Weil die Tiefgarageneinfahrten inmitten auf der Egerlandstraße gebaut werden sollen, bleibt wenig Platz für Gehwege. Das befürchtet FDP-Stadtrat Günther Fuhrmann und warnt vor möglichen Gefahren.
Geretsried – Stadtrat Günther Fuhrmann und der FDP-Ortsverband Wolfratshausen-Geretsried fordern, die auf der Egerlandstraße geplanten Zufahrten zur Tiefgarage zu verlegen. Diese sollen inmitten der Fahrbahn auf Höhe von Betreutem Wohnen und Intersport Utzinger liegen. „Die zwei geplanten Ein- und Ausfahrten sind bei genauer Prüfung äußerst ungünstige und deshalb untragbare Lösungen“, kritisiert Fuhrmann in einer Pressemitteilung. Da durch sie nur noch ein schmaler Streifen für Gehwege verbleibe, drohe sogar Gefahr für Fußgänger, Rollator-Nutzer, Rollstuhlfahrer und andere Behinderte.
Bereits im Mai kam vonseiten der FDP Kritik an dem Vorhaben der Baugenossenschaft (BG). Sie will die bestehenden Häuser 58 bis 74 ab November abreißen und durch das Wohn- und Geschäftshaus BGZ2 samt Tiefgarage ersetzen.
In der FDP-Veranstaltung bezeichnete Sebastian Körber, FDP-Landtagsabgeordneter und Architekt, die Pläne wie berichtet als „hoch problematisch“. Ortsvorsitzender Fuhrmann hatte Stadtbaurat Rainer Goldstein und BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig eingeladen. Da sie absagten und sich nicht zu den dort angesprochenen Bedenken äußerten, will Fuhrmann den Druck erhöhen.
Für Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl kommt das zu spät. Der Bebauungsplan sei rechtskräftig und ein Durchführungsvertrag mit der BG geschlossen. „Das ist erledigt. Zu spät geschossen ist auch vorbei“, so der CSU-Stadtrat im Gespräch mit unserer Zeitung. Paradox sei, dass Fuhrmann damals zugestimmt habe.
„Das weiß ich. Man kann aber auch danach zur Erkenntnis kommen, dass das nicht gut ist“, erklärt Fuhrmann. Die Einfahrtssituation habe zu diesem Zeitpunkt nicht festgestanden. Die Stadt hatte überlegt, die Tiefgarage auf eigene Kosten zu verlängern. Das wäre aber wirtschaftlich nicht möglich, stellte sich später heraus.
Dass die Tiefgarageneinfahrt auf öffentlichem Grund liegen soll, wurde im Bebauungsplan festgelegt. „Der Grund sind 450 öffentlich zugängliche Parkplätze. Das ist ein Traum für jede Innenstadt“, sagt Meinl. Selig begrüßt diese Regelung, die auch für die übrigen Investoren der „Neuen Mitte“ gelten. Schließlich solle die Zentralgarage öffentlich angenommen werden, so der BG-Geschäftsführer auf Nachfrage. „Im Gegenzug hat die Stadt Geretsried nach meiner Kenntnis vor, im Anschluss die Zahl der öffentlichen oberirdischen Parkplätze zu reduzieren, um die Aufenthaltsqualität zu steigern.“
An der Veranstaltung der FDP habe die BG nicht teilgenommen, weil sie es vermeiden wolle, neben den offiziellen Informationskanälen der Stadt weitere zu eröffnen. Zudem: „Wir informieren gerne Mandatsträger, ergreifen aber keine Partei für eine politische Gruppierung“, sagt Selig. Stadtbaurat Goldstein könne als Mitarbeiter des Rathauses nicht an parteilichen Veranstaltungen teilnehmen, ergänzt Ute Raach, geschäftsführende Beamtin.
Fuhrmann kritisiert in seiner Pressemitteilung weitere Details der Planung, etwa das Fehlen von attraktiven Schaufenstern oder unzureichenden Brandschutz. Selig entkräftet dies. Manches müsse auch noch konzeptionell festgelegt werden, sagt Meinl. In der Stadtratssitzung am 25. Juni solle über die Verkehrssituation gesprochen werden. „Da wird sich vieles auflösen.“ Vorgeschlagen werde voraussichtlich eine verkehrsberuhigte Geschäftsstraße.
sw