Anträge an die Stadt

Nach Großmarkt-Gau in München: Politiker fordern Wohn-Wumms in Sendling – „Warum nicht neu denken?“

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Viertel-Politiker fordern einen neuen Plan für das Großmarkt-Areal in Sendling. Ein Architekt hat bereits ein Konzept erstellt – für bis zu 6000 Wohnungen.

München – Die Zukunft der Großmarkthalle in München ist weiterhin ungewiss. Der Rückzug von Investor Ralf Büschl stellt die Stadt vor Probleme und die Frage: Soll das Umschlagzentrum in Sendling bleiben oder nicht? Im Münchner Stadtrat gehen die Meinungen dazu auseinander, final hat sich noch keine Fraktion zu einem Beschluss durchringen können. Einzig der Auftrag an die Verwaltung, alle Optionen zu prüfen, ist verbrieft. „Wir stehen nun leider wieder am Anfang“, sagt Grünen-Stadtrat Christian Smolka. „Denkverbote darf es dabei nicht geben.“

Der Münchner Architekt Tilmann Rohnke hat ein Konzept für den Wohnungsbau erstellt.

Großmarkthalle in München: SPD im Bezirksausschuss verlangt Runden Tisch von der Verwaltung

Im zuständigen Bezirksausschuss (BA) sind die Politiker ein Stück weiter. Das Gremium stimmte dem Vorschlag der SPD zu, das Kommunalreferat soll noch in diesem Jahr einen Runden Tisch mit dem BA und den Händlern einberufen. „Die Händler und die Menschen in Sendling haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es weitergeht“, sagt BA-Chef Markus Lutz (SPD).

Das Gremium stimmte zudem mehrheitlich einem Antrag der Grünen und der ÖDP an das Kommunalreferat zu, das Gelände neu zu planen. Dabei soll das Grundstück in städtischer Hand bleiben, ein neues Konzept soll den Fokus auf regionale Versorgung legen. Und es soll ein Bebauungsplan erstellt werden, der ein autofreies Viertel vorsieht, bezahlbare Wohnungen sowie Schulen, Kitas, Begegnungsflächen sowie Raum für Gewerbe und Kultur.

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Großmarkthalle in München: Architekt erstellt Konzept für bis zu 6000 Wohnungen

Wie eine solche Wohnbebauung beispielhaft aussehen könnte, hat der Münchner Architekt Tilmann Rohnke auf eigene Initiative ausgearbeitet. Über die Pläne hatte zunächst die Süddeutsche Zeitung berichtet. Das Konzept des Architekten sei demnach als Diskussionsgrundlage zu verstehen. Es sieht dicht, aber nicht hoch bebaute Quartiere vor. Das Ganze könnte autofrei gestaltet werden, auch ein neuer Park ist angedacht. Die denkmalgeschützten Gebäude würden erhalten. Vorstellbar wären zudem 5000 bis 6000 Wohnungen – je nachdem, wie viel Flächen für Kitas, Schulen oder kulturelle Einrichtungen gebraucht würden.

