Die SPD in München will neue Wege im Wohnungsbau gehen. Ein Hamburger Modellprojekt zeigt, wie Baukosten um bis zu 2000 Euro pro Quadratmeter gesenkt werden können.
München – Bauen wie in Hamburg – das will die SPD in München. Die Genossen haben dazu am Dienstag mehrere Anträge gestellt. Hintergrund: In der Hansestadt läuft ein Pilotprojekt, bei dem im Neubau von den bekannten Standards abgewichen wird. Über die „Initiative kostenreduziertes Bauen“ ist dabei – auch in Kooperation mit der Bauwirtschaft – ein Modell für günstigeren Wohnungsbau und damit günstige Mieten geschaffen worden.
Hamburger Standard beim Wohnungsbau in München: Baukosten könnten um bis zu 2000 Euro sinken
Laut Martina Koeppen, SPD-Fachsprecherin für Stadtentwicklung in der Hamburgischen Bürgerschaft, ließen sich je nach gewähltem Modul die Baukosten um bis zu 2000 Euro pro Quadratmeter reduzieren. Dabei gehe es um Fragen, ob etwa jede Wohnung einen Balkon brauche. Oder ob dieser dann einen Schallschutz benötige. Aber auch um energetische Standards, wie dick die Dämmung sein muss. Und auch bei den Bauvorschriften, bei den Prozessen, wird abgespeckt. So soll ein Bauteam bereits bei den ersten Planungen für ein Projekt den Kontakt mit der Genehmigungsbehörde suchen, damit nicht am Ende des Prozesses neu geplant werden muss, weil irgendwas den Vorgaben nicht entspricht.
Aktuell entstehen nach diesem skizzierten neuen Hamburger Standard im Wilhelmsburger Rathausviertel 1900 Wohnungen für 3000 Euro statt 4600 Euro pro Quadratmeter, was dem Durchschnittspreis für Neubau in Hamburg entspricht. In München liegt er bei über 5000 Euro.
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Hamburger Standard beim Wohnungsbau in München: „Steigende Mieten müssen gestoppt werden“
„Wir brauchen dringend mehr Wohnungen in unserer Stadt, aber die Baukosten sind in den vergangenen Jahren heftig gestiegen“, sagt SPD-Chef Christian Köning. Allein zwischen 2021 und jetzt um 34 Prozent. „Daher verbessern wir die Bedingungen für den Wohnungsbau, weil auch die steigenden Mieten gestoppt werden müssen.“ SPD-Stadträtin Simone Burger: „Wir müssen die Akteure stärken, die sich darum kümmern, dass jeder ein Dach über dem Kopf hat: Genossenschaften und Arbeitgeber mit Werkwohnungen sind darauf angewiesen, dass ihre Anträge schnell bearbeitet werden.“