VonFranziska Konradschließen
Für den Geltinger Dorfladen hat die Genossenschaft in diesem Jahr noch viele Pläne. So will das Geschäft seine Produkte künftig auch online verkaufen - dazu haben die Mitglieder schon genaue Ideen.
Gelting – Eines stand nach der Generalversammlung des Geltinger Dorfladens fest: Hier tut sich etwas. Die Genossenschaft hat in diesem Jahr noch einiges vor. Etwa vierzig Mitglieder folgten am Donnerstagabend der Einladung in den Kindergartensaal. Zu Beginn standen schmucklose Fakten auf dem Programm: Christian Seidl aus dem Vorstand stellte die Bilanz vor. „Das Ergebnis ist ähnlich wie im Vorjahr.“ Der Laden erwirtschaftete einen Umsatz von fast einer halben Million Euro. Dabei entstand ein Gewinn von knapp 6500 Euro. „Nach wie vor sind wir ein sehr finanzstarker Dorfladen,“ betonte Seidl. Das Eigenkapital konnte im Vergleich zu 2017 mit 92 000 Euro etwas erhöht werden. Die Bilanzsumme insgesamt beläuft sich auf 123 000 Euro.
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Vorstandsmitglied Josef Weiß vermutete, dass der Dorfladen 2020 nicht mehr ganz so schwarze Zahl schreiben werde. „Wir haben einiges geplant. Das kostet alles Geld.“ So soll etwa die Theke im Laden erweitert werden.
Wieso nicht mal Neues ausprobieren?“
Außerdem möchte die Genossenschaft in den Onlinehandel einsteigen. „Wieso nicht mal Neues ausprobieren? So können wir neue Verkaufskanäle aktivieren“, sagte Seidl. Das Vorhaben: Zukünftig haben Kunden die Möglichkeit, alle Produkte des Dorfladens online zu bestellen – zum selben Preis wie im Geschäft. Die Auslieferung übernimmt das Online-Marketingunternehmen Diloma aus Geretsried mit elektronischen Lastenrädern. Zudem wolle man einen Brotzeitexpress einführen, Damit könnten sich etwa Firmen aus dem Gewerbegebiet Leberkässemmel zum Mittag direkt in die Arbeit bringen lassen, erklärte Seidl. Beliefert werden sollen zunächst Geretsried, Wolfratshausen und Eurasburg. Seidl: „Das Projekt läuft jetzt an. Unser Ziel ist, den Onlinehandel im August oder September zu starten.“
Onlinehandel soll im August oder September starten
Ein Mitglied äußerte Bedenken, das Konzept könne die Kunden aus dem Dorfladen treiben. Seidl entgegnete jedoch, dass es sich bei dem Projekt um kein Ersatzgeschäft, sondern nur um eine Ergänzung handle. Die Generalversammlung einigte sich letztendlich darauf, den Onlinehandel für ein Jahr auszuprobieren – danach sehe man weiter.
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Eine Wahl stand an diesem Abend ebenfalls auf der Tagesordnung: Aufsichtsrätin Michaela Tippelt stellte sich ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl – und wurde einstimmig erneut in ihrem Amt bestätigt. Neue Gesichter gibt es hingegen bei den Teamleitern: Kathy Ertl und Vera Kraus widmen sich künftig dieser Aufgabe.
Die Veranstaltung endete mit einem Abschied: Gründungsmitglied Franz Wirtensohn steigt nach über zehn Jahren aus dem Vorstand aus: „Der Dorfladen war mir schon immer eine Herzensangelegenheit. Ich habe mich mit allen Kräften und allem was ich hatte reingehängt.“ Wirtensohn bedankte sich für die schöne Zeit und wünschte dem Dorfladen für die Zukunft viel Erfolg, „auch wenn mich seine Neuerlichkeiten ein bisserl skeptisch machen“. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende betonte jedoch, er werde dem Dorfladen weiterhin ein treuer Kunde bleiben.
Mitglied Peter Mellwig erinnerte bei einer Abschiedsrede an die Anfangszeiten des Dorfladens. Sein Resümee: „Franz, du bist bis heute einfach der Vater des Dorfladens.“
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