Wenn es nach dem Geretsrieder Planungsausschuss geht, soll die Sparkasse hoch hinaus. Acht Geschosse könnte er sich vorstellen - die Sparkasse überlegt noch.
Geretsried – Bis zu acht Geschosse könnte sich der Entwicklungs- und Planungsausschuss (EPA) des Stadtrats für das neue Gebäude der Sparkasse an der Egerlandstraße vorstellen. Das klang in der Sitzung am Montagabend durch.
Wie berichtet möchte sich das Geldinstitut dem Modernisierungsprozess im Geretsrieder Zentrum anschließen. Das bestehende Eckhaus soll abgerissen und durch einen Neubau mit Wohn- und Gewerbeflächen samt Tiefgaragenstellplätzen ersetzt werden. Derzeit wird der Bebauungsplan ausgearbeitet.
Mitsprache hat dabei ein temporär eingesetzter Gestaltungsbeirat, der aus vier Experten besteht. Ein solcher hatte sich bereits 2015 mit der Zentrumsgestaltung befasst. Professor Florian Fischer, Architektin Katrin Hootz, Diplom-Ingenieur Mario Flammann und der ehemalige Baubürgermeister von Ulm, Alexander Wetzig, hielten Ende Januar ihre erste Sitzung nichtöffentlich ab. Das Protokoll stellte Stadtbaurat Rainer Goldstein nun dem EPA vor.
Rundgang auf der Baustelle am Karl-Lederer-Platz: Neben Edeka kommt Eisdiele
Das Gremium diskutierte verschiedene Varianten für den Gebäudekomplex der Sparkasse. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt laut Goldstein ein sechs- bis siebengeschossiges Turmgebäude an der Kreuzung von Egerlandstraße zu Karl-Lederer-Platz – „eine Eckbetonung“ – mit zurückgesetztem fünfgeschossigen Anbau. An dem Turm könnte eine zweigeschossige Arkade mit Säulen entstehen. Das Gebäude an sich solle eine Lochfassade bekommen, also Wände mit Fenstern. „Wir brauchen dort eine klare Kante“, befürwortete Stadträtin Sonja Frank (Freie Wähler) die Eckbetonung, die Goldstein am Stadtmodell in der Mitte des Sitzungssaals zeigte. Auch Franz Wirtensohn (CSU) erinnerte an frühere Empfehlungen. „Es hat von Anfang an geheißen, dass wir zeigen müssen, dass das die Mitte des Zentrums ist“, sagte er. Ihm erschien der Turm allerdings etwas zu wuchtig.
CSU-Stadtrat Erwin Knöbl dagegen war das Gebäude zu niedrig. „Wir sollten auf acht Geschosse gehen, um einen Hochhausbrandschutz zu haben“, argumentierte er. Für diese Höhe sei er auch beim Wohn- und Geschäftsgebäude Puls G (Krämmel) gewesen, das nun siebengeschossig am Karl-Lederer-Platz gebaut wird. Die übrigen Ausschussmitglieder stimmten Knöbls Vorstoß zu.
Neben dem Sparkassengebäude beschäftigt sich der Gestaltungsbeirat auch mit dem Umgriff auf der Nordseite des Karl-Lederer-Platzes. Die Projekt KLP UG, die derzeit das Wohn- und Geschäftshaus Centrum 20 baut, könnte sich vorstellen, die Häuser 7 und 7a höher zu gestalten. Aus diesem Grund möchte die Stadt ein Konzept für den Bereich zwischen Rathaus und Schnellimbiss entwickeln. Die Experten empfehlen hier laut Goldstein eine fünfgeschossige Bebauung und zwei Geschosse für die Gebäude hinter der Häuserzeile.
Das sagt die Sparkasse dazu
Dass der Entwicklungs- und Planungsausschuss das Bauvorhaben generell begrüßt, „haben wir sehr positiv aufgenommen“, sagt Christian Spindler, Vorstandsmitglied der Sparkasse, auf Nachfrage. Aber „wir wollen nicht unbedingt acht Stockwerke bauen“, betont er. Ursprünglich habe die Sparkasse sechs durchgängige Vollgeschosse geplant. Seit Montagabend wisse sie nun, in welche Richtung es hinsichtlich Höhe, Eckbetonung und Arkaden gehen soll. „Wir werden uns nun nochmal im Vorstand besprechen und neu rechnen“, erklärt Spindler. Ob die Sparkasse an der Egerlandstraße nächstes Jahr neu-, um- oder überhaupt baut, sei offen. Es seien noch einige Dinge zu lösen. Grundsätzlich steht Spindler aber hinter dem Projekt. „Wenn ich es mir wünschen könnte, würde ich neu bauen. Das ist eine einmalige Chance.“
sw