Nächste Erhöhung für 1500 Holzkirchner Kunden

Gas wird wieder teurer: Gemeindewerke geben „Gas-Umlage“ an Kunden weiter

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Ein Gaszähler zeigt den Verbrauch eines privaten Haushaltes an.
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1500 Gaskunden der Gemeindewerke Holzkirchen müssen ab Oktober erneut tiefer in die Tasche greifen: 3,63 Cent mehr kostet dann die Kilowattstunde, es handelt sich um die vom Bund beschlossenen „Gas-Umlagen“. Und die nächste Erhöhung ist schon absehbar.

Holzkirchen – So häufig springen die Gaspreise nach oben, dass man als Verbraucher schon mal den Überblick verlieren kann. Die Gemeindewerke Holzkirchen erhöhen zum 1. Oktober erneut die Arbeitspreise. „Wir geben aber nur die von der Politik beschlossenen Gas-Umlagen weiter“, betont Juliane Kremer, Leiterin der Verbrauchsabrechnung und des Kundenservices der Gemeindewerke auf Anfrage.

Insgesamt sind dies brutto 3,63 Cent je Kilowattstunde; den Löwenanteil macht die Gasbeschaffungs-Umlage aus (brutto 2,879 Cent), dazu kommen die Bilanzierungs-Umlage (0,7 Cent) und die Gasspeicherumlage (0,07 Cent). Betroffen sind alle rund 1500 Kunden, sowohl in der sehr teuren Grundversorgung als auch im örtlichen Sondertarif „Holzkirchner Gas A 2022“. Für einen Zwei-Personen-Haushalt sind das, bei einem Verbrauch von 8000 bis 12 000 kWh, jährliche Mehrkosten von 300 bis 430 Euro.

Die parallel ständig steigenden Beschaffungskosten geben die Gemeindewerke in dieser Preisrunde noch nicht weiter. „Dabei gehen die Preise weiter durch die Decke“, sagt Kremer, „momentan ist leider auch kein Ende abzusehen.“ Die Gemeindewerke profitieren teilweise noch von günstigen Gas-„Paketen“, die sie sich vor Beginn der sich zuspitzenden Gas-Krise sicherten. Dadurch sind Mischkalkulationen möglich, die den Preisanstieg dämpfen. Doch diese Kontingente laufen langsam aus, neue Verträge sind deutlich teurer.

Unerwartet viel Gas müssen die Gemeindewerke seit Ende 2021 für ihre Aufgabe als Grundversorgung verwenden. Laut Kremer rutschten etliche Holzkirchner Kunden nach der Pleite der von ihnen gewählten Anbieter in die Grundversorgung der Gemeindewerke – ein sehr teurer Tarif. Die zusätzlichen Abnehmer ließen die von den Gemeindewerken eingekauften Kontingente schneller schrumpfen.

All dies deutet darauf hin, dass die Holzkirchner Gaskunden wohl zum Jahreswechsel noch einmal tiefer in die Tasche greifen müssen. „Es ist abzusehen, dass wir zum 1. Januar um Erhöhungen nicht herumkommen werden“, sagt Kremer. Wie hoch die ausfallen, sei derzeit nicht abzusehen. Die Kundenservice-Leiterin schätzt, dass der Anstieg irgendwo zwischen fünf und 20 Prozent liegen dürfte.

Die Dynamik des Preisanstiegs haben die Abnehmer in Holzkirchen teilweise sogar selbst in der Hand. Denn je länger die günstigen Alt-Kontingente vorhalten, desto weniger teure Neu-Verträge müssen die Gemeindewerke abschließen. „Wir merken schon seit einigen Monaten in unserem Netz, dass die Holzkirchner am Gas sparen“, sagt Kremer. Das dürfe gerne noch mehr werden, „dann müssen wir nicht so schnell neue Kontingente nachkaufen“.

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