Das war’s wohl für G7 in Elmau

Bürgermeisterin Koch über den G7-Gipfel: „Wir haben ihn aufgedrückt bekommen“

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Der G7-Gipfel in Elmau kommt nicht überall in der Bevölkerung gut an. Ein drittes Mal wird es wohl kaum wieder geben.
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Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch zieht wegen der Belastung für die Einheimischen eine kritische Gipfel-Zwischenbilanz. Ein drittes Treffen in Elmau ist derzeit kein Thema.

Elmau – G7-Gipfel auf Schloss Elmau? „Von mir aus jedes Jahr“, hatte Schlossherr Dietmar Müller-Elmau im Vorfeld gesagt. In der Region sehen das viele anders – und deren Chancen stehen gut, dass sie den dreitägigen Ausnahmezustand des G7-Gipfels in Elmau so schnell nicht mehr mitmachen müssen. Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass für den nächsten G7-Gipfel ein anderer Tagungsort gesucht werden soll.

G7-Gipfel in Elmau: Eigentlich wurde ein anderes Schloss anvisiert

Dass die Wahl diesmal erneut auf Schloss Elmau fiel, war ohnehin nicht geplant. Zunächst hatten die Organisatoren offenbar Schloss Weißenhaus in Schleswig-Holstein ins Auge gefasst. Doch der anvisierte Termin im September platzte wegen Terminproblemen des US-Präsidenten, wie der Eigentümer des Schlossguts, Jan Henric Buettner, nun den „Lübecker Nachrichten“ offenbarte.

Elisabeth Koch (CSU), Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen

Auf seinem Gut in Norddeutschland fand dann stattdessen im Mai das Treffen der G7-Außenminister statt. Und für den großen Gipfel fiel die Wahl erneut auf Elmau, von wo aus seit Sonntag wieder die Gruppenfotos der Staats- und Regierungschef um die Welt gehen.

Die Garmisch-Partenkirchner sind teils genervt, teils entspannt

Für die Bürger in der Region sind die Tage des Politik-Spektakels einmal mehr eine Belastungsprobe. „Das ist schon grenzwertig“, sagt Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). Die Menschen seien genervt. Weil in diesen Tagen kaum noch Parkplätze zu finden sind. Weil am Himmel ständig die Hubschrauber-Rotoren rattern. Und weil wegen der Anti-G7-Demos oder den Staats-Eskorten immer wieder Straßen und Plätze gesperrt werden. „Das ist für uns schwer erträglich.“

Bei der Auto-Anreise des US-Präsidenten am späten Samstagabend vom Landeplatz Pömetsried nach Elmau habe sie extra noch mal das Rathaus aufsperren lassen, damit die Einsatzkräfte an der Protokollstrecke die Toiletten benutzen konnten. Wer als Einheimischer zu dieser Zeit mit dem Auto unterwegs war, musste mitunter viel Geduld mitbringen.

Trotz allem hat Elisabeth Koch zuletzt aber auch viele entspannte Garmisch-Partenkirchner beim Gemüsehändler und im Café erlebt – auch wenn es in der Fußgängerzone derzeit deutlich ruhiger ist, weil einige Geschäfte und Restaurants während des Gipfels ihre Türen zugesperrt haben. So mancher Einheimischer in dem Tourismusort genießt diese Ruhe sogar: „Mir wurde auch schon gesagt: Jetzt ist es endlich mal Platz am Eibsee.“

Koch zweifelt nicht an der Grundidee des G7-Gipfels

Koch stellt klar: „Wir haben uns nicht für diesen Gipfel beworben, wir haben ihn aufgedrückt bekommen.“ Dabei zweifelt sie im Gegensatz zu den G7-Gegnern, die in Garmisch-Partenkirchen mit massiver Polizeibegleitung auf die Straße gingen, nicht an der Grundidee des Treffens. „Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass man persönlich miteinander redet. Das kann keine Videokonferenz ersetzen.“

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Bilder der mächtigsten Politiker der Welt vor spektakulärer Bergkulisse

