Wolfratshausen

Nachbarin saugt Staub - es folgt ein Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und BRK

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Polizei und Feuerwehr sperrten am Dienstag gegen 11.45 Uhr einen Abschnitt der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. Der Grund: Die angebliche Ankündigung eines Suizids – was sich schließlich als missbräuchliche Verwendung des Notrufs entpuppte.
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Die Polizei hat am Dienstag in Wolfratshausen eine Hauptverkehrsader sperren müssen. Der Grund: Ein bewusst abgesetzter falscher Notruf.

Wolfratshausen – Wenig Zeit zum Durchschnaufen hatten am Dienstag zahlreiche Kräfte der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehren und des Bayerischen Roten Kreuzes in Wolfratshausen. Zu einem Großeinsatz kam es gegen 11.45 Uhr an der Sauerlacher Straße. Dort, das hatte eine Anruferin gemeldet, wolle sich jemand das Leben nehmen.

Nachbarin saugt Staub - es folgt ein Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und BRK in Wolfratshausen

Auslöser dieses dramatischen Notrufs, der laut Christina Loy, Pressesprecherin der Wolfratshauser Polizei, „völlig aus der Luft gegriffen war“, war höchstwahrscheinlich ein schon länger schwelender Nachbarschaftsstreit. Eine Mieterin, die im ersten Stock eines Mehrparteienhauses an der Sauerlacher Straße wohnt, fühlte sich offenbar von einer Nachbarin, die in ihrer Wohnung in der zweiten Etage Staub saugte und die Waschmaschine eingeschaltet hatte, gestört. „Von Lärmbelästigung kann aber absolut keine Rede sein“, betont Loy. Schließlich griff die angeblich Malträtierte zum Telefon und tischte der Polizei eine folgenschwere Lügengeschichte auf, wie sich später herausstellen sollte: „Sie alarmierte uns, weil jemand im zweiten Stock des Gebäudes aus dem Fenster springen wolle.“

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Nur Minuten später waren Polizei, die Freiwilligen Feuerwehren aus Wolfratshausen und Weidach sowie Rettungskräfte des BRK vor Ort. Sofort wurde ein Abschnitt der Sauerlacher Straße – eine Hauptverkehrsader der Loisachstadt – komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt, die Feuerwehr bereitete ein Sprungkissen für den äußersten Notfall vor. Doch nach kurzer Einvernahme der angeblich Suizidgefährdeten stand ohne Zweifel fest: Alles Unsinn, die Frau „hatte nie vor, sich etwas anzutun“, bilanziert Hauptkommissarin Loy. Gegen 12.30 Uhr konnte das Großaufgebot wieder abrücken und der Verkehr wieder rollen.

Missbräuchliche Verwendung des Notrufs könnte Folgen haben

Die missbräuchliche Verwendung des Notrufs könnte aber möglicherweise ein böses Nachspiel für die Anruferin haben. Laut Loy wird darüber entschieden, sobald der Gesamtzusammenhang des Geschehnisses im Detail ermittelt worden ist.

Möbelhaus XXX Lutz in Wolfratshausen: Brandmeldeanlage schlägt Alarm

Kaum war die Wolfratshauser Feuerwehr wieder ins Gerätehaus am Hatzplatz zurückgekehrt, mussten die Ehrenamtlichen schon wieder ausrücken: Gegen 13 Uhr schlug die Brandmeldeanlage des Möbelhauses XXX Lutz im Gewerbegebiet Alarm. Die Kunden wurden per Lautsprecherdurchsage gebeten, das Gebäude zu verlassen – doch rasch stellte sich heraus, dass keinerlei Gefahr bestand. Mutmaßlich hatte ein Lkw-Fahrer auf dem Außengelände mit seinem Fahrzeug einen Teil der Sprinkleranlage touchiert und dadurch den Alarm ausgelöst. Ähnliches hatte sich bereits im Mai dieses Jahres ereignet (wir berichteten).

Starker Rauch quillt aus Kamin des Gasthauses Grüner Baum

Martinshorn und Blaulicht waren gerade ausgeschaltet, da erreichte die Wehr der nächste Befehl: Direkt aus dem Gewerbegebiet ging’s in den Ortsteil Weidach. „Ein Anrufer hatte gemeldet, dass aus dem Dachstuhl des Gasthauses Grüner Baum Flammen schlagen“, so Polizeisprecherin Loy. Dieser Notruf rief böse Erinnerungen wach – Ende Mai stand der Dachstuhl über dem Restaurant „Der Grieche“ im Ortsteil Farchet in Flammen. 17 Menschen verloren ihr Zuhause, der Sachschaden geht in die Millionen. Das Gasthaus Grüner Baum an der Äußeren Münchner Straße, das derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, blieb dagegen verschont. Eine Streife gab Entwarnung: Es quoll „nur starker Rauch aus dem Kamin“, so Loy. Die Wehren aus Wolfratshausen und Weidach mussten nicht eingreifen, ein Kaminkehrer werde der Ursache der „Verrauchung“ nun auf den Grund gehen. (cce)

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