Zum Todestag der Geschwister Scholl

Gedenkkonzert für „Weiße Rose“ wandert von der Uni München ins Stadttheater Weilheim

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Laden zum Gedenkkonzert am 25. Februar im Stadttheater Weilheim ein: (v.l.) Pianist Jürgen Geiger, Kulturreferentin Ragnhild Thieler und Theatermacher Thomas Ritter.
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So eine Veranstaltung hat Weilheim noch nicht erlebt: Ein außergewöhnliches Gedenkkonzert im Stadttheater würdigt am 25. Februar die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Das Programm zum Todestag der Geschwister Scholl fand bislang in der Münchner Uni statt.

Weilheim – Mit Worten zu beschreiben, was genau die Besucher an diesem Abend erwartet, das ist gar nicht so einfach. Nicht einmal für die Macher selbst. „Es ist kein reines Konzert, aber auch kein Theaterstück“, erklärt Initiator Thomas Ritter: „Es ist eine Mischung aus Musik, Texten und Bewegungstheater.“ Auch das Licht spiele eine wichtige Rolle und nicht zuletzt die Ruhe. „Gedenken anders gestalten“, das ist das Ziel der Produktion.

Die Macher wollen auch ein junges Publikum ansprechen

Auftreten werden zwölf Studierende, die der von Ritter geleiteten Theatergruppe „Die Wolken“ in München angehören, und der wohlbekannte Weilheimer Musiker Jürgen Geiger. Sie gestalteten auf Einladung der Weiße-Rose-Stiftung bereits mehrfach viel beachtete Weiße-Rose-Gedenkkonzerte im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nun findet diese Veranstaltung erstmals in Weilheim statt – drei Tage nach dem 80. Todestag der Geschwister Scholl und übertragen auf die dortige Bühnensituation. Glücklich über dieses Gedenken in Form eines hochkarätigen Konzerts zeigt sich Ragnhild Thieler, die Kulturreferentin des Stadtrats. Sie hofft auf zahlreiche Besucher im Stadttheater, auch auf junge Leute. Der Eintritt ist – auch dank Sponsoren – frei.

Ein Weilheimer Pianist, international gefragt

Jürgen Geiger (47), Kirchenmusiker in Weilheim sowie international gefragter Orgel- und Klaviersolist, wird am Flügel unter anderem Beethovens „Sturmsonate“ und das „Regentropfen-Prélude“ von Frédéric Chopin spielen sowie eigene Improvisationen. Um das Instrument herum seien fast durchweg die jungen Darsteller präsent, verspricht Theatermacher Ritter: „Musik und Text greifen eng ineinander.“

„Weiße Rose“ hatte Kontakte nach Weilheim

Neben geläufigen Zitaten von Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst und ihren Mitstreitern baue man auch Unbekannteres aus ihren Biografien ein – „in Verneigung vor dem aktiv geleisteten Widerstand der ,Weißen Rose’“. In den Szenen und Bewegungssequenzen gehe es um die Träume und die Hoffnungen der jungen Widerstandskämpfer, um „die Wege, die sie gegangen sind“, um ihre Standhaftigkeit und Konsequenz bis hin zum Tod, ihrer Hinrichtung im Februar 1943 durch die Nationalsozialisten.

Die Botschaften der Widerstandskämpfer ins Heute bringen

Auch auf Bezüge nach Weilheim werde eingegangen: „So hatte Liesl Königer vom Gmünder Hof Kontakte zur Weißen-Rose-Gruppierung“, heißt es in der Ankündigung. Zudem wollen die Künstler einen Bogen zur Gegenwart schlagen. „Es ist uns ganz wichtig, die Botschaft der ,Weißen Rose’ ins Heute zu bringen“, sagt Geiger. Die Inszenierung, ergänzt Ritter, solle einen Raum öffnen, „die Gedanken dieser jungen, äußerst mutigen Menschen weiter zu denken“.

Der Zeitpunkt dafür könnte nicht besser passen, so die Überzeugung von Kulturreferentin Ragnhild Thieler: „Wir leben in ernsten Zeiten, in Zeiten der Unruhe.“ So gehe es nicht nur ums Gedenken, betont die 77-Jährige – „das Thema ist sehr aktuell“.

Das Gedenkkonzert

beginnt am Samstag, 25. Februar, um 19 Uhr im Stadttheater Weilheim. Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Deckung der Unkosten wird gebeten. Veranstalter ist der Weilheimer Verein „Classic Concerts“.

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