VonMagdalena Höcherlschließen
Nachdem Randalierer das Vogelhaus in Geretsried massiv beschädigt haben, hat Ingrid Brauner nun massive Gitter anbringen lassen. Anders wusste sich die „Vogelmama“ nicht zu helfen.
Geretsried – Wer hier wohnt, ist nicht zu überhören: Im Vogelhaus in der Nähe des Schulzentrums an der Adalbert-Stifter-Straße leben rund 200 Tiere. Sie sind seit Kurzem durch einen massiven Metallzaun vor der Außenwelt geschützt. Ingrid Brauner wollte diese Maßnahme eigentlich nicht ergreifen. Doch die Geretsriederin, die sich seit 28 Jahren um das Häuschen des Kleintierzüchtervereins kümmert, wusste sich und den Vögeln nicht mehr anders zu helfen.
Wie berichtet hatten unbekannte Jugendliche im August vergangenen Jahres derart am Vogelhaus randaliert, dass einige der engmaschigen, dünnen Gitterfelder kaputtgingen. Laut Brauner sind damals 25 Tiere davongeflogen – und seither nicht wieder zurückgekommen. Die 64-Jährige fasste daher den Entschluss, von der Waldramer Firma Ries stabilere Gitter anbringen zu lassen.
„Die zehn Felder à 50 Kilo wirken zwar ein bisschen wie eine Festung“, sagt Brauner. „Aber wer jetzt dagegen tritt und sich verletzt, ist selbst Schuld.“ Sie bedauert zwar, dass Vogelfreunde die verschiedenen Sittiche, Kanarienvögel und Zebrafinken nicht mehr ganz so nah erleben können, „aber das musste sein“.
Trotz Fütterungsverbots hätten Besucher immer wieder Pizzareste oder Apfelbutzen durch das Gitter gedrückt. „Das hat natürlich die Wespen angezogen.“ Der Zaun, der das Vogelhaus nun umgibt, halte Unbelehrbare zwar nicht gänzlich davon ab. Aber die Essensreste landen wenigstens nicht direkt in den fünf je 20 Quadratmeter großen Volièren.
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Dass die bunten Piepmätze nun besser geschützt sind, sei allerdings nur durch die vielen großzügigen Vogelfreunde möglich gewesen, die für das Anbringen der Gitter gespendet haben. „Ihnen möchte ich ein großes Dankeschön sagen.“ Auch die Baufirma habe einen Preisnachlass gewährt, sagt Brauner, und in der Stadtverwaltung werde ein Zuschuss derzeit geprüft.
Aber mit 14.000 Euro habe die Konstruktion trotzdem ein tiefes Loch in die Kasse des Kleintierzüchtervereins gerissen, der auf Spenden angewiesen ist. Vor allem, weil bald erneut Arbeiten anstehen. „Die Fenster im Dach sind kaputt, weil immer wieder Schneebälle und Steine darauf geworfen werden – und an der Regenrinne werden Klimmzüge geübt“, sagt Brauner. Doch jammern möchte sie nicht. „Ich bin froh, dass der Zaun nun steht.“ mh
