Wie geht‘s weiter?

Wellenberg Oberammergau: Gemeinderat geht in Klausur - Freibadbetrieb endet am Wochenende

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Noch bis kommenden Sonntag läuft der Freibadbetrieb des Oberammergauer Wellenbergs.
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Der Wellenberg liegt den Oberammergauern am Herzen. Doch wie sieht die Zukunft des Schwimmbads aus. Die Gemeinderäte stecken am Wochenende die Köpfe zusammen und sprechen über das Investoren-Verfahren.

Oberammergau – Vorbei sind die Glanzzeiten des Oberammergauer Wellenbergs. Als Besucher drinnen noch ihre Bahnen ziehen, sich im Sprudelbecken die Muskeln massieren lassen und die Rutschen hinuntergleiten konnten. Oder als sie sich im Außenbereich im kalten Bergwasser erfrischten. Seit Herbst 2022 hat das Schwimmbadgebäude dauerhaft geschlossen. Am Pfingstsamstag läutete die Gemeinde den abgespeckten Freibadbetrieb ein. Der geht nun am Sonntag, 10. September, zu Ende. Was die Zukunft bringt, das bleibt weiter abzuwarten.

Ob die Kommune auch 2024 an dem Angebot festhält und in welcher Form, darüber muss der Gemeinderat erst noch befinden. Das Gremium wird sich demnächst mit dem Thema auseinandersetzen, kündigt Bürgermeister Andreas Rödl (CSU) an. Der Wille für den Fortbestand ist jedenfalls da. Doch fehlt Personal. Zwei Bademeister stehen zur Verfügung, doch hat sich der Techniker in die Rente verabschiedet. Die Suche nach einem Nachfolger verlief bislang erfolglos. „Ohne Techniker“, sagt der Rathauschef „geht’s nicht.“ Er ist nötig, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Absperrgitter stören Badegäste

Die Rückmeldungen der Gäste in dieser Saison fielen gemischt aus. Die einen freuten sich, dass weiterhin eine Schwimmgelegenheit existiert. Die anderen störten sich vor allem an den zahlreichen Absperrgittern. Im Ort war teilweise von „Baden mit Gefängnisatmosphäre“ die Rede. Rödl weiß freilich, dass die Zäune keinen Schönheitspreis gewinnen. „Da brauchen wir nicht drüber reden“, sagt er. Nur müssen die außer Betrieb genommenen Bereiche abgetrennt sein.

Die Gemeinderäte beschäftigen sich aber nicht nur mit dem Freibadbetrieb. Zuvor gehen sie in Klausur. Am Samstag, 9. September, treffen sich die Ortspolitiker zu einer nicht-öffentlichen Sitzung, bei der sie ausschließlich über das weitere Vorgehen im Investoren-Verfahren beratschlagen. „Um weiterzukommen“, betont Rödl. Mehr darf er nicht verraten. Beim angekündigten Procedere aber bleibt’s. „Sobald das Konzept einmal feststeht, wird es ein Ratsbegehren geben.“ Dann hat’s der Bürger in der Hand. Er kann darüber entscheiden, ob er die Pläne befürwortet oder ablehnt.

Lehrerin plädiert für Erhalt des Schwimmbades

Dass das Schwimmbad in Filetlage revitalisiert wird, darauf dürfte das Gros der Oberammergauer hoffen. Oder die Vertreter der Tourismusbranche. Wobei Rödl zufolge „nichts darauf hinweist, dass weniger Touristen kommen, weil der Wellenberg nicht mehr existiert“. Zu den treuen Kunden gehört auch Susanne Rössler. Erst vor kurzem drehte die Münchnerin dort wieder ihre Runden und vertritt eine klare Haltung, die sie in einem Schreiben ans Tagblatt kundtut: „Für den Charme des Ortes und die Gesundheit der Bürger ist es wichtig, den Wellenberg in vollem Umfang zu erhalten.“

Als Lehrerin an einem Gymnasium richtet sich ihr Blick vor allem auf Kinder und Jugendliche. Seit Corona würden sich diese weniger bewegen, Krankheiten aller Art, darunter Depressionen, zunehmen. Um diesen negativen Entwicklungen entgegen zu wirken, bekräftigt die Pädagogin, sei ein Schwimmbad vor Ort von „unschätzbarem Wert“. Zudem geht sie auf die hohe Zahl von Nichtschwimmern ein. „Es zahlt sich aus, in die Gesundheit der Bürger, ob Jung oder Alt, zu investieren.“

Damit spricht sie explizit die Gemeinde an, von einer Investorenlösung hält die Münchnerin nicht viel. Diese wird die Kommune aber weiter verfolgen. „Man könnte das Verfahren jederzeit beenden“, verdeutlicht der Bürgermeister. „Das wäre aber nicht zielführend.“ Stattdessen versuchen die Gemeinderäte am Samstag, wieder einen Schritt hin zu einem erfolgreichen Verhandlungsabschluss zu machen.

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