Förmliche Verabschiedung im Ferienausschuss

Wechsel im Gemeinderat: Vilgertshofer geht, Haller kommt

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Mit einem kleinen Präsent verabschiedete Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger Michael Vilgertshofer in der Sitzung des Ferienausschusses.
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Michael Vilgertshofer (CSU) hat zum 1. August sein Mandat als Gemeinderat niedergelegt. Im Ferienausschuss wurde er verabschiedet. Für ihn rückt Isabella Haller nach.

Gauting - Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger fiel es sichtlich schwer, Michael Vilgertshofer vom Amt als Gemeinderat zu entbinden. „Ich verzichte auf Dich mit schwerem Herzen und verdrücke eine Träne“, sagte sie. Doch ihr blieb keine Wahl. Der Stockdorfer hatte in einem Brief vom 22. Juli der Gemeinde mitgeteilt, zum 1. August sein Mandat niederlegen zu wollen. Jetzt, im Ferienausschuss am Dienstag, wurde dem Wunsch formell entsprochen. Auch die anderen Fraktionen äußerten Worte des Bedauerns.

Vilgertshofer, 55 Jahre, von Beruf Anwalt, gehört dem Gemeinderat seit zehn Jahren an. Er stammt aus einer politisch interessierten Familie – der Großvater war Staatssekretär unter Ministerpräsident Alfons Goppel. Insofern lief Fraktionschefin Eva-Maria Klinger, ebenfalls Stockdorferin, bei dem Juristen offene Türen ein, als sie ihn fragte, ob er – bis dahin ohne Parteizugehörigkeit – für die CSU bei der Kommunalwahl 2014 kandidieren wollte. Prompt wurde er ins Gremium gewählt und fiel dort über die Jahre mit kompetenten, durchdachten Wortmeldungen auf.

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Seine Fraktion tat sich schwer damit, Vilgertshofer ziehen zu lassen. Maximilian Platzer erklärte, dass dieser mit seinen Kenntnissen den Gemeinderat bereichert habe und „vieles sehr schnell auf den Punkt gebracht hat, wo andere länger gebraucht haben“. Er versprach, ihn in einem anderen Rahmen gebührend zu verabschieden. Kössinger brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass er ins Gremium zurückkehren wird, wenn „die beruflichen Belastungen nicht mehr so stark sind“. Auch die anderen Fraktionen zollten Respekt. Annette Derksen (Grüne) erinnerte an „viele humorige Beiträge“ und lobte im Rückblick den Witz und die Fairness des Ex-Kollegen. Dr. Jürgen Sklarek (MiFü) bezeichnete die Zusammenarbeit mit Vilgertshofer als „immer konstruktiv“.

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Vilgertshofer selbst, der unter den Besuchern saß, hatte eigentlich nicht vor, sich zu äußern. Aber dann wollte er doch ein paar Dinge erläutern. „Es war mir immer eine Ehre, dieses Amt zu bekleiden“, sagte er. Er versicherte, dass er ein gewähltes Amt niemals leichtfertig aufgeben würde, aber: „Es erfordert viel Zeit und Ruhe. Und beides habe ich im Moment nicht.“ Keinen Hehl machte er auch daraus, dass ihm die Schärfe der Diskussionen, etwa beim Thema Windkraft, zugesetzt hätte. Am Schluss wünschte er dem Gemeinderat „gute Beratungen und gute Ergebnisse“.

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Nachfolgerin wird Isabella Haller. Die 24-Jährige ist gebürtige Gautingerin und hat das Otto-von-Taube-Gymnasium besucht. Zurzeit arbeitet sie im Personalbereich (“Human Ressources“) und macht nebenher ihren Master in Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius. Nach ihrem Abitur hatte sie eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin absolviert. Einige Jahre lang in der JU aktiv, trat sie zur Kommunalwahl 2019 in die CSU ein, kandidierte auf Listenplatz 20 und holte 2554 Stimmen. „Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete“, sagt sie mit Blick auf ihren Vorgänger. Ihr geht es zunächst darum, sich zurechtzufinden. „Ich bin mir der Verantwortung bewusst, im Interesse der Gautinger Bürgerinnen und Bürger tätig zu sein und freue mich auf konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat“, sagt sie auf Nachfrage des Starnberger Merkur.

Der Wechsel ist bereits der siebte in der laufenden Amtsperiode seit den Wahlen 2019. Schon vor der konstituierenden Sitzung war CSU-Kandidat Prof. Hans-Michael Krepold verstorben, für ihn rückte Martin Elsnitz nach. Bei den Grünen gab es zwei Wechsel: Claudia Nothaft ersetzte Susanne Köhler und Heiko Braun Anne Franke. Bei der UBG rückte Dr. Andreas Albath für Kirsten Platzer nach, bei MfG Axel Höpner für Tarek Luft, bei der SPD Oliver Meyer für Eberhard Brucker.

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