Wegen Corona und Bauarbeiten

Gäste in Moosburger Freibad bei Gewitter ungeschützt - Gefahren für Familien befürchtet

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Bei Unwettern fanden Gäste im Moosburger Freibad bislang Unterschlupf im Umkleidegebäude. Das wurde für den Hallenbad-Neubau jedoch abgerissen (hinten im Bild). Derzeit gibt es nur blickdichte Bauzäune als provisorische Sammelumkleide.
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Die Corona-Auflagen und Bauarbeiten haben zur Folge, dass sich Gäste im Moosburger Freibad aktuell nicht vor Unwettern schützen können. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Moosburg – In der Rathausverwaltung und im Moosburger Stadtrat ist man froh, dass der Betrieb im Freibad am Mittwoch, 17. Juni, wieder aufgenommen werden kann. Wie berichtet, sind dazu wegen Corona strenge Hygieneschutzmaßnahmen erforderlich, außerdem sorgt der Neubau des Hallenbads auf dem Freibadgelände für zusätzliche Einschränkungen im Badebetrieb. „Das Freibad leidet heuer unter diesen beiden Erschwernissen“, räumte Bürgermeister Josef Dollinger am Montag in der Stadtratssitzung ein.

Eintritt unter 14 Jahren derzeit nur in Begleitung Erwachsener

Die Auflagen schreiben etwa vor, dass Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren nur in Begleitung von Erwachsenen Zutritt haben – und nicht wie bislang unter sechs Jahren. Dollinger: „Es ist auch nicht erfreulich für die Bevölkerung, wenn heuer maximal 600 Leute ins Bad dürfen.“ Normalerweise zähle man an schönen Tagen über 3000 Gäste. Aber es müssten nun mal alle Vorgaben der Regierung umgesetzt werden. Sämtliche Details seien auf der Homepage der Stadt Moosburg einsehbar, erklärte Dollinger.

Grünen-Stadträtin Verena Kuch, selbst langjährige Badeaufsicht im Freibad, dankte in einer Wortmeldung den Verantwortlichen für die Anstrengungen zur Wiedereröffnung. Gleichzeitig bat sie darum, eine Verstärkung des Personals in Betracht zu ziehen, um den reibungslosen Betrieb und die Umsetzung der komplexen Maßnahmen zu gewährleisten. Außerdem schlug Kuch vor, die Badesaison im Herbst um zwei Wochen zu verlängern, sollte es das Wetter zulassen – als Ausgleich zum späten Start.

Dollinger betonte, er vertraue bei der Personaleinteilung dem Bademeister. „Wir haben die Situation im Griff und sind gut aufgestellt.“ Man denke derzeit außerdem über eine virtuelle Ampel mit roter, gelber und grüner Anzeige auf der städtischen Homepage nach. Dollinger: „Dort können die Besucher vorab schauen, ob das Bad bereits voll, damit sie nicht umsonst rausfahren.“

Bei Unwettern im Schwimmbad: Gefahren für Familien befürchtet

Am Ende der Sitzung, beim Punkt „Anfragen“, sprach Verena Kuch dann noch einmal das Freibad an: „Es gibt dort aktuell – auch wegen Corona – keine Unterstellmöglichkeiten bei Regen oder Gewittern.“ Wie jeder wisse, braue sich im Sommer öfter mal überraschend ein Unwetter zusammen. „Viele Familien stehen dann vor dem Problem, dass sie mit ihren Kindern nicht mehr heimfahren können.“ Mit kleinen Kindern radle man eben nicht durch ein Gewitter nach Hause. „Da werden die Besucher jetzt und auch nach Corona im Regen stehen gelassen“, so Kuch. Sie wünschte sich deshalb von der Stadt, zu überlegen, ob es nicht doch Konzepte gebe, wie man die Menschen schützen könne. „Sie sollten sich schließlich nicht unter Bäumen oder die Rutsche stellen müssen. Das ist sehr gefährlich.“

„Ich gebe Ihnen recht, und wir haben das bereits diskutiert“, antwortete ihr Dollinger. Das Problem sei jedoch, dass man wegen Corona auch in Unterständen Abstände einhalten müsse – „was nicht zielführend ist“. Man könne sich dazu noch einmal mit dem Bademeister zusammensetzen und nach Lösungen suchen, „aber ich sehe da wenig Möglichkeiten, das Problem anzugehen“.

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