VonDoris Schmidschließen
Die Gebäude wachsen in die Höhe, die Decke der Tiefgarage ist betoniert. Langsam nimmt das neue Zentrum Gestalt an. Jetzt sind die Bürger aufgerufen, an der Einrichtung der guten Stube Geretsrieds mitzuwirken.
Geretsried – Es geht um den richtigen Bodenbelag, um Wasserläufe und Brunnen, Bäume und Pflanzen, Sitzmöbel und Spielgeräte: Dinge, die den öffentlichen Raum attraktiv machen. Hier soll der Bürger mitreden dürfen, und zwar am 29. und 30. Juni. An diesen beiden Tagen veranstaltet die Stadt in der Aula der Karl-Lederer-Grundschule eine Ideen- und Planungswerkstatt.
„In der Neuen Mitte soll künftig gewohnt, gekauft, gearbeitet aber eben auch gelebt werden – mit allem, was dazu gehört“, teilt Bürgermeister Michael Müller mit. „Neben Notwendigkeiten – etwa einer sicheren Verkehrsführung, öffentlichen Toiletten oder auch barrierefreien Zugängen – bleibt hier jede Menge Raum für die Ideen, Anregungen und die Kreativität unserer Bürger.“
Mit der Konzipierung und Umsetzung des Workshops hat die Stadt wie berichtet Stephanie Utz vom Büro Sinnwerkstadt aus Regensburg beauftragt. Der Fokus der Architektin, Stadtplanerin und Juristin liegt auf einer strategischen Stadtentwicklung sowie der Planung, Begleitung und Moderation von Beteiligungsprozessen. Am Freitag (17 bis 20 Uhr) geht es um die Vorstellung der Protagonisten, Projekte und Rahmenbedingungen. Konkrete Ideen und Anregungen können die Bürger dann
am Samstag (9 bis 17 Uhr) einbringen. Die Teilnehmer arbeiten in Gruppen, die aus etwa 15 Personen bestehen. Fachlich unterstützt werden sie dabei von professionellen Städtebauern und Landschaftsarchitekten. Am Ende der Werkstatt führt Utz die Ergebnisse der Gruppen zusammen, damit sich der Stadtrat im Nachgang damit befassen kann.
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Laut Stadtverwaltung ist die Ideen- und Planungswerkstatt als offene Veranstaltung konzipiert. Sowohl am Freitag als auch am Samstag sind interessierte Bürger willkommen – als passive Zuschauer oder als aktive Teilnehmer. Für die Mitarbeit in den einzelnen Gruppen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich.
Außerdem hat die Stadt laut Mitteilung gezielt Vertreter von Interessensgruppen – etwa des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), des Sozialverbandes VdK, der Einzelhandelsvereinigung ProCit Geretsried sowie der Initiative „Zukunft. Perspektive. Geretsried.“ um Teilnahme gebeten. Ferner wurden per Zufallsgenerator insgesamt 300 Menschen bestimmter Altersgruppen ausgewählt. Bürgermeister Michael Müller hat sie persönlich angeschrieben und zur Ideen- und Planungswerkstatt eingeladen. „Unser Ziel ist ein wirklich guter Querschnitt der Stadtgesellschaft, schließlich betrifft die Neue Mitte uns alle“, so der Rathauschef. „Damit ist unsere Werkstatt Chance und Verantwortung zugleich – je mehr sich dessen bewusst werden und sich einbringen, desto besser das Ergebnis.“ nej
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