VonGabi Wernerschließen
In Bad Wiessee entsteht ein Hospiz. Damit ein würdevolles Abschiednehmen möglich ist, braucht es ein besonderes Raumkonzept. Der Gemeinderat hat nun den Entwürfen für einen Neubau zugestimmt.
Bad Wiessee – Die Marion-von-Tessin-Stiftung hat als Bauherrin den Architekten Johannes Wegmann mit der Planung ihres Oberland Hospizes am Löblweg in Bad Wiessee beauftragt. Der Schlierseer stellte Entwurf und Konzept nun im Gemeinderat vor. „Es ist eine ganz eigene Aufgabe, die hier zu lösen ist“, schickte Wegmann seinen Ausführungen voraus.
Alle Gäste des Hospizes sollen auf einer Ebene betreut werden können
Geplant sind zwölf Zimmer, die für Menschen gedacht sind, die am Ende ihres Lebensweges stehen. Die Betreuung dieser Gäste, so erläuterte Wegmann, sei auf wenige Pflegekräfte reduziert. Deshalb sei es notwendig, die Zimmer allesamt auf einer Ebene unterzubringen. Entstehen solle folglich ein Baukörper, der sich weniger in die Höhe als vielmehr in die Fläche erstrecke. Der größte Teil des geplanten Baukörpers ist erdgeschossig, nur ein kleiner Teil soll mit einem Obergeschoss ausgestattet werden. Um der Natur wieder etwas zurückzugeben, ist das Dach als begrüntes Flachdach geplant. Laut Wegmann wird es auch eine Teilunterkellerung mit Tiefgarage und Technikräumen geben.
Denkmalgeschützte Kapelle neben dem Josefheim bleibt bestehen
„Das wird ein ruhiger und niedriger Baukörper“, erläuterte er. Unten sind neben den Gästezimmern unter anderem Räume für die Verwaltung und die Rezeption vorgesehen, oben ein Appartement und ein Schulungsraum. Während das bestehende Josefheim – derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt – abgerissen werden muss, bleibt die denkmalgeschützte Kapelle erhalten und solle „in behutsamer Weise in die Gesamtkonzeption eingebunden werden“, wie Bauamtsleiter Anton Bammer erläuterte.
Gemeinderäte begrüßen soziale Nutzung des Areals am Löblweg
Die Gemeinderäte, die das Konzept bereits aus nicht öffentlicher Sitzung kannten und sich vor Ort ein Bild gemacht hatten, waren allesamt angetan von den Planungen. „Wir können uns glücklich schätzen, dass so eine Nutzung mit sozialem Aspekt auf diesem Grundstück kommt“, meinte CSU-Sprecher Florian Sareiter. Nicht nur das Tegernseer Tal, die gesamte Region profitiere von dieser Einrichtung. Sareiter war dafür, der Empfehlung Bammers zu folgen und einen neuen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen. „Wir müssen den sensiblen Bereich um Alt-Wiessee schützen, damit sich bauliche Unglücke hier nicht weiter fortsetzen“, sagte er.
Oberland Hospiz soll ein begrüntes Flachdach bekommen
Bernd Kuntze-Fechner (SPD) plädierte ebenfalls für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans und betonte: „Ich bin sehr froh, dass an dieser Stelle ein Zweck verwirklicht wird, der wichtig ist fürs ganze Tegernseer Tal.“ Ähnlich sah es Johannes von Miller (Grüne). Er hätte das Josefheim als „Haus mit langer Geschichte“ zwar gerne erhalten, erkannte aber doch die Notwendigkeit eines Neubaus. „Es ist schnell klar geworden, dass es hier etwas Modernes braucht“, meinte von Miller. Auch Bauamtsleiter Bammer war zufrieden. Er sei zwar eigentlich kein Freund von Flachdächern, aber in diesem Fall sei dies genau das Richtige, sagte er.
Gemeinderat segnet Aufstellung eines neuen Bebauungsplans einhellig ab
Einstimmig sprach sich der Gemeinderat schließlich für die Aufstellung eines Bebauungsplans der Innenentwicklung für das Gelände am Löblweg aus. Läuft die Planung weiterhin reibungslos, so könnte nächstes Jahr bereits der Spatenstich erfolgen. Die Eröffnung des Hospizes peilen die Stiftung sowie der Hospizkreis Miesbach und ein eigens gegründeter Förderverein wie berichtet für Herbst 2024 oder Frühjahr 2025 an.
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