VonVolker Ufertingerschließen
In Gauting stehen drei markante Häuser mit dunkler Fassade – die „schwarze Dreisamkeit“. Das Ensemble an der Frühlingstraße hat mehrere Preise gewonnen.
Gauting – Wer die Frühlingstraße in Gauting entlang schlendert, sieht irgendwann die Stirnseite eines markanten, dunkeln Hauses mit Satteldach. Es ist Teil eines Ensembles mit dem Namen „Schwarze Dreisamkeit“. Es besteht aus drei Einfamilienhäusern, die sich um einen Innenhof gruppieren. Die Gestaltung geht ebenso wie der prägnante Name auf den Neuöttinger Architekten Robert Maier zurück. Er sagt: „Gute Architektur ist in meinen Augen die Überführung des regionalen Kontextes in eine klare und zeitgemäße Formensprache unter Verwendung von ehrlichen Materialien.“
Jedes Haus hat 213 Quadratmeter - Garage inklusive
In diesem Fall hat sich Maier die Häuser im Alpenraum zum Vorbild genommen, deren Holzfassaden unter dem Einfluss von Wind und Wetter immer mehr nachdunkeln, bis sie ganz schwarz sind. „Davon haben wir uns inspirieren lassen.“ In die Fassade eingelassen sind eingerahmte Lärchenfenster, die der Front etwas Spielerisches verleihen. So dunkel die Anmutung von außen, so hell sind die Räume im Innern. „Es ist wie bei einer Orange“, so der vielfach prämierte Architekt. „Außen die dunkle Schale, innen das helle Fruchtfleisch.“ Den relativ kompakten Innenraum – jedes Einfamilienhaus umfasst 213 Quadratmeter inklusive Garage – erschließt eine Treppe, die sich auf ungewöhnlichen Wegen durch das Haus schlängelt.
Bauherr war die am Schliersee ansässige Firma „German Design Property“, die das Ziel verfolgt, zeitlose Architekturhäuser zu schaffen. Hinter der Firma verbergen sich die beiden ehemaligen Wintersport-Olympiateilnehmer Gerhard und Anke Blöchl, mit denen Maier schon öfter zusammengearbeitet und Preise gewonnen hat – und anderem ein Wohnhaus in Aubing sowie das Domizil der Blöchls selbst in Schliersee. Die im April 2020 fertig gestellten Häuser an der Frühlingstraße sind längst bezogen, und zwar von drei Familien mit je vier Personen. Kosten dürften solche Häuser mittlerweile an die zwei Millionen Euro. „München ist eben um 60 Prozent teurer als der Bundesdurschnitt“, so der Neuöttinger.
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Aufsehen hat die „schwarze Dreisamkeit“ auch in der Szene erregt. Die Folge: Mehrere Preise, darunter „Best Architekts 23“, eine anspruchsvolle Auszeichnung für die Avantgarde in Europa. Doch nicht nur die Experten sind vom Gautinger Vorzeigeobjekt überzeugt: Das belegt der Publikumspreis „München Architektur“, der ganz ohne Jury auskommt. Wer übrigens glaubt, dass die Zeit der Einfamilienhäuser langsam vorbei ist, könnte sich täuschen. Eine Wohnraumstudie hat ergeben, dass auch die „Generation Z“ – also die heute etwa 25-Jährigen – davon träumen. Als Rückzugsort in einer instabilen Welt.
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