VonSascha Karowskischließen
Die Münchner können ihren Plastikmüll ab 1. Januar 2027 direkt vor der Haustür entsorgen. Der Stadtrat hat jetzt der Einführung der Gelben Tonne zugestimmt.
München – Die Gelbe Tonne ist in München seit Jahren Gegenstand von Debatten, bereits in der vergangenen Amtsperiode des Stadtrates (2014 bis 2020) gab es Initiativen für die Einführung – allen voran von der FDP. Am Donnerstag (5. Juni) hat der Münchner Stadtrat genau das beschlossen: München bekommt die Gelbe Tonne. Die Verwaltung ist jetzt aufgefordert, Verhandlungen mit dem Dualen System zu führen. Ab 1. Januar 2027 müssen die Münchner dann ihren Plastikmüll nicht mehr zur Wertstoffinsel tragen, sondern können ihn in einer Tonne direkt vorm Haus entsorgen. „Für viele ist der Gang zur Wertstoffinsel mit Frustration verbunden – sei es, weil der Container überquillt, sei es, weil das Wetter nicht mitspielt“, sagt SPD-Vize Kathrin Abele.
Einführung der Gelben Tonne: Recyclingquote in München weit unter dem Durchschnitt
Seit Jahren gibt es in München die Wehrstoffinseln, an denen nicht nur Glas eingeworfen wird, sondern auch Verpackungsmüll aus Plastik. Das System funktionierte aber nur wenig, die Recyclingquote in der bayerischen Landeshauptstadt liegt mit sechs Kilogramm pro Einwohner deutlich unter dem bundesweiten Schnitt mit 32 Kilogramm. „München ist bislang ein wirkliches Recycling-Sorgenkind, viel zu viel Verpackungsmüll landet in der Restmülltonne“, sagt Grünen-Vize Sibylle Stöhr.
Um die Müll-Misere zu beheben, hatte sich die Stadt dazu entschlossen, mehrere Systeme in einem Pilotversuch zu testen. Das Ergebnis: Mit der Gelben Tonne wurden deutlich mehr Leichtverpackungen gesammelt als mit Gelbem Sack oder der Wertstofftonne. „Der Pilotversuch hat gezeigt, dass die Gelbe Tonne am besten funktioniert und bei den Bürgern gut ankommt“, sagt Stöhr.
Durch den Wegfall der Plastikmüll-Container gibt es mehr Platz an den Wertstoffinseln
Bei den Verhandlungen mit dem privatwirtschaftlichen Dualen System sei nun darauf zu achten, dass für die Münchner keine Mehrkosten entstehen. Davon ist auszugehen, da es von privaten Unternehmen organisiert und finanziert wird. Hersteller und Vertreiber von Verpackungen zahlen Lizenzgebühren.
Die CSU hatte zwischenzeitlich darauf hingewiesen, dass unklar sei, ob in oder an den Gebäuden in München überhaupt Platz sei für eine weitere Tonne. „Ich bin mir sicher, dass wir dort, wo für eine zusätzliche Tonne wenig Platz ist, gute und pragmatische Lösungen finden werden.“ Und da an den Wertstoffinseln nun Platz frei werde, da die Container für Plastik und Dosen entfernt würden, könnten an dieser Stelle weitere Container für Altglas positioniert werden.
