VonIngrid Zeilingerschließen
Adrian Best hat die Linke verlassen. Sein Mandat wird er behalten und künftig als parteifreier Stadtrat die Ortspolitik mitgestalten. Aber eine OB-Kandidatur ist damit vom Tisch.
Fürstenfeldbruck – Mit Adrian Best hatte die Linke bei den vergangenen Kommunalwahlen erstmals den Sprung in den Brucker Stadtrat geschafft. Der 24-Jährige arbeitete sich als Alleinkämpfer ein und arbeitet aktiv mit. Die Linke stehe für gute Themen, sagt Best. Das hat ihn damals bewogen, sich als Ortsvorsitzender und Stadtrat zu engagieren. Doch mit anderen Aussagen kann er sich nicht identifizieren.
Ukraine-Konflikt
Nach einem längeren Überlegungsprozess ist Best zu dem Schluss gekommen, die Partei nach fünf Jahren zu verlassen. Den letzten Ausschlag gaben Meinungsverschiedenheiten zum Ukraine-Konflikt – auch im Ortsverband. „Den Krieg in irgendeiner Weise zu verharmlosen, macht meiner Meinung nach keinen Sinn“, sagt Best. Da gebe es nichts zu entschuldigen. Auch im Ortsverband sei man für die Argumentation nicht zugänglich gewesen. „Da erscheinen alte Gedankenbilder, von denen ich dachte, sie seien verloren.“
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Damit ist auch die Überlegung, als Oberbürgermeisterkandidat anzutreten, vom Tisch. Denn diese Partei wolle er nicht präsentieren. „Ich möchte nicht als Linke-Kandidat dastehen, so wie sich die Partei öffentlichkeitswirksam darstellt“, sagt der 24-Jährige. „Ich hätte Themen für Fürstenfeldbruck einbringen wollen.“ Zwar könnte Adrian Best auch als parteiloser Kandidat Unterstützerstimmen sammeln. Doch das kommt für ihn nicht in Frage, da sei er im Studium zu sehr eingespannt.
Parteifrei
Sein Stadtratsmandat will der 24-Jährige jedoch behalten und künftig als Parteifreier agieren. „Das ist mir sehr wichtig.“ Die Ausschussgemeinschaft mit SPD und „Die Partei“ bleibt bestehen. Andere Fraktionen hätten bereits ihre Unterstützung angeboten. Ob er sich einer anderen Gruppierung anschließen wird, lässt Best vorerst offen. Das werde sich erst im kommenden Jahr zeigen, wenn er wieder mehr Luft habe.
Der Ortsverband verliert damit auch seinen Vorsitzenden. Wie es dort weitergeht, ist unklar. Formalrechtlich existiere er gar nicht, da es bei der Gründung zu wenig Unterschriften gegeben habe, erklärt die frühere Kreissprecherin Ernestine Martin-Köppl. Auch sie hat sich inzwischen von diesem Posten, den sie gemeinsam mit Jonathan Westermeier innehatte, zurückgezogen. Es rumort also nicht nur in der Linken in Fürstenfeldbruck, sondern auch im Kreisverband.
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