Zuständig für die Sauberkeit am Berg, für Reparaturen, die Schnittstelle zwischen Verwaltung, Forst und Wirtschaftsbetrieben: So stellt sich die Stadt Bad Tölz einen möglichen Blomberg-Ranger vor. Im Finanzausschuss regten sich Zweifel.
Bad Tölz – Der Blomberg ist „ein touristisches Leuchtturmangebot“, hat der Tölzer Stadtrat in einer Sitzung vor etwa einem Jahr festgestellt und den Ausbau und eine bessere Vernetzung der vielfältigen Freizeitangebote sowie ein einheitliches Marketing beschlossen. In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses wurde eine erste Bilanz gezogen, die eher durchwachsen ausfiel. Zwar sei das Wanderwegekonzept und eine WC-Anlage auf den Weg gebracht worden und soll „nach heftigen Geburtswehen“ eine gemeinsame Marketing-Gesellschaft aller Blomberg-Akteure gegründet werden. Doch räumte Kurdirektorin Brita Hohenreiter ein, dass bei der Koordination, Betreuung und Abwicklung der anstehenden Projekte eine Riesenlücke klafft und eine ordnende Hand fehlt. Der Betriebshof könne das personell nicht stemmen, so Hohenreiter. Die Lösung, die sich die Stadt vorstellt: ein Blomberg-Ranger.
Die 15- bis 20-Stunden-Stelle soll die Betreuung und Abwicklung der Infrastrukturprojekte und die städtischen Anlagen (Entdeckerpfad, kleine Reparaturen der Wege) übernehmen. Das Stellenprofil sieht zudem vor, dass er größere Reparatur- und Forstarbeiten mit den zuständigen Stellen abspricht und überwacht. Der Ranger solle für die Sauberkeit am Berg verantwortlich sein und als Schnittstelle für Verwaltung, Bauhof, Forst, Landwirte und Wirtschaftsbetriebe am Blomberg fungieren.
„Wenn ich das richtig lese, brauchen wir eine eiermilchlegende Wollmilchsau“, zeigte sich Christof Botzenhart (CSU) skeptisch, „ob wir da den richtigen Bewerber finden“.
Auch Richard Hoch (Grüne) hielt das Stellenprofil für „unrealistisch. Das geht schon weit auseinander“. Zudem müsse man auch ein bisschen auf den Haushalt schauen. Man habe heuer schon einige neue Stellen geschaffen. Er regte an, die Abfallentsorgung und Instandhaltung dem Betriebshof zu übertragen und sah da auch Zeitkapazitäten. „Da werden manche Flächen öfter gemäht als vorgesehen.“ Die Koordination solle im Referat 2 angesiedelt werden.
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Peter Wiedemann (FWG) erkannte schon Bedarf, „das Objekt in Ordnung zu halten“, aber er sei dagegen, eine eigene Stelle zu schaffen, „die uns 25 000 bis 30 000 Euro kostet“. Arbeitsleistungen müssten halt – eventuell bei Hausmeisteragenturen – eingekauft werden.
Es gab auch Befürworter eines Rangers. Karsten Bauer (CSU) sprach von einer „smarten Idee“, war aber überzeugt, dass 15 bis 20 Stunden nicht ausreichen. Er stellte zur Diskussion, die Stelle gleich auszuweiten und den Ranger im ganzen Stadtgebiet arbeiten zu lassen. „Um den Thomas-Mann-Weg wird sich auch jemand kümmern müssen.“ Ludwig Janker (CSU) hielt das Stellenprofil auch nicht für ganz glücklich gewählt. Es gehe ja nicht um einen Manager, „sondern was wir brauchen, ist ein verlässlicher Mann, der mit den Bauern redet, kleinere Reparaturen selbst erledigt und bei größeren dem Bauhof Bescheid gibt“.
Willi Streicher (SPD) wollte das Stellenprofil „noch nicht auf die Goldwaage legen. Wenn wir die richtige Person finden, dann funktioniert das. Ich sehe es eher positiv.“
Anton Mayer (CSU) hingegen war strikt dagegen. „Der Blomberg ist ein Riesengebiet. Da braucht der gleich wieder ein extra Auto und separates Werkzeug. Das zieht einen Rattenschwanz nach sich.“ Die Aufgabe solle der Betriebshof übernehmen, der seiner Meinung nach durchaus Kapazitäten frei habe. „Die Erdarbeiten am Sportplatz unten hat er ja auch kurzfristig gemacht.“
Die vielen Bedenken ließen den Zweiten Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG), der die Sitzung leitete, nicht unbeeindruckt. Er empfahl, einen Beschluss zu vertagen und die Diskussion über einen Blomberg-Ranger erst einmal in den Fraktionen zu führen, um einen breiten Konsens zu erzielen. So wurde es entschieden.