Neue Erkenntnisse veröffentlicht

Nach Eisdrama am Eibsee: Reanimierter Tourist (25) jetzt wohl außer Lebensgefahr

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Nach über 20 Notrufen lief am Donnerstagnachmittag (6. März) ein Großeinsatz am Eibsee an. Rechts die Stelle, an der die Touristen einbrachen.
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Grainau/Garmisch-Partenkirchen – Die dramatische Rettungsaktion von 16 indischen Touristen am Donnerstagnachmittag (6. März) aus dem Eibsee hatte für viele Schlagzeilen gesorgt. Ein junger Mann (25) schwebte im Anschluss in Lebensgefahr. Nun gibt es neue Entwicklungen.

Vier Tage nach der Rettung einer 16-köpfigen Touristengruppe aus dem vereisten Eibsee am Fuß der Zugspitze sind alle Verletzten außer Lebensgefahr. Ein 25-Jähriger, der nach dem Bruch durch die vereiste Oberfläche reanimiert und intensivmedizinisch behandelt werden musste, sei „über den Berg“, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presseagentur (dpa) am Montagvormittag (10. März). Ob der Mann weiter im Krankenhaus behandelt wird, blieb zunächst unklar.

Am Donnerstagnachmittag waren laut Polizei 16 Touristen aus Indien trotz frühlingshafter Temperaturen und Sonnenschein auf die Eisfläche des Sees bei Grainau gegangen und in Not geraten. Ein großer Teil der Gruppe von Touristen im Alter von 22 bis 29 Jahren brach teilweise ein, die meisten konnten sich aber danach selbst ans Ufer rettenrosenheim24.de hatte ausführlich berichtet. Nach dem Unfall waren über 20 Notrufe bei der zuständigen Leitstelle in Weilheim eingegangen.

Zwei mutige Helfer sofort per Boot zur Stelle

Drei Personen wurden von zwei mutigen Helfern – ein 37-Jähriger aus Thüringen und ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen – mit einem Boot gerettet, darunter auch der 25-Jährige, der im Anschluss unter laufender Reanimation in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Den Zustand des Inders hatte ein Polizeisprecher danach zunächst als „kritisch, aber stabil“ beschrieben. Insgesamt war von 14 Verletzten die Rede.

Sogar Einsatzkräfte waren nach dem Vorfall bei frühlingshaften Temperaturen fassungslos. „Früher sind die Leute mit den Flip Flops auf die Berge hoch gerannt, heute laufen sie auf dünnen Eisflächen auf dem See umher“, sagte Manuel Achtner, Stellvertretender Technischer Leiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und seit 25 Jahren bei der Wasserwacht tätig, kopfschüttelnd gegenüber dem Münchner Merkur. Die Polizei hatte nach Abschluss des Großeinsatzes entsprechende Ermittlungen eingeleitet und will herausfinden, wie es zu dem Unglück kommen konnte – und ob Fahrlässigkeit eine Rolle spielte. (mw)

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