Joe Biden, Präsident der USA, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum Schloss Elmau.
Joe Biden, Präsident der USA, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum Schloss Elmau. © Peter Kneffel/dpa
Die Teilnehmer am G7-Gipfel in Elmau bei der Aufstellung zum Gruppenfoto.
Die Teilnehmer am G7-Gipfel in Elmau bei der Aufstellung zum Gruppenfoto. © Michael Kappeler/dpa
Der britische Premierminister Boris Johnson und seine Frau Carrie Johnson mit Olaf Scholz und dessen Ehefrau Britta Ernst.
Der britische Premierminister Boris Johnson und seine Frau Carrie Johnson mit Olaf Scholz und dessen Ehefrau Britta Ernst. © Tobias Schwarz/AFP
Emmanuel Macron (2.v.r.), Präsident von Frankreich, und Brigitte Macron (r), Frau des Präsidenten Macron von Frankreich, werden von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Britta Ernst, Frau von Bundeskanzler Scholz, zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau begrüßt.
Emmanuel Macron (2.v.r.), Präsident von Frankreich, und Brigitte Macron (r), Frau des Präsidenten Macron von Frankreich, werden von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Britta Ernst, Frau von Bundeskanzler Scholz, zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau begrüßt. © Michael Kappeler/dpa
US-Präsident Joe Biden (r.) und Kanzler Olaf Scholz bei ihrem Treffen im Vorfeld des G7-Gipfels 2022 in Elmau.
Vor spektakulärer Kulisse: US-Präsident Joe Biden (r.) und Kanzler Olaf Scholz bei ihrem Treffen im Vorfeld des G7-Gipfels 2022 in Elmau. © Michael Kappeler/dpa
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, und Carrie Symonds, Frau des Premierministers Johnson von Großbritannien, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum G7-Gipfel 2022 auf Schloss Elmau.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, und Carrie Symonds, Frau des Premierministers Johnson von Großbritannien, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum G7-Gipfel 2022 auf Schloss Elmau.  © Peter Kneffel/dpa
Kanzler Scholz und seine Frau Britta Ernst (Mitte) mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte Macron (r.).
Kanzler Scholz und seine Frau Britta Ernst (M.) mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte Macron (r.). © Tobias Schwarz/AFP
Kanzler Olaf Scholz (l.), dessen Frau Britta Ernst und US-Präsident Joe Biden laufen zum Tagungsort des G7-Gipfel auf Schloss Elmau.
Kanzler Olaf Scholz (l.), dessen Frau Britta Ernst und US-Präsident Joe Biden laufen zum Tagungsort des G7-Gipfel auf Schloss Elmau. © Tobias Schwarz/AFP
Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum Schloss Elmau.
Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum Schloss Elmau. © Peter Kneffel/dpa
Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, und Amelie Derbaudrenghien, Partnerin des Präsidenten Michel des Europäischen Rates, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum G7-Gipfel 2022 auf Schloss Elmau.
Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, und Amelie Derbaudrenghien, Partnerin des Präsidenten Michel des Europäischen Rates, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum G7-Gipfel 2022 auf Schloss Elmau. © Peter Kneffel/dpa
Gruppenbild vor der ersten Arbeitssitzung: (vorne. v.l.) Boris Johnson, Joe Biden und Olaf Scholz, dahinter (v.l.) der japanische Premier Fumio Kishida, Ursula von der Leyen, Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien, Justin Trudeau, Premierminister von Kanada und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich.
Gruppenbild vor der ersten Arbeitssitzung: (vorne. v.l.) Boris Johnson, Joe Biden und Olaf Scholz, dahinter (v.l.) der japanische Premier Fumio Kishida, Ursula von der Leyen, Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, Mario Draghi, Ministerpräsident von Italien, Justin Trudeau, Premierminister von Kanada und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich. © Sven Hoppe/dpa
Italiens Premierminister Mario Draghi wird von Olaf Scholz und dessen Frau Britta Ernst begrüßt.
Italiens Premierminister Mario Draghi wird von Olaf Scholz und dessen Frau Britta Ernst begrüßt.  © Benoit Tessier/AFP
Fumio Kishida, Premierminister von Japan, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum Schloss Elmau.
Fumio Kishida, Premierminister von Japan, beim Gang der Staats- und Regierungschefs sowie ihrer Partnerinnen und Partner zum Schloss Elmau.  © Peter Kneffel/dpa
Joe Biden (r), Präsident der USA, wird von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Britta Ernst, Frau von Bundeskanzler Scholz, zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau begrüßt.
Joe Biden (r), Präsident der USA, wird von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Britta Ernst, Frau von Bundeskanzler Scholz, zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau begrüßt. © Michael Kappeler/dpa
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission (EU), kommt zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission (EU), kommt zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau.  © Michael Kappeler/dpa
EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen mit Olaf Scholz und dessen Frau Britta Ernst.
EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen mit Olaf Scholz und dessen Frau Britta Ernst. © Tobias Schwarz/AFP
US-Präsident Joe Biden und Kanzler Olaf Scholz.
US-Präsident Joe Biden und Kanzler Olaf Scholz. © Tobias Schwarz/AFP
Der japanische Premier Fumio Kishida mit Kanzler Scholz und dessen Ehefrau.
Der japanische Premier Fumio Kishida mit Kanzler Scholz und dessen Ehefrau. © Kerstin Joensson/AFP
US-Präsident Joe Biden mit Kanzler Scholz und dessen Frau Britta Ernst.
US-Präsident Joe Biden mit Kanzler Scholz und dessen Frau Britta Ernst. © Lukas Barth/AFP
Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, und Carrie Symonds (r), Frau des Premierministers Johnson von Großbritannien, werden von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Britta Ernst (2.v.r.), Frau von Bundeskanzler Scholz, zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau begrüßt.
Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, und Carrie Symonds (r), Frau des Premierministers Johnson von Großbritannien, werden von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Britta Ernst (2.v.r.), Frau von Bundeskanzler Scholz, zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau begrüßt. © Philipp von Ditfurth/dpa
Olaf Scholz mit dem italienischen Premierminister Mario Draghi.
Olaf Scholz mit dem italienischen Premierminister Mario Draghi. © Tobias Schwarz/AFP
Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit Kanzler Olaf Scholz.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit Kanzler Olaf Scholz. © Tobias Schwarz/AFP
Mario Draghi (M), Ministerpräsident von Italien, geht nach seiner Ankunft am Flughafen München an bayerischen Gebirgsschützen und Trachtlern vorbei.
Mario Draghi (M), Ministerpräsident von Italien, geht nach seiner Ankunft am Flughafen München an bayerischen Gebirgsschützen und Trachtlern vorbei. © Daniel Karmann/dpa

Nach den Erfahrungen aus den vergangenen Tagen und Wochen regt sie aber an, ob nicht ein anderes Format angebracht wäre: „Klar ist der Ausblick im Elmauer Tal sensationell und der Tagungsort gut abzuriegeln – aber muss das wirklich in so einer sensiblen Landschaft stattfinden?“ Ein Tagungsort in Flughafennähe wäre aus ihrer Sicht sinnvoller.

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