Bebauungsplan beschlossen

Lorenz-Areal: Der Weg für 768 Wohnungen ist frei

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Neues Quartier: An der Banater Straße in Geretsried entstehen fast 770 geförderte und freifinanzierte Miet- sowie Eigentumswohnungen.

768 Wohnungen plus Kindertagesstätte, Läden und Boarding-House sind auf dem ehemaligen Lorenz-Areal geplant. Der entsprechende Bebauungsplan wurde beschlossen.

Update, 30. März: Der Kompressorenhersteller Bauer will „mit allen Mitteln“ das geplante Wohngebiet auf dem benachbarten ehemaligen Lorenz-Areal verhindern. „Bis zur letzten Instanz“ soll geklagt werden, kündigt Prof. Dr. Stephan Heller, der die Inhaberfamilie Bayat vertritt, im Gespräch mit unserer Zeitung an. „Unsere Anwälte sind davon überzeugt, dass wir dieses Verfahren gewinnen werden.“ Wie berichtet hat der Stadtrat diese Woche den Bebauungsplan zur Satzung beschlossen. 768 Wohnungen sollen an der Banater Straße entstehen. Dieser Standort mitten im Industriegebiet sei eine „städtebauliche Sünde“, sagt Heller.Konflikte seien vorhersehbar. Mittelfristig würden viele Betriebe abwandern, prophezeit er. „Mit dem Verlust der Arbeitsplätze vor Ort wird es zu einem Exitus der Gewerbesteuer kommen. Wir vertrauen auf die Justiz und bedauern sehr, dass sowohl die Stadt, vor allem aber die FirmaKrämmel, keinen gütlichen Kompromiss gesucht haben.“

Geretsried – Der Geretsrieder Stadtrat hat für eines der derzeit größten Wohnbauprojekte in Bayern grünes Licht gegeben. Wie berichtet plant die Krämmel-Unternehmensgruppe 768 Wohnungen plus Kindertagesstätte, Läden und Boarding-House auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße zu errichten. Die Räte beschlossen in ihrer Sitzung am Dienstag den dafür notwendigen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zur Satzung. Volker Reeh, Sabine Lorenz (beide CSU) und Dominik Irmer (Freie Wähler) stimmten dagegen. Bereits am Mittwochabend, also einen Tag später, behandelte der Bau- und Umweltausschuss die Bauanträge für insgesamt 21 Mehrfamilienhäuser samt Kindertagesstätte und Boarding-House sowie einer Garage mit Teilunterkellerung.

Bevor der Stadtrat den Satzungsbeschluss gefasst hat, hatte der Entwicklungs- und Planungsausschuss die eingegangenen Stellungnahmen detailiert abgewogen. 98 Seiten lasen Rathausmitarbeiter in einer vierstündigen Sitzung vor. Offensichtlich ist die Stadt besonders bei diesem Projekt auf ein korrektes Verfahren bedacht, um keine Angriffsfläche zu bieten.

Der benachbarte Kompressorenhersteller, die Bauer Group, möchte sich „gegen diese Fehlplanung wenden und den Klageweg bis zur letzten Instanz nutzen“, kündigte Prof. Dr. Stephan Heller, Vorstandsvorsitzender der Heller & Partner Marketing Services AG, im Auftrag der Familie Bayat als Geschäftsführende Gesellschafter schriftlich gegenüber unserer Zeitung an. Umfangreiche Einwände brachte die Bauer Group auch während der beiden Auslegungsfristen durch ihren Anwalt ein. Unter anderem fürchtet der Kompressorenhersteller Klagen der neuen Nachbarn wegen Lärm. Die Stadt verwies auf erstellte Gutachten.

Im Bebauungsplan seien nach der Abwägung nur noch geringfügige beziehungsweise redaktionelle Änderungen nötig, erklärte Stadtbaurat Rainer Goldstein in der Stadtratssitzung. Ein entsprechender Durchführungsvertrag mit dem Investor sei beschlossen und notariell beurkundet worden. Zudem habe das Landratsamt inzwischen den zugehörigen Flächnuntzungsplan genehmigt.  sw

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