BGZ 2, Parkdeck und anderes mehr

Was  die Baugenossenschaft alles plant

+
Im nächsten Jahr wird es ernst: Im Spätherbst will die Baugenossenschaft den Altbestand an der Egerlandstraße abreißen. An seiner Stelle soll das BGZ2 (rechts im Bild) errichtet werden.
  • schließen

Baugenossenschaften spielen in Zeiten akuter Wohnungsnot eine wichtige Rolle. In der Vertreterversammlung wurde klar, wie der Fahrplan für Geretsried aussieht.

Geretsried – Nicht nur Wohnungen baut die Geretsrieder Baugenossenschaft (BG), sondern auch ein großes, dreigeschossiges Parkdeck. Es ist genehmigt, bestellt und soll im nächsten Jahr am Rosenweg errichtet werden. „Der Parkplatzmangel im Blumenviertel ist inzwischen so groß geworden, dass wir denken, dass wir hier tätig werden müssen“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Selig in der Vertreterversammlung am Donnerstag in den Ratsstuben.

Auch gegen die Wohnungsnot tut die Genossenschaft etwas. Nach einer 20-jährigen Pause baute sie erstmals wieder öffentlich geförderte Wohnungen, und zwar an der Ecke Schubertweg/Richard-Wagner-Straße. Im vergangenen Jahr war das Haus fertig. Von Anfang an seien die 27 barrierefreien Wohnungen – drei davon rollstuhlgerecht – vermietet gewesen, sagte Selig.

Wolfgang Selig, Geschäftsführer der Baugenossenschaft

Gekündigt hat die BG ihren Mietern in den alten Wohnblöcken an der Egerlandstraße 58 bis 74. Die meisten der 72 Parteien seien auch schon ausgezogen. Im Spätherbst 2019 soll mit dem Abbruch des Riegels begonnen werden, um Platz zu schaffen für das BGZ2, ein modernes Wohn- und Geschäftshaus. „Voraussetzung dafür ist, dass wir bis dahin eine Baugenehmigung und von den Banken eine Finanzierung erhalten“, sagte der Geschäftsführer. Die Aussichten dafür seien recht gut. Denn vor rund einem halben Jahr habe die Stadt Geretsried den Bebauungsplan für die Egerlandstraße als Satzung verabschiedet.

Lesen Sie auch: Details zum neuen Wohngebiet auf dem Lorenz-Areal

Ursprünglich hatte die Genossenschaft vor, ihre Mieter aus den Blöcken auf dem so genannten Lorenz-Areal unterzubringen. Dort will die Firma Krämmel ein neues Quartier mit 750 Wohnungen errichten. Man habe überlegt, eine größere Anlage aus dem ersten Bauabschnitt zu erwerben, sagte Selig. Nachdem sich das Bauvorhaben verzögert, sei die Genossenschaft als Investor ausgestiegen (wir berichteten). Stattdessen habe man in relativ kurzer Zeit drei Konzepte für ein Grundstück an der Siebenbürger Straße 29 geprüft und sich für eines entschieden. Inzwischen steht der Rohbau. Im Oktober des kommenden Jahres sollen die 49 Wohnungen bezugsfertig sein. Aus dem Abbruchhaus an der Egerlandstraße haben Selig zufolge 14 Parteien einen Vorvertrag für den Neubau unterzeichnet. Der Geschäftsführer betonte, dass man für alle Betroffenen nach verträglichen Lösungen suche. Netto-Kaltmieten ab 5,50 Euro pro Quadratmeter seien „wirklich bezahlbar“.

Unabhängig von den großen Neubauprojekten wird der Altbestand weiter modernisiert. Im vergangenen Jahr war das Hochhaus am Königsberger Weg an der Reihe. Rund zwei Millionen Euro steckte die Genossenschaft in die Generalsanierung. „Wir haben erstmals in unserer Geschichte acht übereinander wohnende Parteien für eine Wohnungen ausquartiert und alles runderneuert“, berichtete der Geschäftsführer. Als nächstes sollen die Häuser am Marienburgweg 21 und 23 innensaniert werden – die Gebäudehülle war vor ein paar Jahren instandgesetzt worden. „Außerdem wollen wir 2019 in die Sanierungsplanung für den Johannisplatz einsteigen“, kündigte Selig an. Dort besitzt die BG 300 Wohnungen, die jetzt fast 50 Jahre alt sind.

Turnusgemäß schieden aus dem Aufsichtsrat Dieter Damm, Ulrike Herrmann und Walter Hoffmann aus. Alle drei Kandidaten stellten sich zur Wiederwahl und wurden von den Vertretern in ihren Ämtern bestätigt. Aufsichtsratsvorsitzender Urlich Schölderle dankte allen für ihr Engagement.

Am Ende der Versammlung kam das Parkdeck noch einmal zur Sprache. Selig berichtete, dass etwa 100 Stellplätze entstehen werden. Ab Sommer 2019 sollen sie genutzt werden können. Mit der Vermietung wolle man im Frühjahr beginnen. Das freute die anwesenden Mieter aus dem Blumenviertel. „Wir warten darauf“, kommentierte ein Mieter die Ankündigung Seligs.

Kommentare