Hotel-Pläne sind passé

Es sollte ein Luxus-Hotel werden: Schloss Hirschberg jetzt doch an Privatmann verkauft

+
Wird kein Hotel: Schloss Hirschberg, das an einen Privatmann verkauft wurde.
  • schließen

Die umstrittenen Hotelpläne am Haarsee sind endgültig passé. Schloss Hirschberg ist an einen Privatmann verkauft, die Stadt stellt das Verfahren ein. Was ist passiert?

Weilheim – Einstimmig sprach sich der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrats diese Woche dafür aus, das vor knapp zwei Jahren eingeleitete Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans einzustellen. Denn das Schloss Hirschberg mitsamt Gartenumgriff, der für die Hotelplanung maßgebend war, wurde von der Familie Gröber (der auch Gut Waitzacker westlich von Weilheim gehört) inzwischen anderweitig veräußert. Die neuen Eigentümer wollen das Schloss privat nutzen, wie es hieß.

Der Kauf sei nun „rechtskräftig abgeschlossen“, erklärte Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus. Auch liege der Stadt ein Schreiben des Hotel-Investors vor, in dem dessen Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplans zurückgenommen wird. Endgültig entscheiden wird über die Einstellung des Verfahrens der Gesamt-Stadtrat. Kommenden Donnerstag, 19. Juli, steht das Thema auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung.

Schloss Hirschberg liegt direkt am Haarsee.

Der Weilheimer Stadtrat hatte im September 2016 dem Bau eines „Hotel & Resort am Schloss Hirschberg“ grundsätzlich zugestimmt und das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet. Das Areal sollte darin als „Sondergebiet für Schlossanlage, Fremdenbeherbergung, Erholung und Freizeitgestaltung“ ausgewiesen werden.

Doch es gab reichlich Gegenwind, von Bürgern ebenso wie von Behörden: 19 – oft ablehnende – Stellungnahmen von Fachbehörden, Verbänden, Anliegern und Nachbargemeinden waren dazu eingegangen. Hauptthemen dabei waren der Denkmal- und der Naturschutz.

Nach einem Gespräch mit dem damaligen Heimatminister und jetzigen Ministerpräsidenten Markus Söder sah Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) im November 2017 kaum mehr Perspektiven für das Projekt „Luxushotel“. Die Abwägung der Stellungnahmen war damals vertagt worden. Nun hat sie sich endgültig erübrigt.

Stadtrat Dr. Eckart Stüber gab im Bauausschuss schon mal der „Freude der Grünen“ Ausdruck, dass „diese Gefährdung“ für die Landschaft am Haarsee vorüber ist. Die bisher entstandenen Kosten des Verfahrens habe übrigens komplett der Investor getragen, sagte Bauverwaltungsleiter Stork auf Anfrage von FW-Stadträtin Romana Asam. Der Stadt Weilheim seien dadurch keine Kosten entstanden.

Lesen Sie auch: Millionengrab Bastenhaus? Steuerzahler haken wegen der Kosten nach

Kommentare