das ehemalige Impfzentrum in Hausham. Jetzt prüft das Landratsamt hier die Einrichtung einer Sammelunterkunft für Flüchtlinge.
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Unterkünfte für Geflüchtete werden händeringend gebraucht. Das Landratsamt lässt nun den Umbau des früheren Impfzentrums in Hausham in eine Sammelunterkunft für circa 50 Personen prüfen.

Hausham – Große Glasfronten, kaum Innenwände: Was für ein Autohaus eine perfekte Architektur ist, macht die Umnutzung in ein Wohnhaus schwierig. Ein Dilemma, vor dem das Landratsamt nun in Bezug auf die Einrichtung einer Sammelunterkunft für rund 50 Geflüchtete im ehemaligen Impfzentrum in Hausham steht. Wie das Landratsamt auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, läuft aktuell eine Prüfung der möglichen Kosten sowie die Planung eines Vorvertrags mit den Eigentümern des nach dem Auszug des Impfzentrums wieder leer stehenden Gebäudes.

Wie berichtet, wurden in dem früheren Autohaus an der Alten Miesbacher Straße bis Ende 2022 mehrere Zehntausend Landkreisbürger gegen das Coronavirus geimpft. Dass es künftig geflüchteten Personen als Unterkunft dienen könnte, hat Landrat Olaf von Löwis in der Sozialbeiratssitzung am Dienstagnachmittag erstmals öffentlich erwähnt. Ins Detail ging der Landrat da aber noch nicht.

Kostenschätzung Basis für Übernahme durch Regierung

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte die Behörde nun gestern mit, vor wenigen Tagen ein Ortstermin mit einem Architekten stattgefunden habe. Erst nach dessen Stellungnahme könne man den Umfang der notwendigen Umbaumaßnahmen und damit auch den Kostenrahmen abschätzen. In jedem Fall notwendig sei die Errichtung und Abgrenzung von Schlafbereichen sowie die Schaffung von Kochgelegenheiten und zusätzlicher Sanitäranlagen. Als problematisch könnte sich die bestehende Lüftungsanlage erweisen. Auch die Belichtungssituation sei nicht optimal, vor allem, wenn zusätzliche Innenwände eingezogen werden. Darüber hinaus müssten im Obergeschoss weitere Fluchtwege eingerichtet werden, was durch die massiven Glasfronten des ehemaligen Autohauses sehr aufwendig und kostspielig werden könnte.

Da es sich bei der Flüchtlingsunterbringung um eine staatliche Aufgabe handle, würden dem Landkreis keine Kosten entstehen. Damit die Buchung auf den Staatshaushalt aber erfolgen könne, müsse man bei allen Ausgaben zunächst die Kostenübernahme der Regierung von Oberbayern abwarten. Dafür brauche es wiederum erst eine Kostenschätzung. Da der Mietvertrag mit dem Ende des Impfzentrums ausgelaufen sei, müsse man diesen für die mögliche Sammelunterkunft neu abschließen.

sg

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