- VonPeter Herrmannschließen
Viel Kondition bewiesen die rund 160 Besucher aus der Partnerstadt Chamalières und ihre Geretsrieder Gastgeber. Die mehrtägigen Feierlichkeiten zum 35-jährigen Bestehen der deutsch-französischen Freundschaft erreichten am Samstagabend mit der „Soirée de L‘Amitié“ ihren Höhepunkt.
Geretsried – Bevor die rund 400 geladenen Gäste an den festlich dekorierten Tischen im verlängerten Saal der Ratsstuben Platz nahmen, bat die Volkstanzgruppe „La Bourée des Volcans“ vor dem Biergarten im Eingangsbereich zum Tanz. Das um viele Bedienungen erweiterte Servicepersonal der Ratsstuben reichte dazu erfrischenden „Hugo“ als Aperitif.
Zudem übergab der Vorstand des ADFC-Kreisverbands den 25 tapferen französischen Radlern, die die über die 1000 Kilometer lange Strecke von Chamalières nach Geretsried in rund einer Woche bewältigten, einen großen Geschenkkarton. Darin enthalten: viele Packungen Nudeln, um die Versorgung mit Kohlenhydraten zu gewährleisten.
Keine Pasta, sondern ein Drei-Gänge-Menü mit Salaten, Früchten, Kalbfleisch und Kaiserschmarrn-Parfait wurde danach im großen Saal serviert. Umrahmt von den Auftritten der Musikschule Geretsried und dem virtuosen Trompetenspiel von Florian Sagner blieb natürlich auch Zeit für die Reden der beiden Bürgermeister Louis Giscard D’Estaing und Michael Müller. Letzterer ließ es sich wie schon vor zwei Jahren nicht nehmen, seine Ansprache auf Französisch zu halten. Für jemanden, der die Fremdsprache nicht in der Schule erlernt hat, durchaus eine Herausforderung. „Vive le jumelage! Es lebe unsere Partnerschaft!“, rief Müller den laut applaudierenden Gästen zu.
Sein Amtskollege aus Chamalières, der mit seiner Frau Claire nach Geretsried gekommen war, wollte da nicht nachstehen und richtete ein paar deutsche Sätze an die Besucher. Den Rest übersetzte Edith Peter vom Partnerschaftsverein. „Dank des tollen Austausches zwischen Familien und Schulen hat sich die Städtepartnerschaft in den vergangenen 35 Jahren stets weiterentwickelt“, bilanzierte Giscard D‘Estaing zufrieden. Zudem erinnerte der 59-Jährige an die Begründer des Bündnisses: Der damalige Geretsrieder Bürgermeister Heinz Schneider und dessen französischer Amtskollege Claude Wolff hatten 1982 die Voraussetzungen geschaffen, um ein Jahr später den Partnerschaftsvertrag zu unterschreiben. „Die Hoffnungen der beiden Gründerväter wurden weit übertroffen“, sagte D’Estaing angesichts der ausgelassenen Stimmung im Saal. Denn kurz nach seiner Rede musste Professor Dr. Detlev Ringer vom Partnerschaftsverein sogar darum bitten, die Tische in den vorderen Reihen zur Seite zu schieben. Die „Chamalières Danse“ und die „Laredo Line Dancers“ legten daraufhin zusammen mit Bürgermeister Müller und vielen Gästen eine ziemlich heiße Sohle aufs Parkett.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst und einem Weißwurstfrühstück im Waldsommer-Festzelt machten sich die Gäste aus dem Nachbarland am Sonntag auf die lange Heimfahrt in die Auvergne.
ph
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