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind

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Im Herzen von München liegt der Marienplatz, wo Besucher auch das Rathaus finden. Für viele womöglich überraschend: der Stadtbezirk Altstadt-Lehel ist flächenmäßig der kleinste Münchens.  © IMAGO/Michael Nguyen
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Kein Wahrzeichen, auf das die Bewohner immer stolz sind: der Hauptbahnhof ist Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Kunstinteressierte kommen im Museum Brandhorst auf ihre Kosten. Es liegt in der Maxvorstadt, die zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt angrenzt und im Osten durch den Englischen Garten begrenzt wird. © IMAGO/imageBROKER/Werner Dieterich
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Der neu gestaltete Elisabethmarkt in Schwabing-West. Mit 151 Einwohnern je Hektar (Angabe der Landeshauptstadt) weist er die höchste Einwohnerdichte aller Bezirke auf.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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1000 Kilometer nach Bordeaux: das sogenannte „Franzosenviertel“ befindet sich im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Die beiden Vorstädte sind im Jahr 1854 eingemeindet worden. © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Erholungssuchende aus Sendling kommen gerne an den Flaucher, um sich zu erfrischen. Zentrum des Wirtschaftslebens im Stadtbezirk 6 ist die Großmarkthalle. © IMAGO/Ulrich Wagner
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Eine kurze Auszeit an einem sonnigen Wintertag: Auf diesem Foto genießt sie ein Münchner im Westpark, Teil des Stadtbezirks Sendling-Westpark. © IMAGO/S.Gottschalk
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Der Quartiersplatz auf der Schwanthalerhöhe. „Der Stadtbezirk weist sowohl die zweithöchste Einwohnerdichte als auch den zweithöchsten Ausländeranteil unter allen Münchner Bezirken auf“, heißt es vonseiten der Stadt.  © IMAGO/STL
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Was fürs Auge: Schloss Nymphenburg, die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. © IMAGO
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1924 bis 1929 nach den Plänen von Bernhard Borst erbaut: die Borstei in Moosach.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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Das Olympische Dorf bei Nacht; es gehört zum Stadtbezirk 11 (Milbertshofen- Am Hart).  © IMAGO/POSS ROLF
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Abendlicher Autoverkehr auf der Leopoldstraße. Sie ist die wohl renommierste im Bezirk Schwabing-Freimann. © IMAGO
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Wacht über Bogenhausen: der beeindruckende Friedensengel. Zum Bezirk gehören auch Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Daglfing und Zamdorf.  © xChristoph_Lischetzkix via imago
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Berg am Laim gehört zu den kleineren Stadtbezirken Münchens. Hier im Bild ist das unweit des Ostbahnhofes gelegene Werksviertel zu sehen.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Ein Sommertag am Buga-See. Hier baden Bewohner des Bezirks Trudering-Riem. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Der Pfanzeltplatz (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach) hat sich seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. © Imago
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Auf der Tegernseer Landstraße bewegen sich vornehmlich Menschen, die im Bezirk Obergiesing-Fasangarten leben. © Jens Hartmann
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Wie es beim TSV 1860, der seine Heimspiele im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße austrägt, läuft, treibt viele Menschen in Untergiesing-Harlaching um. © imago sportfotodienst
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Ein Surfer vergnügt sich an der Floßlände; in einem Stadtbezirk mit nicht unkompliziertem Namen: Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. © STL via www.imago-images.de
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Abendstimmung am Klinikum Großhadern. Der 20. Stadtbezirk Hadern bildet den südwestlichen Stadtrand Münchens.  © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Ja, auch Pasing hat seinen Marienplatz. Gemeinsam mit Obermenzing bildet das Viertel seit 1992 einen Bezirk. © Imago
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Blick auf den Langwieder See, Teil des westlich gelegenen Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied. © IMAGO/Sachelle Babbar
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Ländliche Atmosphäre an einem winterlichen Tag in Allach-Untermenzing. © xmeinzahnx via imago-images.de
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Sehr divers: der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl; hier im Blick ist der Blick auf die Feldmochinger Kirche zu sehen. © Copyright: xDreamstimexMolly100x
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Gerade wird viel gebaut in Laim; die Fürstenrieder Straße gilt als Lebensader des Viertels.  © Marcus Schlaf

„Warum nicht neu denken?“, fragt Grünen-Politikerin Dagmar Irlinger. „Wir glauben, dass das Gelände in städtischer Hand bleiben sollte. Und wir wünschen uns ein Konzept, das die regionale Versorgung mit Lebensmitteln in den Mittelpunkt stellt – und nicht eins, das hauptsächlich einen großen Umschlagplatz dort verortet.“

Großmarkthalle in Sendling: Viertelpolitiker wollen regionale Versorgung in den Fokus rücken

Momentan würden 85 Prozent der nach Sendling transportierten Lebensmittel nur auf den nächsten Lastwagen umgeladen – dafür sei das Gelände zu wertvoll. „Wie wird regionale Lebensmittel-Versorgung in Zukunft sein“, fragt mit Florentine Schiemenz (ÖDP). „Das ist existentiell. Wir sollten die Weichen stellen für ein Konzept, das den nächsten drei Generationen dient.“

Rubriklistenbild: © Rohnke

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