Gründung in Vorbereitung

Icking: Gemeinde will sich Energiegenossenschaft anschließen

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Drei für Icking: (v. li.) Cornelius Chucholowski, Karlheinz Seim und Johannes Voit gründen die Energiegenossenschaft Icking-Isartal.  
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Die Energiegenossenschaft in Icking hat ihr erstes Mitglied: Die Gemeinde will sich der neuen Kooperative anschließen. Die Gründung wird vorbereitet.

Icking – Die Notwendigkeit, auf alternative Energien umzusteigen, war noch nie so groß wie derzeit. Weil sich etwa durch Wärmepumpen und auch E-Autos der Stromverbrauch verdoppeln wird, ist es wichtiger denn je, Strom grün zu erzeugen. In Icking wollen deshalb ein paar Engagierte die Energiegenossenschaft Icking-Isartal gründen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten sich drei der Initiatoren vor. Das Gremium beschloss noch am gleichen Abend, Mitglied der Genossenschaft zu werden.

Das Ziel: CO2-Neutralität für Icking

Cornelius Chucholowski, Karlheinz Seim und Johannes Voit skizzierten das große gemeinsame Ziel, das ihnen und ihren Mitstreitern vorschwebt: nämlich den Ort zu „dekarbonisieren“ und die CO2-Neutralität zu erreichen. Die Chancen, zu schaffen, was man sich vorgenommen hat, stünden, nicht schlecht, meinte Seim. „Wir haben zu 90 Prozent Dächer, unter denen Eigentümer wohnen.“ Und: Man könne ja auch ein Windrad in Icking errichten.

Einmalige Einlage von 500 Euro

Den Bürgern eröffnet die Gründung der Genossenschaft die Möglichkeit, sich an zentralen Gemeinschaftsspeichern, an Wind-, und Wasserkraftanlagen oder an Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen, wie in Walchstadt eine geplant ist, finanziell zu beteiligen. Dafür muss man allerdings Mitglied sein – und eine einmalige Einlage über 500 Euro gezahlt haben. In Energiefragen beraten lassen können sich auch Nichtmitglieder.

Ständig steigende Anforderungen erfordern neue Organisationsstruktur

Damit sei die Genossenschaft, das erläuterte das Trio an dem Abend, die logische Weiterentwicklung der ehrenamtlich geführten Initiative „300 für Icking“, die vor einiger Zeit antrat, um den Ausbau von Photovoltaik vor der Haustür voranzutreiben. „Erreichen konnten wir eine deutlich gestiegene Bereitschaft zum Handeln und noch andauernde Installationen“, bilanzierte Seim. Der wachsenden Nachfrage und auch der Notwendigkeit, weitere alternative Energiequellen zu erschließen, sei man jedoch nicht mehr gewachsen gewesen. „Das Telefon stand bei uns manchmal nicht mehr still.“ Irgendwann sei klar gewesen, dass es, um den „ständig steigenden Anforderungen“ gerecht werden zu können, eine neue Organisationsstruktur braucht.

Vorbereitung für Gründung bereits getroffen

Für eine Genossenschaft habe man sich entschieden, um Bürger und Betriebe „mitnehmen“ zu können. Sie gehört keiner Partei an und will mit allen Ickingern und Isartal-Bewohnern zusammenarbeiten. Man werde, kündigten die Initiatoren an, „in enger Abstimmung mit der Gemeinde handeln“. Vorbereitungen zur Gründung seien bereits getroffen, die Genehmigung durch den Genossenschaftsverband wird nach den Sommerferien erwartet. Die Aufgaben in der Kooperative sind noch nicht verteilt. Wie es aussieht, können die Initiatoren noch Verstärkung brauchen.

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Im Gremium stieß die Initiative auf sehr viel Sympathie. „Das passt total zu unserer Strategie“, meinte Jörg Überla von den Grünen. Er fügte an: „Ich finde das super. Wir müssen jetzt zum Handeln kommen.“

ak

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