Die Platzsituation der Geretsrieder Fußballer sorgt weiter für Ärger. Die ASC-Kicker spielen deswegen in Ascholding - verbunden mit einer erhöhten Platzmiete.
Geretsried – Die Platzsituation hat sich für die Spieler des Fußballclubs ASC nicht verändert. Weil sie sich nach wie vor in Ascholding einmieten müssen, beantragten sie einen Zuschuss in Höhe von 1500 Euro von der Stadt Geretsried. Das sorgte am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport für Unmut.
„Es kann nicht sein, dass wir unseren Verein woanders hinschicken“, schimpfte Kulturreferent Hans Ketelhut (CSU). In Gelting seien sicher Kapazitäten frei. Nachdem Ketelhut anmerkte, man müsse die Nutzungsverträge infrage stellen, wenn es nicht möglich sei, den ASC unterzubringen, schritt CSU-Bürgermeister Michael Müller ein. „Wir müssen hier sehr vorsichtig diskutieren“, sagte er. Die jetzigen Nutzungsverträge für die städtischen Liegenschaften seien sinnvoll, und die Vereine würden sich vorbildlich um diese kümmern.
Wie berichtet haben sich Spieler der Fußball-Freunde Geretsried abgespalten und den ASC gegründet. Vergangenes Jahr trugen sie ihre Heimpartien auf der Böhmwiese aus – dann kam es zum Zerwürfnis mit dem Platzhirschen FC Geretsried. Seitdem darf der ASC zwar noch auf dem Platz an der B11 trainieren, Vereinshütte und Fußballfeld sind aber tabu. Da alles andere in Geretsried nahezu komplett ausgebucht ist und der ASC eine Absage aus Gelting erhielt, weichten die Kicker auf den Platz des SV Ascholding aus.
Vergangenes Jahr unterstützte die Stadt den jungen Verein mit 1300 Euro, um die Platzmiete zahlen zu können – forderte aber auch, eine Lösung für die Platzsituation zu finden. „Es gab gute Gespräche an den runden Tischen“, berichtete Sportreferent Wolfgang Werner. Untergebracht werden konnte der ASC allerdings nicht. Also bleibt er weiter in Ascholding, die Kosten sind um 200 Euro gestiegen. Werner erklärte dies mit den Schiedsrichterkosten in Zusammenhang mit dem Aufstieg des Clubs.
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„Ich bin sehr traurig, würde aber sagen, wir zahlen das jetzt einfach“, sagte Karin Schmid. Die CSU-Stadträtin plädierte jedoch dafür, „dass wir uns jetzt wirklich ins Zeug legen, einen Fußballplatz auf die Beine zu stellen“. Schließlich stehe die Böhmwiese nicht mehr zur Verfügung, sobald die S-Bahn-Trasse gebaut wird. „Wir sind dran, können aber jetzt nicht öffentlich über Grundstücke diskutieren“, merkte Müller an. Bis auf Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) stimmten alle Ausschussmitglieder für den Zuschuss. Sie hätte das Geld lieber nach Gelting geschickt. sw