Nach Lenggrieser Vorbild

Gemeinde Gaißach greift Senioren unter die Arme

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Viele Senioren wünschen sich Hilfestellung im Alltag, zum Beispiel im Haushalt.

Nach dem Vorbild des Lenggrieser Vereins „Nur a bisserl Zeit“ möchte nun auch die Gemeinde Gaißach eine Initiative anstoßen, die alten und hilfsbedürftigen Menschen im Dorf bei der Bewältigung ihres Alltags zur Seite steht.

Gaißach – „Was vor drei Jahren mit dem Gaißacher Asylhelferkreis gut funktioniert hat, das sollte jetzt auch bei Hilfen für bedürftige Einheimische klappen“, gab sich Bürgermeister Stefan Fadinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstag optimistisch. Gemeinderätin Susanne Merk (sie ist die Referentin für Soziale Angelegenheiten, Senioren- und Behindertenbeauftragte) gab dem Gremium zunächst eine Art Bestandsaufnahme, welche konkreten Wünsche und Hilfsersuchen in der letzten Zeit an sie herangetragen worden sind.

„Gefragt worden bin ich von verschiedenen Seiten hauptsächlich nach Haushaltshilfen, Einkaufshilfen, Besuchsdiensten, Arztfahrten und Tagesmüttern“, berichtete Merk und stellte fest: „Der Bedarf ist auch in Gaißach ganz klar gegeben.“ Das Lenggrieser Modell auf Vereinsbasis sah sie als vorbildlich an, dort würden sich mittlerweile 80 Ehrenamtliche für ihre hilfsbedürftigen Mitbürger engagieren.

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„Seit dem Drama von Höfen wollen sich Betroffene lieber von einheimischen Hilfskräften unterstützen lassen“, betonte sie. Solche Helferinnen und Helfer könne man zum Beispiel aus dem Kreis rüstiger Rentner, Studenten und älterer Schüler gewinnen. Auch eine kleine Honorierung der Hilfen könnte möglich sein.

„Das Ganze kann aber nur funktionieren, wenn man die Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilt“, betonte Merk. Beachten müsse man auch Fragen des Rechts-, Versicherungs- und Datenschutzes.

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Bevor man in Gaißach über eine Rechtsform (zum Beispiel einen eingetragenen Verein) für die Hilfen nachdenkt, möchte man zunächst einmal ermitteln, wie viele Mitbürgerinnen und Mitbürger überhaupt Interesse daran haben, sich dafür zu engagieren. Das Rathaus steht voll hinter dem Vorhaben und bittet jetzt alle Interessierten, sich unter Telefon 08041/8047-10 an die Gemeinde zu wenden.

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Die Gemeinderätinnen Susanne Merk und Renate Schlosser wollen dann die Koordinierung in die Hand nehmen und zu einem ersten Treffen einladen. Denkbar ist, dass man dazu auch die Lenggrieser Vorsitzende von „Nur a bisserl Zeit“, Birgitta Opitz, zu einem Vortrag einladen wird. Wenn die Gemeinde ein Konzept für die Hilfen vorlegt, kann sie übrigens auch auf eine staatliche Anschubfinanzierung hoffen.

Rainer Bannier

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