In einem von „den Hausgeistern des Personalwohnheims“ unterschriebenen Brief werden erneut Vorwürfe über unhaltbare Zustände in dem fünfstöckigen Haus erhoben.
Bad Tölz – In dem Schreiben, das „mit gleicher Post“ auch an den Betriebs- und Personalrat sowie an die Ärzteschaft der Asklepios-Stadtklinik verschickt wurde, wird der marode Zustand des 50 Jahre alten Hauses mit 53 Appartements beklagt. Im Speziellen widmet sich der Brief den beiden Aufzügen in dem fünfstöckigen Gebäude, die seit Jahren außer Betrieb sind (wir berichteten). „Die Hausgeister“ sind vor Allem deshalb säuerlich, weil allmonatlich pro Appartement rund 40 Euro Nebenkosten abgerechnet würden. Damit sei die Aufzugnutzung mit abgegolten. Die Unterzeichner des Briefes rechnen vor, dass bei 53 Wohnungen inzwischen rund 43 000 Euro unberechtigt eingezogene Nebenkosten aufgelaufen seien: „Mit diesem Geld könnte man bei einer so robusten Aufzuganlage sogar Ersatzteile nachdrehen lassen und sie für weitere 3 bis 5 Jahre in Betrieb lassen, bis der Neubau des Personalwohnheims erstellt ist.“
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Klinik-Sprecher Christopher Horn sieht das auf Nachfrage anders. „Wir erstellen keine Nebenkostenabrechnung beim Personalwohnheim. Die Miete ist ein Fixpreis.“ Die angegebenen 40 Euro Nebenkosten seien aus der Luft gegriffen. Man bleibe von Seiten der Klinikleitung dabei, dass der alte Aufzug nicht mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand instandzusetzen sei. Horn kann nur auf den Neubau des Wohnheims in der Nachbarschaft verweisen.
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Apropos: Sollten die Pläne über die unterschiedlichen Varianten nicht längst im Tölzer Bauausschuss besprochen werden? „Ja“, sagt Horn. Man habe sich wirklich „ins Zeug gelegt“, um den Antrag fristgerecht für die Januar-Sitzung vorzubereiten. Dort sei der Antrag „leider“ aber nicht behandelt worden. Warum das so war, könne er nicht sagen. „Wir hätten uns gefreut, wenn es geklappt hätte.“ Horns Empfehlung: Bitte bei der Stadt nachfragen. Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach bestätigte am Donnerstag, dass der Asklepios-Antrag fristgerecht bei der Stadt eingegangen sei. Leider sei Stadtbaumeister Hannes Strunz erkrankt. Deswegen haben man die umfangreichen Unterlagen nicht mehr prüfen können. Der Antrag für den Neubau des Personalwohnheims werde aber nun in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 12. März, öffentlich behandelt.
Von Christoph Schnitzer