E-Mobilität

Hier bekommen E-Autos  im Tölzer Land Saft

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Unter Strom: Rathaus-Mitarbeiterin Linda Novotny lädt das E-Fahrzeug der Stadt Bad Tölz an der Ladestation an den Stadtwerken auf.
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In manchen Städten gibt es sie bereits: Vorteile für Menschen, die Elektroautos fahren. Wie sieht das im Landkreis aus?

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Elektromobilität soll gefördert werden. Daher haben Kommunen laut Straßenverkehrsordnung die Möglichkeit, elektrisch betriebene Fahrzeuge zu bevorrechtigen. Die Stadt Weilheim tut dies bereits: Seit März 2017, so Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder, sind E-Autos an unbeschrankten städtischen Parkplätzen „unter Beachtung der Höchstparkdauer“ von der Parkgebühr befreit. Außerdem gibt es weitere Stellplätze mit Ladesäulen, an denen ebenfalls keine Gebühr erhoben wird.

Im Landkreis diskutierte zuletzt der Sachsenkamer Gemeinderat die Idee, die Kosten für das Parken am Kirchsee für E-Autos zu senken. Kraftstoffbetriebene Pkw zahlen 3 Euro Tagestarif. Der Vorschlag lautete, dass E-Autos nur 2 Euro zahlen sollen. Wie berichtet lehnte der Rat diesen Vorschlag ab. „Diese Fahrzeuge brauchen die gleiche Parkfläche wie Autos mit Verbrennungsmotor“, argumentierte 2. Bürgermeister Johann Huß.

In Bad Heilbrunn gibt es zwei E-Tankstellen, an denen kostenloses Laden möglich ist, informiert Bürgermeister Thomas Gründl auf Anfrage. Auch in Kochel möchte man sich demnächst überlegen, ob Ladesäulen am Bahnhof, am Herzogstand-Parkplatz, und gegebenenfalls in der Bahnhofstraße am Schmied-von-Kochel-Platz sinnvoll wären. Dies hätte sich aus der Standortempfehlung aus dem Konzept für Ladeinfrastruktur des Landkreises ergeben, berichtet Bürgermeister Thomas Holz.

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In Bad Tölz spielt E-Mobilität eine große Rolle. Die Stadt selbst nutzt seit zwei Jahren für Botenfahrten ein E-Auto, berichtet Sprecherin Birte Otterbach. „Das ist nicht nur umweltschonend, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung der Lärmbelastung und rechnet sich finanziell.“ Man achte auf sauberen Strom, „sodass Emissionen kein Thema sind“. Demnächst werde am Rathaus eine neue Ladesäule errichtet, die aus der hauseigenen Fotovoltaikanlage gespeist werde.

An öffentlichen Ladestationen in Bad Tölz, etwa am Parkplatz Stadtwerke oder am Parkplatz P25, ist das Parken während des Ladevorgangs gratis. Der Bezug des Stroms selbst allerdings nicht, wie Andrea Bacher von den Stadtwerken erklärt. „Das war nur während der Testphase so.“

In Geretsried wird die E-Mobilität sukzessive ausgebaut, sagt Rathaus-Sprecher Thomas Loibl. 2017 wurde eine öffentliche Ladestation an der Egerlandstraße eingerichtet. Dort können zwei Autos betankt werden. Außerdem gibt es eine Ladesäule für E-Fahrräder, die komplett energieautark ist – durch ein Solarpanel auf dem Dach. Außerdem können dort auch Handys und Tablets geladen werden. Am Rathaus gibt es eine weitere Ladestation. Heuer sollen am Neuen Platz und in Gelting weitere dazukommen. „Dann haben wir alles abgedeckt“, so Loibl. Im Parkdeck für das geplante interkommunale Hallenbad sind außerdem acht bis zehn Parkplätze für E-Autos vorgesehen.

Das Laden ist derzeit noch kostenlos. Voraussichtlich ab Mitte 2019 endet die Testphase, und es wird ein „verträglicher“ Gebührensatz erhoben. „Der muss aber noch erarbeitet werden“, sagt Loibl. Während des Ladevorgangs ist das Parken kostenlos. Weitere Anreize seien geplant.

Auch im kommunalen Fuhrpark hat Geretsried schon einiges an E-Mobilität vorzuweisen. Es gibt zwei E-Bikes, welche die Mitarbeiter ausleihen können und rege nutzen. Außerdem wurde als Ersatzfahrzeug für ein städtisches Dienstauto ein E-Auto angeschafft. „Bei neuen Autos werden wir wieder auf E-Mobilität setzen“, sagt Loibl. Der Geretsrieder Bauhof verfüge über ein elektrisches Müllfahrzeug, auch die Eismaschine im Stadion sei elektrisch. „Wir wollen als Stadt unserer Vorbildfunktion gerecht werden.“

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In Wolfratshausen gibt es laut Wolfgang Mucha vom Bauamt vor der Loisachhalle und in der Pfaffenrieder Straße Lademöglichkeiten für E-Autos. Für E-Radler ist vor der Bücherei am Hammerschmiedweg eine Wallbox vorgesehen, am Rathaus wurde eine solche für die städtischen Dienstfahrzeuge installiert. Am geplanten Parkdeck am Paradiesweg sollen ebenfalls E-Auto-Parkplätze mit Ladesäule geschaffen werden, ebenso in Waldram. Seit Anfang des Jahres fördert die Stadt zudem in einigen Fällen die Anschaffung von Elektro-Fahrrädern und Pedelecs.

Insgesamt ist die Zahl der im Landkreis zugelassenen E-Autos steigend, wie Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer mitteilt. Gab es Ende 2016 noch 111 E-Fahrzeuge, waren es ein Jahr später schon 166, am 31. Dezember 2018 dann 224.

Ladestationen

Eine Übersicht über Ladestationen im Landkreis gibt es auf www.goingelectric.de/stromtankstellen

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