Das interkommunale Hallenbad in Geretsried ist das größte städtische Bauprojekt seit Jahrzehnten – und es nimmt langsam klare Konturen an.
Geretsried – Es ist das größte städtische Bauprojekt seit Jahrzehnten – und es nimmt langsam klare Konturen an. An diesem Donnerstag, 19. September, feiert die Stadt Geretsried Richtfest für das interkommunale Hallenbad, das derzeit an der Adalbert-Stifter-Straße gebaut wird. Während eines Rundgangs über die Baustelle erklärt Stadtarchitekt Christian Müller vom Bauamt den Stand der Dinge.
Müller steht auf einer knapp zwei Meter hohen Holztribüne, die hinter den Containern der Bauarbeiter aufgebaut wurde. Von hier hat er einen uneingeschränkten Blick auf das Bauwerk. Neun Streben ragen vor ihm hoch in den Himmel, dahinter sind die späteren Schwimmbecken in den Boden eingelassen. Zwischen den Streben wird eine Glasfront eingebaut, damit die Besucher beim Schwimmen in den Wald schauen können.
Zwei Bauarbeiter stehen gerade auf einer Hebebühne, und befestigen Wandteile zwischen zwei der weißen Metallstreben. Daneben ertönt das laute Surren eines Baukrans. Der hebt ein großes Bauteil aus Edelstahl durch das noch offene Dach des Hallenbads in das Gebäude hinein. Unter ihm stehen drei Arbeiter auf dem Beckenrand und nehmen das etwa fünf Meter breite Stück entgegen. „Das wird an der Wand des Schwimmbeckens eingebaut“, erklärt Müller, während die Arbeiter die richtige Position für das Teil suchen. Die gesamte Innenverkleidung der Becken ist aus diesem Material gefertigt. In dem Stück Edelstahl befinden sich kleine Aussparungen. „Da werden die Unterwasserleuchten und Überwachungskameras eingebaut“, erklärt der Stadtarchitekt. Die Arbeit läuft wie am Fließband, die Mitarbeiter sind perfekt aufeinander abgestimmt.
Nicht nur Müller beobachtet das Schaffen. Etwas abseits, auf Höhe des drei Meter hohen Sprungturmes, der bereits über einem kleinen Becken thront, steht Wolfgang Kummerow. Er ist Baustellenleiter und erklärt: „Bislang liegen wir zeitlich gut im Rahmen.“ Die Baumeisterarbeiten sind beim Rundgang bereits so gut wie beendet. Hinter Kummerow ist bereits ein fertiger Gebäudeteil zu sehen: das Zimmer des Bademeisters, das zwischen dem Nichtschwimmerbereich und der großen Badehalle gebaut wurde. In letzterer befinden sich das Wettkampfbecken mit verstellbarer Tiefe und das Springerbecken mit zwei Sprungbrettern auf drei und einem Meter Höhe. Hinter den beiden Plattformen führt eine Tür zu den Umkleiden und den Duschen. Hier sind bereits sämtliche Kalksandstein-Wände fertiggestellt. Großzügige Fensterfronten lassen viel Licht in den noch betongrauen Raum. An der Wand hängt ein Bauplan, daneben, auf einem großen Block mit Kalksandstein, liegen aufgeschlagene Aktenordner, aus einem Radio tönt Rockmusik. Leise hört man die Rufe der Bauarbeiter, die die nächste Edelstahlplatte vom Kran entgegennehmen.
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Sobald die Wände stehen, soll das Dach auf das Gebäude kommen. Über der großen Badehalle wird Akkustikblech angebracht. „Das ist in Sporthallen und Schwimmbädern der Standard“, sagt Kummerow. Über den Becken wird ein Netz gespannt, damit möglicherweise herabfallende Bauteile das Edelstahlbecken nicht beschädigen.
Finanziell ist das Projekt nicht ganz im Rahmen der ersten Berechnungen. Die lagen bei rund 15,3 Millionen Euro. „Derzeit rechnen wir mit etwa 16,5 Millionen Euro“, sagt Müller. „Wo genau wir am Ende landen werden, wissen wir noch nicht.“ Angesichts der aktuellen Konjunkturlage sei die Steigerung allerdings zu erwarten gewesen. „Wir sind froh, dass wir für fast alle Arbeiten bereits die Aufträge vergeben haben“. Nicht geklappt hat dies beim Bau eines Parkdecks. Kein Unternehmen gab in der ersten Ausschreibung ein Angebot ab. „Das müssen wir neu ausschreiben“, erklärt Müller. Er hofft, dass dieses Mal Rückmeldungen im Rathaus eintrudeln. Schließlich soll das Parkdeck fertig sein, wenn zum Schuljahresbeginn 2020/21 die ersten Gäste im interkommunalen Hallenbad ihre Runden drehen.
Dominik Stallein
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