VonStephen Hankschließen
Kreiskämmerer Gerhard de Biasio hat einen Ausblick auf den Haushalt 2023 gegeben. Das Zahlenwerk ist noch nicht final ausgearbeitet. Streichungen sind nicht zu vermeiden.
Landkreis – Der Kreiskämmerer, sonst eher ein Mann von Zuversicht, machte aus der angespannten Lage keinen Hehl. „Die nächsten fünf Jahre werden herausfordernd sein“, kündigte Gerhard de Biasio jetzt im Kreisausschuss an. Noch vor den Haushaltsberatungen am Runden Tisch gab er einen Ausblick auf die aktuelle finanzielle Entwicklung im Landkreis – und nannte dabei alarmierende Zahlen. Mit den vorliegenden Eckdaten, so Biasio, wäre der Haushalt nicht genehmigungsfähig.
Runder Tisch muss genehmigungsfähiges Paket schnüren
Letztlich sprechen die Zahlen für sich. Zwar steigen laut Haushaltsansatz im kommenden Jahr im Vergleich zum Haushalt 2022 wegen der deutlich erhöhten Umlagekraft die Erträge, sie werden von den deutlich steigenden Ausgaben aber komplett aufgefressen. Mehr noch: Unterm Strich steht ein Minus von rund zwölf Millionen Euro. Viel Arbeit also für den Runden Tisch Haushalt, der in Kürze zusammentritt und ein genehmigungsfähiges Paket schnüren muss.
Kostensteigerungen bei Energie und Personal
Dass dies einiges an Herausforderungen mit sich bringt, zeigt ein Blick auf die zu erwartenden Ausgaben. Allein die Heizungs- und Stromkosten werden sich für den Landkreis von rund 1,5 auf rund 2,8 Millionen Euro erhöhen. Die Personalkosten, die heuer bei knapp 20,6 Millionen Euro liegen, werden 2023 auf knapp 24 Millionen Euro anwachsen. Und auch die Unterhaltskosten für Gebäude und Straßen steigen: von knapp zwei auf rund 3,5 Millionen Euro. „Bei den Heizkosten sind wir noch vergleichsweise gut dran, weil wir über Biomasseheizwerke verfügen“, betonte Biasio. In anderen Fällen hat der Landkreis wenig Einfluss. So steigen die Sozialen Hilfen, die er für Bedürftige leistet, inklusive Unterkunft und Heizung von 21,3 auf 24,1 Millionen Euro. Der Bereich Asyl schlägt mit rund 4,9 Millionen Euro (2022: 3,8) zu Buche.
Jährlich Millionen für die Kreisklinik
„Der Landkreis wird künftig zu immer weniger freiwilligen Leistungen in der Lage sein“, kündigte der Kreiskämmerer an. „Die Einnahmen werden nicht so wie die Ausgaben steigen.“ Ab 2024 dürften sich überdies die Einbrüche bei der Gewerbesteuer bemerkbar machen. Schwer wiegen auch die jährlich 5,5 Millionen Euro, die der Landkreis als Verlustausgleich an die Kreisklinik zahlt – zusätzlich zu den 2,5 Millionen Euro Krankenhausumlage. Sowohl der Kämmerer als auch Landrat Olaf von Löwis (CSU) zeigten sich aber zuversichtlich, dass das Strategiekonzept des Krankenhauses Früchte trägt. „Vorstand und Verwaltungsrat arbeiten mit Hochdruck daran, das Defizit von aktuell zwölf Millionen Euro zu reduzieren“, berichtete Löwis. Im Übrigen sei er zuversichtlich, dass mit Disziplin auch 2023 ein Kreishaushalt gelinge, der alles berücksichtigt.
Auch Kreditaufnahmen wieder Thema
Leicht wird das freilich nicht, wie der Kreiskämmerer deutlich machte. „Der Runde Tisch wird viel Zeit in die Zahlen investieren und auch streichen müssen“, mahnte er. „Große Sprünge sind nicht möglich.“ In Zukunft werde auch die eine oder andere Kreditaufnahme erforderlich sein. Immerhin verschafften die Rücklagen dem Landkreis etwas Luft. Sie belaufen sich Ende 2023 auf voraussichtlich 25 Millionen Euro. Kein Grund also, völlig schwarz zu sehen. „In 40 Jahren habe ich schon einige Aufs und Abs erlebt“, stellte Biasio am Schluss seiner Präsentation fest und verbreitete dann doch so etwas wie Zuversicht. Es kämen nun mehrere magere Jahre, aber letztlich habe man die Situation immer gemeistert.
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