VonAlois Ostlerschließen
Gut aufgelegte Gäste, ein Preisträger, der sich mit seiner Jazzband selbst ein Ständchen spielte, und eine wohltuende Festrede: Die Verleihung der Isar-Loisach-Medaille war eine Glanzstunde fürs Ehrenamt.
Benediktbeuern – „Ehrenamtliche sind die Stütze unserer Gesellschaft“, sagte Landrat Josef Niedermaier in seiner Begrüßung. Im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern machte er deutlich, wofür sich die fünf mit der Isar-Loisach-Medaille ausgezeichneten Preisträger einsetzen: „Ihr Engagement trägt dazu bei, dass unser Landkreis das ist, was er ist: Ein wunderbarer Ort zum Leben.“
Bereits zum 22. Mal hat der Landkreis am Dienstag die von Altlandrat Manfred Nagler im Jahr 1988 ins Leben gerufene Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement vergeben. Die Feierstunde zählt zu Niedermaiers „liebsten Terminen“. Die Medaille ehre diejenigen, „die unser Zusammenleben wie kleine Zahnräder am Laufen halten“, sagte er. Oft greifen die Zahnräder ineinander, auch wenn es mal hake. In diesem Fall „braucht‘s dann selten einen Mechaniker, meistens nehmen die Betroffenen selbst das Kettenöl in die Hand und schmieren“.
In einer wohltuenden Festrede würdige der evangelische Dekan Martin Steinbach aus Bad Tölz das Ehrenamt abschließend mit dem Satz: „Wir engagieren uns, weil es uns selbst gut tut.“ Das Ehrenamt lebe in erster Linie von der eigenen Motivation. Das werde in Deutschland von 31 Millionen Menschen vorgelebt. Die restlichen über 50 Millionen seien also Idioten, was nach dem wertfreien, griechischen Wortstamm „Idiotes“ bedeute, dass sie sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushalten. Ehrenamtliche sind Macher, die an allen Ecken und Enden gebraucht werden, hatte zuvor der Landrat gesagt „Sie übernehmen Verantwortung dort, wo sich andere verabschieden und wo sich auch der Staat bisweilen zurückgezogen hat“, so Niedermaier.
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Er überreichte anschließend die Medaillen an die fünf Preisträger, die bereits in der Mittwochausgabe von Tölzer Kurier und Isar-Loisachboten ausführlich vorgestellt wurden.
Mit persönlichen Worten bedankten sich die Geehrten. So freute sich Helmut („Häppy“) Hahn, dass die Verleihung mit dem internationalen Tag der Menschenrechte zusammenfalle, denn „wir dürfen nie vergessen, was mit unseren Eltern passiert ist“, so der Vorsitzende der Eghalanda Gmoi in Geretsried. Aja von Lerchenhorst vom Rieder Kindertheater sieht das Theaterspiel als „großen Gewinn für die Kinder“.
Mit einigen kritischen Untertönen dankte Walter Schäl insbesondere allen Ehrenamtlichen, „die mehr geben als sie kriegen“. Schäl sorgte mit seiner „Famous-Jazzband“ für einen heiteren Ton bei der Feier. Die Rentner-Band mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren zeigte sich bei ihrem Auftritt andere als altbacken.
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Auch Max Schlickenrieder vom TSV Königsdorf und Dorfhelferinnen-Einsatzleiterin Anni Stöckl dankten besonders ihren Familien. „Ich bin froh, dass mein Mann und die Kinder meine Arbeit mittragen“, sagte Stöckl. In ihren Dank schloss sie die frühere Kreisbäuerin Anni Rieger und auch den erkrankten Gaißacher Pfarrer Ludwig Scheiel ein. Beide haben sich demnach mit Nachdruck für die bäuerlichen Familien eingesetzt.
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