VonGerti Reichlschließen
Im Kampf um den Bau einer Splitthalle am Grünen Wasserl wird jetzt die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) aktiv. Sie hat eine Petition beim Bayerischen Landtag eingereicht.
Weissach – Noch liegt Schnee auf dem 6900 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der B 318 und dem Biotop Grünes Wasserl in Weissach. Doch schon bald könnten Fakten geschaffen und mit dem Bau einer 23 mal 14 Meter großen und fast zehn Meter hohen Splitthalle begonnen werden. Die Baugenehmigung liegt vor, das Landratsamt hat sie erteilt.
Ein Nachbar hat bereits Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht wegen Verletzung von Privatrechten. Ein Eilantrag ist inzwischen abgewiesen worden, das Hauptverfahren steht noch aus.
Abgesehen davon will die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) das Vorhaben verhindern und wendet sich jetzt mit einer Petition an den Landtag. Sie beschwert sich gegen die Baugenehmigung für die Gewerbehalle mit Zufahrt im Biotop-, Natur-, Wasser-, Naturschutz und Aussenbereich am Grünen Wasserl und fordert: Die Baugenehmigung soll zurückgenommen und die bisher gültige und 2013 erteilte Verfügung durch das Landratsamt wieder durchgesetzt werden, um damit das Biotop zu schützen.
„Verstoß gegen sämtliche Umweltgesetze“
Das Bauvorhaben verstoße erheblich gegen sämtliche Umweltgesetze, so die SGT, gegen Bauen im Landschaftsschutzgebiet und Außenbereich, gegen Arten-, Wasser- und Hochwasserschutz sowie Biotop- und Naturschutz, heißt es in der Begründung.
Petition zielt auch auf Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak ab
Die Beschwerde richtet sich auch klar gegen Wolfgang Rzehak. Dass ausgerechnet ein Grünen-Landrat die Befreiung sämtlicher Schutzbestimmungen erteilt und die Verbotsverfügung seines Vorgängers, des in Misskredit geratenen CSU-Landrats Jakob Kreidl, ausgehebelt hat, ist für die SGT ein „unglaublicher Vorgang“. „Dass am Grünen Wasserl für alles eine Ausnahme gemacht wird, macht uns fassungslos“, sagt Johannes von Miller, Zweiter Vorsitzender der SGT, der einen Präzedenzfall befürchtet. Das Grüne Wasserl sei ein Idyll sondersgleichen, das öffentliche Interesse für die Splitthalle sei vorgeschoben, so von Miller.
Lesen Sie hier: Wie das Landratsamt die Baumaßnahmen vor Ort rechtfertigt.
Die Behörde findet: Die Natur werde profitieren.
gr
