Stadtrat

Grüner und sicherer: So verändert sich das Jahnschul-Gelände

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So soll das Jahnschul-Gelände aussehen: 1: Jahnschul-Atbau, 2: Aula, 3: Turnhalle, 4: Probenraum, 5: Klasszimmer, 6: neuer Kindergarten, 7: Dreifachturnhalle, 8: AOK.

Das Jahnschul-Quartier wird sein Gesicht ändern. Der Stadtrat befürwortete nun eine Planstudie über einen kompakten Neubau für Aula, Turnhalle, Probenräume sowie Kindergarten. Es wird grüner und sicherer für die Kinder. Eine Idee wurde aber verworfen.

Bad Tölz – Der designierte Stadtbaumeister Florian Ernst hatte ein kleines Modell mitgebracht, das die entscheidenden Änderungen deutlich macht: „Die Schule schottet sich künftig von der viel befahrenen Jahnstraße ab“, erklärte Kämmerer Hermann Forster, was auch von der Schulleitung begrüßt worden sei. An den von den Amerikanern errichteten Altbau schließt sich im rechten Winkel eine eingeschossige transparente Aula an, die als Bindeglied zum folgenden Neubau mit Einfeld-Turnhalle, Probenraum der Stadtkapelle sowie den nach Osten ausgerichteten Klassenzimmern fungiert. Der dreigruppige Kindergarten ist ein Stück abgesetzt. Dort soll auch eine Betreuung für die Schüler der Ganztagesklassen angeboten werden. Die Sanierung der alten Turnhalle sowie der 1967 errichteten sogenannten „Punkthäuser“, in denen bis vor Kurzem das Rathaus provisorisch logierte, wurde als „wenig sinnvoll“ verworfen.

Bauamtsleiter Christian Fürstberger hatte ein nettes Beispiel parat: Dass die Turnhalle bei starker Schneelast statisch kein Problem ist, liege an der miserablen Isolierung. Die Heizenergie schmilzt sozusagen den Schnee weg. Die Altbauten kommen also weg.

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Der neue Gebäudeflügel mit Aula/Turnhalle/Probenraum und Kita schirmt dafür einen großzügigen Freibereich mit Pausenhof und Grüngürtel ab. Statt der Turnhalle entstehen 35 Stellplätze direkt an der Jahnstraße. Die Busspur wird bleiben. „Wäre es nicht gescheiter, eine Tiefgarage zu errichten, statt alles mit Parkflächen zuzupflastern?“, erinnerte Margot Kirste (FWG) an die sonst rigiden städtischen Stellplatz-Vorgaben für Bürger. Fürstberger sagte eine Prüfung der Anregung zu, war aber skeptisch: Seiner Meinung nach sei der Parkplatz direkt an der Jahnstraße „keine ideale Freifläche für Kinder“. Die Topografie sei an der Jahnstraße nicht einfach, eine Tiefgarage zudem deutlich teurer. Hermann Forster ergänzte, dass eine Mutter mit Kind bestimmt nicht gerne in eine Tiefgarage fahren würde.

Der Kämmerer nahm auch zu einem weiteren Vorschlag Kirstes Stellung, der von Andrea Grundhuber (Grüne) unterstützt wurde. Kirste regte statt einer Kita gleich ein Kinderhaus an, also mit Krippe, Kindergarten und Hort. Das sei doch sinnvoll. Die Verwaltung ist anderer Meinung. „Wir haben eine Kinderkrippe, die noch nicht voll ist“, erwiderte Forster, „dafür brauchen wir jetzt dringend Kindergartenplätze.“

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Grundhuber gefiel ansonsten, dass das Rathaus mit seiner Planung den großen Grünbereich als Wert erkannt habe. Sie wollte aber erklärt haben, warum der vom Turnverein über viele Jahre geplante „Turnschlauch“ nun doch nicht kommen soll, wie es bei der Vorstellung der Schul-Planstudie angeklungen war. Tatsächlich hat der Turnverein lange Jahre an die Dreifachturnhalle einen langgezogenen „Turnschlauch“ mit Schnitzelgrube anbauen wollen. Das sei jetzt nun nicht mehr so gefragt, erklärte Ulrike Bomhard (FWG), der Turnverein denke nun eher „an eine Halle mit Geräten“. Er führe darüber gerade Gespräche mit dem TV-Vorstand, sagte Bürgermeister Josef Janker.

Mit dem Abriss der Turnhalle und des 40 Jahre alten früheren Musikschul-Provisoriums wird auch Platz für einen Fußweg von der Jahnstraße zum Krottenbach geschaffen. Dort soll sich auch die Verkehrssituation nicht ändern, da dies ein Schulradweg bleiben solle.

Am Rande interessant: Kämmerer Forster kündigte an, dass die Pläne, das Jugendcafé von der Hindenburgstraße aufs Schulareal zu verlegen sind, vom Tisch sind. Sinn der Verlegung wäre gewesen, die erstklassige Wohnlage des jetzigen Jugendcafés teuer zu vermarkten, um Geld für den Neubau zu generieren. Die Nachbarschaft der Jahnschule hatte sofort mobil gemacht. Zudem wolle man das Schulgelände nicht zubauen. Hermann Forster: „Es soll atmen können.“ Zur Jugendcafé-Verlegung, so Forster, gebe es nun „andere Überlegungen“.

Christoph Schnitzer

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