VonVolker Ufertingerschließen
Seit vergangenem Jahr steht das ehemalige „Al Castagno“ leer. Jetzt ist klar, wer die Immobilie erworben hat: die Schober-Stiftung.
Gauting – Was kommt ins ehemalige Restaurant „Al Castagno“? Diese Frage beschäftigt die Stockdorfer, seit das beliebte Restaurant Anfang vergangenen Jahres zugemacht hat. Jetzt herrscht Gewissheit: Das Haus am Kreuzweg, in der Nähe der S-Bahn-Station, ist von der Schober-Stiftung erworben worden. Das bestätigt Eleonore Zwissler, langjährige CSU-Gemeinderätin in Krailling, Ehrenbürgerin ihrer Gemeinde und stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende. „Wir haben eine notariell beglaubigte Urkunde“, sagt sie.
Die Schober-Stiftung, 1996 von Hermann und Charlotte Schober gegründet, verfolgt soziale Ziele. Bevorzugt soll Menschen in Stockdorf und Krailling geholfen werden. „Zweck der Stiftung ist die Unterstützung hilfs- oder pflegebedürftiger Personen, insbesondere behinderter, alter oder kranker Menschen, die Förderung der Altenhilfe, der Hospiz- und Palliativarbeit“, heißt es in der Satzung. Die Stiftung verfügt – wie bei den meisten Stiftungen üblich – über einen Kapitalstock. Mit dem zugeflossenen Eigenvermögen der 2008 verstorbenen Charlotte Schober, Enkelin des Webasto-Gründers Wilhelm Baier, beläuft sich das Grundkapital auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.
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Zuletzt trug sich die Stiftung mit dem Plan, neben dem Caritas-Altenheim in Krailling eine Anlage für Betreutes Wohnen zu errichten. Allerdings stieß der Neubau mit 38 Wohnungen auf den Widerstand von Naturschutzverbänden. Außerdem zog sich das Projekt in die Länge. Weil sieben Jahre nach dem Aufstellungsbeschluss noch immer kein Zeitpunkt für einen möglichen Spatenstich in Sicht war, zog sich die Stiftung im Herbst 2022 als Investor zurück. Was konkret im „Al Castagno“ passieren wird, steht laut Zwissler noch nicht fest: „Es gibt keine konkreten Pläne, darüber werden wir demnächst im Stiftungsrat sprechen.“ Gedacht sei möglicherweise an bezahlbaren Wohnraum. Besonderen Charme hat für die Stiftung die Immobilie auch, weil Charlotte Schober „in unmittelbarer Umgebung aufgewachsen ist“. Es gibt also auch einen persönlichen Bezug.
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Erledigt sind damit Spekulationen, dass ins Erdgeschoss Ferienwohnungen kommen. Mit einem entsprechenden Antrag hatte sich jüngst der Gautinger Bauausschuss beschäftigt und einen Vorbescheid mit knapper Mehrheit gebilligt. Offenbar hat es sich nicht um den offiziellen Eigentümer gehandelt, sondern um jemanden, der die Immobilie erwerben wollte – erfolglos.
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