VonDoris Schmidschließen
Rund 9300 Besucher zählte der Geretsrieder Kulturherbst. Während des zehntägigen Festivals fanden 28 Veranstaltungen statt. Eine Neuauflage ist für 2020 geplant.
Geretsried – Das Defizit bewege sich mit knapp 108 000 Euro „absolut im Rahmen“, teilte Bürgermeister Michael Müller am Mittwoch schriftlich mit. Zum Vergleich: Das Wolfratshauser Flussfestival im vergangenen Jahr hatte etwa 6000 Besucher. Das Defizit lag bei fast 220 000 Euro.
Eine Kulturherbst-Bilanz legten die Festivalleiter Günter Wagner und Ingrid Hammerschmied im nicht öffentlichen Teil des Kulturausschusses am Dienstagabend vor. Einen Tag später folgte die Pressemitteilung. Darin zeigt sich Rathauschef Müller zufrieden mit dem Ergebnis. Der Kulturherbst sei auch dieses Jahr ein großartiges Ereignis gewesen. Müller: „Wir spüren, dass wir durch ihn überregional als Kulturstandort wahrgenommen werden.“
Das Programm sei „wirklich außergewöhnlich“ gewesen, so Müller. Bei Veranstaltungen im Kulturzelt zählten die Organisatoren 5745 Besucher. 600 Zuhörer kamen zu kostenlosen Veranstaltungen wie dem Jazz-Frühschoppen im Zelt, und zirka 450 Besucher zu sonstigen Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet. Zusätzlich tummelten sich auf dem Mini-Tollwood, das es heuer erstmals vor dem Zelt gab, etwa 2500 Besucher.
Auf der Einnahmenseite verbuchte die Stadt knapp 224 000 Euro, auf der Ausgabenseite gut 332 000 Euro. Unterm Strich bleibt somit ein Defizit in Höhe von 108 000 Euro. Im Jahr 2016 belief sich das Minus aufgrund der Insolvenz des damals externen Veranstalters Cultus Production auf 80 000 Euro. 2014 musste die Stadt 106 000 Euro zuschießen, 2012 rund 108 000 Euro – beide Male war Günter Wagner Festivalleiter.
„Wir bewegen uns mit diesem Defizit absolut im Rahmen der Vorjahre“, kommentiert Müller die Zahlen. „Kultur kostet, hat aber gleichzeitig, und das ist ganz entscheidend, einen immensen immateriellen Wert.“ Eine Stadt in der Größenordnung von Geretsried brauche Kultur und kulturelle Veranstaltungen, nach innen wie außen.
Der Bürgermeister dankt in der Mitteilung allen Beteiligten, besonders den Festivalleitern sowie dem Kulturverein Isar-Loisach (KIL), für deren Einsatz und deren Leidenschaft. „Wir sind als Stadt wirklich stolz darauf, Kulturveranstaltungen in dieser Größenordnung auf die Beine stellen zu können.“ Diese Wertschätzung haben laut Müller auch die Stadträte geteilt: Einstimmig beschlossen sie, den Finanzausschuss für die Durchführung des Kulturherbstes im Jahr 2020 das Duo Wagner und Hammerschmied zu beauftragen. Ergänzend soll sich der KIL wieder einbringen.
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