Das Gründungsjubiläum des Heilbrunner Trachtenvereins Buchbergler war eine Punktlandung. Nach einem verregneten Auftakt der Festtage fand der Festgottesdienst am Sonntag bei trockenem Wetter im Freien statt.
Bad Heilbrunn – Der Bad Heilbrunner Trachtenverein „Buchbergler“ hat sich getraut und die graue Wolkendecke grau sein lassen. Trotz der unsicheren Wetterlage ließen sich die Verantwortlichen am gestrigen Sonntag nicht beirren und beschlossen, den Festgottesdienst anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums wie vorab vorgesehen im Freien abzuhalten. Und es war keine Fehlentscheidung, denn schon beim Kirchenzug lichtete sich das Grau und gab der Sonne immer mehr Raum.
„Besser geht’s fast nicht“ meinte Buchbergler-Vorstand Anton Lindmair in seiner Begrüßung zu diesen äußerlichen Bedingungen, „denn es muss auch niemand darüber klagen, dass es zu heiß ist.“ Die von der örtlichen Musikkapelle klangvoll mitgestaltete Messe im Adelheidpark zelebrierten Pfarrer Pater Karl Bopp und der evangelische Pfarrer Johannes Schultheiß gemeinsam – „soweit es die ökumenischen Möglichkeiten, die es bislang gibt, zulassen“ wie Pater Bopp erklärte.
Es brauche Fröhlichkeit, Bewahrung und Weitergabe von Traditionen
Den 100. Geburtstag des Trachtenvereins zog Schultheiß in Verbindung mit dem gestiegenen Lebensalter der Menschen und der diesbezüglichen Schlagzeile „Es gibt immer mehr Hundertjährige in Deutschland“. Die Antworten der Senioren auf die Frage nach dem „Rezept“ für ein so langes Leben ließen sich auch auf das Buchbergler-Vereinsleben übertragen: Es brauche Fröhlichkeit, Bewahrung und Weitergabe von Traditionen, Sinn für Gemeinschaft, Dankbarkeit und Glauben.
Heilbrunner Trachtenverein Buchbergler feiert 100-jähriges Bestehen: Die Bilder
Als Trachtenverein besonders der Traditionspflege verschrieben und „Hüter eines kostbaren Schatzes an Heimatkultur“ dürfe man aber nicht nur zurückschauen, so Bopp. „Wichtig ist auch, die Gegenwart und die Menschen von heute im Blick zu haben.“ Und ebenso wichtig sei es, fremde Traditionen nicht zu verachten. „Vielleicht sind sie den eigenen gar nicht so unähnlich oder man braucht sie, um die eigenen authentischer zu bewahren.“
Mit einer Kranzniederlegung an dem im Park befindlichen Vereinskreuz und drei donnernden Salutschüssen wurde der verstorbenen Vereins- und Gaumitglieder gedacht. Der Festzug, in den sich neben dem Jubiläumsverein auch dessen Patenverein Stamm aus Lenggries, neun weitere benachbarte oder befreundete Trachtenvereine mit Musikkapellen und Tambourzügen an der Spitze, Abordnungen der Ortsvereine sowie eine Ehrenkutsche und drei Festwagen einreihten, führte durch den Ort und zurück ins Festzelt zum geselligen Teil des Tages.
Vier Tage wurde im Festzelt gefeiert
In seinem Grußwort dort zog auch Bürgermeister und Schirmherr Thomas Gründl einen Vergleich zwischen Menschen- und Vereinsleben: Was für den Menschen die Eltern, seien für den Verein die Gründungsmitglieder, das gesunde Herz sei die Vorstandschaft und die notwendigen Leute, die hinter einem stehen, seien im aktuellen Fall „alle, die heute hier sind.“
Der Jubiläumstag sei eine „Punktlandung“, freute sich Vorstand Lindmair über den gelungenen Verlauf des Ereignisses, das zudem den Nachwuchsgruppen der teilnehmenden Vereine Gelegenheit zum Auftreten vor großem Publikum bot.
Guten Zuspruch hatten aber auch schon die Veranstaltungen an den drei vorangegangenen Festtagen im Zelt gefunden. Rosi Bauer
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