Nach Großmarkt-Gau in München: Politiker fordern Wohn-Wumms in Sendling – „Warum nicht neu denken?“
VonSascha Karowski
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Viertel-Politiker fordern einen neuen Plan für das Großmarkt-Areal in Sendling. Ein Architekt hat bereits ein Konzept erstellt – für bis zu 6000 Wohnungen.
Das Gremium stimmte zudem mehrheitlich einem Antrag der Grünen und der ÖDP an das Kommunalreferat zu, das Gelände neu zu planen. Dabei soll das Grundstück in städtischer Hand bleiben, ein neues Konzept soll den Fokus auf regionale Versorgung legen. Und es soll ein Bebauungsplan erstellt werden, der ein autofreies Viertel vorsieht, bezahlbare Wohnungen sowie Schulen, Kitas, Begegnungsflächen sowie Raum für Gewerbe und Kultur.
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Großmarkthalle in München: Architekt erstellt Konzept für bis zu 6000 Wohnungen
Wie eine solche Wohnbebauung beispielhaft aussehen könnte, hat der Münchner Architekt Tilmann Rohnke auf eigene Initiative ausgearbeitet. Über die Pläne hatte zunächst die Süddeutsche Zeitung berichtet. Das Konzept des Architekten sei demnach als Diskussionsgrundlage zu verstehen. Es sieht dicht, aber nicht hoch bebaute Quartiere vor. Das Ganze könnte autofrei gestaltet werden, auch ein neuer Park ist angedacht. Die denkmalgeschützten Gebäude würden erhalten. Vorstellbar wären zudem 5000 bis 6000 Wohnungen – je nachdem, wie viel Flächen für Kitas, Schulen oder kulturelle Einrichtungen gebraucht würden.
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„Warum nicht neu denken?“, fragt Grünen-Politikerin Dagmar Irlinger. „Wir glauben, dass das Gelände in städtischer Hand bleiben sollte. Und wir wünschen uns ein Konzept, das die regionale Versorgung mit Lebensmitteln in den Mittelpunkt stellt – und nicht eins, das hauptsächlich einen großen Umschlagplatz dort verortet.“
Großmarkthalle in Sendling: Viertelpolitiker wollen regionale Versorgung in den Fokus rücken
Momentan würden 85 Prozent der nach Sendling transportierten Lebensmittel nur auf den nächsten Lastwagen umgeladen – dafür sei das Gelände zu wertvoll. „Wie wird regionale Lebensmittel-Versorgung in Zukunft sein“, fragt mit Florentine Schiemenz (ÖDP). „Das ist existentiell. Wir sollten die Weichen stellen für ein Konzept, das den nächsten drei Generationen dient.“