Der “Tegxit“ ist da

So emotional war die Abi-Feier des Gymnasiums Tegernsee

+
Letzte offizielle Zusammenkunft der Absolventen: Beim Abiball auf Gut Kaltenbrunn – hier der Sektempfang – gab es viele emotionale Momente.
  • schließen

Mit einem rauschenden Fest auf Gut Kaltenbrunn haben 92 Abiturienten Abschied genommen vom Gymnasium Tegernsee. Mit ihnen verlässt ein kreativer Jahrgang die Schule. Somit war der Abiball gespickt mit emotionalen Momenten.

KaltenbrunnDer Höhepunkt dieser Feier war zweifellos die Verleihung der Abiturzeugnisse. Die Abiturienten nahmen das Dokument jeweils unter den Klängen ihrer persönlichen Siegeshymne entgegen. Dazu wurden Fotos präsentiert, welche die Absolventen sowohl als Kinder als auch in der identischen Fotosituation als junge Erwachsene zeigten. Vor allem für die Eltern ein berührender Moment. Die Bilder waren ein Zeichen des Dankes, wie ihn Jakob Hecker, Samuel Erlacher und Ludwig von Brühl auch in ihrer umjubelten Abschlussrede formulierten. Mit viel Esprit spielten sich die drei Absolventen gegenseitig die Pointen zu.

Allen voran dankten sie ihren Lehrern, die sie so weit gebracht hätten. Im gleichen Atemzug legten sie ihnen aber auch nahe, doch bildungstechnisch dasselbe für sich selbst zu tun – angesichts der Konkurrenz im Gymnasium Holzkirchen, wo Pädagogen Auszeichnungen erhielten. Insgesamt aber – so wurde deutlich – war man auf Schülerseite sehr zufrieden mit der Schule und der dortigen Ausbildung. Auch das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein Gesamtnotenschnitt von 2,30 und immerhin ein Drittel der Absolventen mit einer Eins vor dem Komma.

Lesen Sie auch: Das sind die besten Abiturienten aus dem Landkreis

Weil das Motto des Abi-Jahrgangs in Anlehnung an das britische Ausscheiden aus der EU „Tegxit“ lautete, legte Schulleiter Werner Oberholzner seinen scheidenden Schützlingen in einer warmherzigen und philosophischen Rede nahe, nicht die gemeinsame Geschichte und das in Tegernsee Erlernte zu vergessen. Er verglich die Schulzeit mit einem soliden und ausbaufähigen Fundament sowie den „Tegxit“ inklusive der neu gewonnenen Freiheit als Treppenhaus hinauf in weitere Stockwerke des Lebens. „Ich wünsche Euch, dass Ihr die Freiheit, die ihr mit dem heutigen Tag bekommt, verantwortungsvoll nutzt“, meinte der Direktor an die Adresse der Absolventen. Neben dem „Ja“ zur Verantwortung sei aber auch die Fähigkeit, „Nein“ zu sagen, ein Zeichen von Reife, erklärte daraufhin Landrat Wolfgang Rzehak: „Es ist wichtig, kritisch zu sein, seine Zeit zu hinterfragen und sich einzumischen.“

Schon der Abistreich dieses Jahrgangs war sehr gelungen

Peter Friedrich Sieben, Pressesprecher der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, gratulierte dem gesamten Jahrgang zu den erbrachten Leistungen. Den beiden Jahrgangsbesten – Lisa Hirschberg mit einem Abi-Schnitt von 1,0 und Yasmine Müllejans mit 1,1, – bedachte er mit dem traditionellen Sponsoring für ihre Hochschulkarriere. Sie erhalten zwei Jahre lang monatlich 200 Euro für ihr Studium.

So spannend war es während der Prüfungen

Den größten Applaus der über 400 Gäste erhielt Elternbeirats-Vorsitzender Claus Drexl, der mit sehr viel Humor deutlich machte, dass nicht nur die Kinder ihr Abitur geschafft hätten, sondern auch die Erziehungsberechtigten. Schließlich spreche die Generation der Hubschrauber-Eltern stets in der „Wir-Kategorie“: „Wir haben monatelang Abitur geschrieben. Wir waren glücklich, in der letzten Bioklausur nicht unterpunktet zu haben. Wir haben uns über unsere 14 Punkte in Englisch gefreut. Und heute dürfen wir endlich unser ersehntes Abiturzeugnis in Empfang nehmen.“ Den Absolventen riet Drexl im Namen aller Eltern: „Schaut Euch die reale Welt an. Lest und hört viele unabhängige Nachrichten, nehmt Veröffentlichungen in digitalen Medien nicht immer gleich als Wahrheit hin, sondern hinterfragt und bildet Euch eine eigene Meinung.“

ak

Kommentare