Die Kulisse der ARD-Kultserie „Hubert ohne Staller“ in Wolfratshausen wird abgerissen. Jetzt stehen die TV-Cops ohne Polizeirevier da.
- Ein harter Schlag für Fans der Erfolgsserie auf ARD „Hubert und Staller“.
- Ihr Polizeirevier wurde vor einigen Tagen abgerissen.
- Wie es nun weitergeht? Offen.
Wolfratshausen – TV-Ermittler Franz Hubert (gespielt von Christian Tramitz) hat es nicht leicht: Erst verlor der Protagonist der ARD-Erfolgsserie „Hubert und Staller“ seinen namensgebenden Serienpartner, weil Schauspieler Helmfried von Lüttichau die Produktion verließ.
Seit einigen Tagen stehen die Fernseh-Cops zudem ohne ihr Polizeirevier da. Das ehemalige Firmengebäude neben dem S-Bahnhof, das der Serie auch als Kulisse für die Pathologie diente, wurde wegen des Bauprojekts auf dem sogenannten Kraft-Areal abgerissen. Von wo aus die TV-Kommissare künftig ermitteln, verrät die Produktionsfirma nicht. Fest steht aber: Die Serie „Hubert ohne Staller“ wird fortgesetzt.
Investor steht in den Startlöchern
Auf dem Kraft-Areal steht derweil der Investor in den Startlöchern. Wie berichtet sind auf dem knapp 11 000 Quadratmeter großen Grundstück 110 Wohnungen sowie ein Vollsortimenter (zuletzt war eine Filiale von Edeka im Gespräch), ein Getränkemarkt und eine Bäckerei geplant. Wann mit dem Bauprojekt begonnen wird, weiß Bürgermeister Klaus Heilinglechner nicht mit Gewissheit: „Die Unterlagen liegen noch beim Landratsamt zur Genehmigung“, sagt er auf Nachfrage. Der Stadtrat hatte dem Ansinnen des Investors bereits vor Monaten zugestimmt. Der Abriss sei scheinbar bereits vorab erlaubt worden.
Wie Laura Schniotalle, Kulturamtsmitarbeiterin der Stadt, auf Nachfrage erklärt, steht die Kommune „immer wieder“ im Austausch mit der Produktionsfirma von „Hubert ohne Staller“. So habe diese vom bevorstehenden Abriss erfahren, als sich das Bauprojekt anbahnte. Laut Schniotalle wurde inzwischen ein neues Filmset für das Polizeirevier gefunden. Wo genau sich der Drehort befindet, verrät die Kulturamtsmitarbeiterin nicht. „Die Firma möchte einen Fanrummel bei den Drehs vermeiden“, erklärt sie.
Dreharbeiten liegen wegen Corona-Krise auf Eis
Auch von Ulrike Körner ist nicht mehr zu erfahren. Die „ana radica“-Mitarbeiterin ist für Presseanfragen zu „Hubert ohne Staller“ zuständig. „Hubert und seine Kollegen werden umziehen“, sagt sie nur. Wann genau der Zuschauer das mitbekommen wird, steht noch nicht fest. Derzeit liegen die Dreharbeiten wegen der Corona-Krise auf Eis. Eigentlich sollten die Fernseh-Cops gerade für die zweite Hälfte der nunmehr neunten Staffel der ARD-Erfolgsserie vor der Kamera stehen. Die erste Hälfte der Staffel wurde im Herbst ausgestrahlt. Nachdem diese mit einem zweistelligen Marktanteil und über 2,5 Millionen Zuschauern für einen Quotenrekord der Serie sorgte, gab die ARD jüngst bekannt, dass eine zehnte Staffel mit 16 Folgen geplant ist. Die sollen im neuen Polizeirevier gedreht werden.
Serie ist ein Anziehungspunkt
Dass die TV-Cops, die ausschließlich in Wolfratshausen und Umgebung ermitteln, ihre Heimat verlassen, erscheint unwahrscheinlich. In den Augen von Rathauschef Heilinglechner ist das für die Stadt auch wichtig: „,Hubert ohne Staller‘ ist für Wolfratshausen touristisch äußerst interessant und macht in der Außenwirkung und Werbung einiges aus.“ Einige Gäste würden die Loisachstadt deshalb besuchen, weil sie Drehort ihrer Lieblingsserie ist. Der Rathauschef, der auf seinem Hof Ferienwohnungen vermietet, bekommt dies auch selbst mit. „Die Serie ist ein Anziehungspunkt, ganz sicher.“
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Das zeige sich auch daran, dass die früheren Führungen durch das Polizeirevier „schon ausverkauft waren, bevor wir in die Werbung eingestiegen sind“. Darüber hinaus hat die Stadt mit einer Fahrradkarte, die verschiedene Drehorte der Serie verknüpft, eine weitere touristische Attraktion geschaffen. In der Rathauspassage soll zudem bald ein neu gestaltetes Requisiten-Schaufenster auf die TV-Ermittler hinweisen. Das in die Jahre gekommene Werbefenster am Untermarkt 10 wurde aufgelöst.
Dominik Stallein
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