Jetzt protestieren die Schüler auch in Freising: Am Freitag findet hier erstmals unter dem Motto „Fridays for Future“ eine Demonstration für mehr Klimaschutz und eine konsequente Klimaschutzpolitik statt.
Freising – „Die Klima-Ziele der Bundesregierung, nach denen wir selbst 2050 noch nicht bei Nullemissionen sein werden, reichen nicht, um das Pariser Abkommen einzuhalten, und aktuell sind wir sogar weit davon entfernt, diese viel zu niedrig gesteckten Ziele zu erreichen“, sagt Anton Hutter, Schüler am Josef-Hofmiller-Gymnasium in Freising. „Dass dringender Handlungsbedarf besteht, ist in der Wissenschaft schon lange Konsens. Es kann doch nicht sein, dass wir und unsere Politik aus Bequemlichkeit die Augen verschließen und unsere Lebensgrundlagen zerstören.“
Um auf diese Missstände hinzuweisen, haben Schüler aus Freising und Moosburg gemeinsam mit Studierenden vom Campus Weihenstephan eine Ortsgruppe von „Fridays vor Future“ gegründet. Zuvor gab es in Freising bereits die jeden ersten Freitag im Monat stattfindende Mahnwache für Klimagerechtigkeit. Sie sieht sich als Ergänzung zur Jugend-Bewegung und spricht vor allem die älteren Generationen an.
Friday for Future: Lange Forderungsliste
Die Demonstrierenden von „Fridays for Future“ sind weltweit mittlerweile in rund 100 Ländern aktiv und haben in Abstimmung mit der Wissenschaft ein Forderungspapier veröffentlicht. Darin drängen sie auf die Einhaltung des 1,5º-Ziels und konkret für Deutschland den Kohleausstieg bis 2030, eine 100-prozentige Versorgung durch erneuerbare Energie und das Erreichen von Nettonull bis 2035. Auch eine CO2-Steuer wird gefordert, die den durch Treibhausgase entstehenden Kosten für Umwelt und Gesellschaft gerecht wird.
Klimaprotest: Studenten organisieren mit
Bei der bisher größten, internationalen „Fridays-for- Future“-Demonstration am 15. März gingen über 300 000 Schüler, Studierende und junge Menschen deutschlandweit auf die Straße. Weltweit waren es fast zwei Millionen. „Die Zeit drängt, denn wenn wir mit dem Handeln noch länger warten, werden wir die globale Erwärmung nicht mehr auf ein erträgliches Maß für die kommenden Generationen begrenzen können,“ sagt Anke Neumeier, Studentin an der Technischen Universität München, und ergänzt: „Fridays for Future wurde zwar von der Jugend begründet, aber als Bewegung freuen wir uns über jede Unterstützung, egal ob von Alt oder Jung.“
Start für den Freising-Friday
Der Streik beginnt am Freitag, 24. Mai, um 13.30 Uhr. Treffpunkt ist das Kriegerdenkmal an der Oberen Hauptstraße in Freising. An diesem Tag gehen (vor allem junge) Menschen in ganz Europa auf die Straße, um unter dem Motto „Europawahl ist Klimawahl“ auf die Brisanz der Klimakrise hinzuweisen.
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