VonSascha Karowskischließen
Immobilien-Spekulant René Benko verkauft sukzessive Teile seines Portfolios. Auch in München werden Gebäude angeboten, unter anderem der Karstadt am Rotkreuzplatz.
München - Alles muss raus: Der Tiroler Immobilienspekulant René Benko mit seiner Signa Holding trennt sich praktisch im Wochentakt von stattlichen Teilen seines milliardenschweren Portfolios. Wie der englischsprachige Branchendienst React News aus London berichtet, sucht die Signa in München derzeit nach Abnehmern für das frühere Kaut-Bullinger-Haus an der Rosenstraße und für das Kaufhof-Gebäude am Rotkreuzplatz. Zunächst hatte die Abendzeitung darüber berichtet.
München: Karstadt am Rotkreuzplatz und ehemaliges Kaut-Bullinger-Gebäude stehen zum Verkauf
Münchens OB Dieter Reiter (SPD) ahnt Schlimmes. „Ein weiteres Mal wäre dies ein herber Schlag für die Belegschaft von Galeria Kaufhof, was Herrn Benko offenbar gleichgültig ist“, sagt Reiter. „Ich würde mir wünschen, dass, sollte er diese Immobilien verkaufen, trotzdem das Kaufhaus am Rotkreuzplatz und auch die Arbeitsplätze erhalten bleiben.“
Der Verkauf des ehemaligen Kaut-Bullinger-Hauses an der Rosenstraße verwundert auch deshalb, da Benko das Gebäude erst vor drei Jahren erworben hatte. Reiter indes sieht in dem kolportierten Verkauf auch die Chance, „dass statt der von Herrn Benko geplanten Büronutzung mehr Fläche für den Einzelhandel entstehen könnte“.
Benko-Immobilien in München stehen zum Verkauf: Investor veräußert auch in anderen Orten seinen Besitz
Wie es um die weiteren Immobilien aus dem Benko-Universum in München steht, ist offen. Dem Österreicher gehören unter anderem die Alte Akademie und der Karstadt Sport sowie der Karstadt am Hauptbahnhof.
Doch nicht nur in München verkauft Benko Teile seines Immobilienportfolios. In Berlin etwa soll laut der Zeitung Junge Welt ein noch nicht mal fertig errichtetes Bürohochhaus am Alexanderplatz mitsamt traditionsreichem Galeria-Kaufhaus bereits den Besitzer wechseln.
Deals: Benko und seine Signa verkaufen Anteile am KaDeWe sowie Teile der Möbelkette Kika/Leiner
Laut Neue Zürcher Zeitung hat die Signa auch eine Liegenschaft an Wiens vornehmster Einkaufsstraße und einen Anteil von 49,9 Prozent am KaDeWe abgestoßen. Zudem wurden die Flächen und das operative Geschäft der Möbelkette Kika/Leiner veräußert. Über die Gründe für die Verkaufstour wird spekuliert. Die Signa steht wohl unter Druck, schreibt das Magazin Wallstreet online. Denn die Absatzzahlen sind rückläufig, während die Zinsen steigen.
