Hintergrund wohl Nachbarschaftsstreit

Großeinsatz nach falschem Notruf: Polizei erstattet Anzeige gegen Wolfratshauserin

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Der frei erfundene Notruf einer Wolfratshauserin löste in der Loisachstadt einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehren und Kräften des Bayerischen Roten Kreuzes aus.
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Die Ankündigung des Suizids ihrer Nachbarin war frei erfunden. Nun hat die Polizei Anzeige gegen eine Wolfratshauserin erstattet.

Wolfratshausen - Die Polizei hat „von Amts wegen“ Strafanzeige aufgrund eines Missbrauchs des Notrufs gegen eine Wolfratshauserin erstattet. Das berichtet die Sprecherin der Wolfratshauser Polizeiinspektion, Hauptkommissarin Christina Loy, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Großeinsatz nach falschem Notruf: Polizei erstattet Anzeige gegen Wolfratshauserin

Die Frau fühlte sich wie berichtet von einer Nachbarin (51), die Staub saugte und ihre Waschmaschine eingeschaltet hatte, in ihrer Ruhe gestört und hatte die Notrufnummer gewählt: Sie tischte einem Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle Oberland in Weilheim eine frei erfundene Suizidankündigung der Nachbarin auf – das führte zu einem Großeinsatz von Polizei, Feuerwehren und BRK. Nach der Auswertung der Audiodatei des Telefongesprächs – Notrufe werden automatisch gespeichert – entschied die Polizei jetzt, Anzeige gegen die Anruferin zu erstatten.

(der Artikel vom 1. September) Wolfratshausen – Weil sie sich von ihrer Staub saugenden Nachbarin in der Wohnung über ihr gestört fühlte, wählte eine Wolfratshauserin den Notruf: Die Nachbarin wolle sich aus dem Fenster im zweiten Stock des Hauses auf die Sauerlacher Straße stürzen. Wie berichtet löste dieser Anruf bei der Integrierten Leitstelle Oberland in Weilheim am Dienstagmittag einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehren und BRK aus.

Großeinsatz nach falschem Notruf in Wolfratshausen: Polizei wertet Audiodatei aus

Tatsächlich war die Suizidankündigung frei erfunden, die 51-Jährige konnte die Polizei vor Ort zweifelsfrei davon überzeugen, sich definitiv nichts antun zu wollen.

Eine Ruhestörung würde natürlich keinen derartigen Notruf rechtfertigen.

Hauptkommissarin Christina Loy, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wolfratshausen

Nun muss die Frage beantwortet werden, ob die Anruferin wegen eines Missbrauchs des Notrufs zur Verantwortung gezogen wird. Zu diesem Zweck werten Beamte der Wolfratshauser Polizei das Gespräch zwischen der Frau und des Leitstellenmitarbeiters aus. Notrufe werden grundsätzlich gespeichert, „wir haben diese Audiodatei angefordert“, berichtet Hauptkommissarin Christina Loy auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Kopie des Gesprächsinhalts werde analysiert. Loy: „Dann wird entschieden, ob Anzeige gegen die Anruferin erstattet wird.“ Vorab stellt die Beamtin fest: „Eine Ruhestörung würde natürlich keinen derartigen Notruf rechtfertigen.“

An dem Einsatz am Dienstag waren Dutzende Kräfte beteiligt, die Sauerlacher Straße war eine Stunde gesperrt, sogar ein Sprungkissen hatte die Feuerwehr vorsorglich vorbereitet. (cce)

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